HSV triumphiert im Stadtderby - Köln weiter vorn

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Derbysieg - © Foto: Axel Heimken
Die HSV-Profis feiern den Derbysieg bei St. Pauli mit ihren Fans. (© Foto: Axel Heimken)

Düsseldorf - Der Hamburger SV gewann dank Pierre-Michel Lasogga das brisante Stadt-Duell auf St. Pauli deutlich, der 1. FC Köln und Simon Terodde feierten unbeeindruckt vom Führungschaos das nächste Tor-Festival.

Die beiden Absteiger und Top-Favoriten haben in der 2. Fußball-Bundesliga dank ihrer Torjäger Ausrufezeichen gesetzt und halten neun Spieltage vor dem Saisonende Kurs Richtung 1. Liga.

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Die Hamburger gewannen das von zahlreichen Pyro-Zwischenfällen gestörte und zwischenzeitlich sogar für fünf Minuten unterbrochene Derby beim viertplatzierten FC St. Pauli mit 4:0 (1:0) und haben mit 50 Punkten schon vier Zähler Vorsprung auf den Stadtrivalen. Die Kölner setzten sich drei Tage nach dem Rücktritt von Präsident Werner Spinner mit 5:1 (2:0) gegen Arminia Bielefeld durch und sind mit einem Punkt mehr Tabellenführer.

«Das war einfach ein geiler Tag», sagte der zweimalige Torschütze Lasogga: «Auf St. Pauli zu gewinnen, ist fast noch geiler als zu Hause.» Während des Sky-Interviews wurde Lasogga von St. Paulis kaufmännischem Geschäftsleiter Andreas Rettig herzlich beglückwünscht. «Wenn wir während des Spiels keine fairen Verlierer waren, müssen wir es wenigstens nachher sein», sagte Rettig mit Blick auf die Zwischenfälle auf den Rängen: «Ich kann nur sagen: Entschuldigung, HSV. Das ging klar zu weit.»

Erleichterung herrschte dagegen in Köln. «In der Englischen Woche haben wir in ekligen Auswärtsspielen gekämpft. Diesmal haben wir guten Fußball gespielt», sagte der im Winter verpflichtete Ex-Schalker Johannes Geis: «Natürlich haben wir das ganze Chaos mitbekommen. Aber das war eine gute Antwort.» Terodde traf dreimal und hat nun 26 Saisontore auf dem Konto.

Überschattet wurde der Spieltag von einem antisemitischen Hass-Tweet gegen Ingolstadts israelischen Kapitän Almog Cohen, der für Entsetzen über den deutschen Fußball hinaus sorgte. Nach seiner Roten Karte in der zweiten Halbzeit beim 0:2 bei Union Berlin war Cohen am Freitagabend via Twitter von einem User aufs Übelste beleidigt worden. Der Deutsche Fußball-Bund forderte konsequentes Handeln gegen den Verfasser und schaltete den Kontrollausschuss ein, die Berliner stellten Anzeige wegen Volksverhetzung. Auch beim israelischen Außenministerium und beim Internationalen Auschwitz-Komitee herrscht Bestürzung. Der Berliner Staatsschutz ermittelt.

Sportlich herrscht bei den Berlinern dagegen gute Stimmung. Als Dritter mit vier Zählern Vorsprung auf St. Pauli können sie derzeit als einziger mit dem Spitzen-Duo mithalten. Beim Sieg gegen Ingolstadt mit Ex-Union-Trainer Jens Keller «hatten wir aber einfach Glück», sagte selbst Trainer Urs Fischer.

Ingolstadt (19 Punkte) bleibt sportlich in höchster Not. Weil das bisherige Schlusslicht SV Sandhausen (20) überraschend 1:0 beim zuletzt formstarken 1. FC Magdeburg gewann, rutschten die Schanzer sogar auf den letzten Platz ab. Magdeburg (22) verpasste eine große Chance. Auf den MSV Duisburg auf dem Relegationsplatz hat das Team von Trainer Michael Oenning nur noch einen Punkt Vorsprung. Der MSV erkämpfte ein 1:1 in Regensburg.

Große Schritte zur Rettung machten am Wochenende Erzgebirge Aue (32) durch das 2:1 gegen den SC Paderborn und Darmstadt 98 (29). Die Lilien feierten beim 3:2 gegen Holstein Kiel den ersten Sieg im zweiten Spiel unter Trainer Dimitrios Grammozis. «In den entscheidenden Momenten hatten wir einen Tick mehr Biss», sagte Grammozis. Die Kieler haben mit 39 Punkten ebenso einen Rückschlag im Kampf um den Aufstiegs-Relegationsplatz hinnehmen müssen wie der punktgleiche 1. FC Heidenheim durch das 0:1 beim VfL Bochum.

Abgesagt wurde am Sonntag zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff das Spiel zwischen Greuther Fürth und Dynamo Dresden. Grund für die Absage war eine Unwetterwarnung.

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