JahrerückblickDas sind die sieben emotionalsten Sport-Geschichten des Jahres

Das Lokalsport-Jahr 2021 ist fast vorüber. Unser Rückblick beweist, dass es in den vergangenen zwölf Monaten trotz Corona viel zu schreiben gab!

Dennis Bleck

Katharina Kloppe wird in diesem Herbst ganz überraschend zweite beim prestigeträchtigen Hermannslauf. - © Sarah Jonek
Katharina Kloppe wird in diesem Herbst ganz überraschend zweite beim prestigeträchtigen Hermannslauf. © Sarah Jonek

Altkreis Halle. Das Sportjahr 2021 stand - wie schon jenes im Jahr zuvor - weiter stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Weil das Virus wütete, waren bis zu diesem Sommer praktisch keine Wettkämpfe möglich. Erst im zweiten Halbjahr liefen die heimischen Sportlerinnen und Sportler heiß. Ein Rückblick über Erfolge, Rückschläge und wunderschöne Momente.

Zweiter Platz beim Hermannslauf

Katharina Kloppe hat sich selbst überrascht. „Damit hätte ich nie gerechnet", gibt die 25-Jährige im Oktober im Gespräch mit dieser Zeitung zu. Gemeint ist ihr zweiter Platz beim diesjährigen Hermannslauf. In 2:10:38 Stunden kommt die Sportlerin vom LC Solbad Ravensberg ins Ziel. Viel schneller als gedacht.

Irgendwas um die 2:30 Stunden hatte sie sich vorgenommen. Noch nie zuvor ist Kloppe den 31,1 Kilometer langen „Hermann" gelaufen. Überhaupt bevorzugt sie die kürzeren Distanzen. 3.000 Meter, 5.000 Meter, selten mal die 10.000 Meter. Die Teilnahme am Hermannslauf, der in 2021 einmalig im Herbst ausgetragen wird,  ist eine spontane Aktion. „Ich habe mich einfach angemeldet", sagt sie: „Als ich dann die Bestätigung erhielt, gab es kein Zurück mehr."

Trennung bei WM-Held

Im Juni trennen sich Ex-Nationalspieler David Odonkor und seine Frau Suzan nach 15 Jahren Ehe. Das Paar, das bis dahin lange gemeinsam in Steinhagen wohnte, hat sich auseinandergelebt. „Die Dinge entwickeln sich manchmal anders als man es sich vorstellt," sagt Odonkor. 2.000 Gäste und Schaulustige waren im Dezember 2006 zur Hochzeit erschienen. Der WM-Held ist mittlerweile nach Düsseldorf gezogen. Fußball spielt er allerdings im Dortmunder Raum. Seit Sommer läuft der 37-Jährige für den TuS Bövinghausen in der Westfalenliga auf. Gemeinsam mit Kevin Großkreutz.

Höhepunkt einer jungen Karriere

Im Juli verkündet Louis Henkefend kurzfristig, dass er ins Cockpit eines Rennautos zurückkehrt. Der Versmolder Motorsportler startet, zwei Jahre nach seinem Auftritt im Porsche-Carrera-Cup, im BMW M 2 Cup. Die zwölfteilige Rennserie endet im Oktober und verhilft dem 21-Jährigen zum bisher größten Erfolg seiner Karriere.

Im Oktober gewinnt Louis Henkefend den BMW M2 Cup. - © Gruppe C Photograhie
Im Oktober gewinnt Louis Henkefend den BMW M2 Cup. (© Gruppe C Photograhie)

Henkefend sammelte drei Tagessiege und insgesamt 177 Punkte, die zum ersten Platz in der Gesamtwertung reichten. Schon jetzt hat er deshalb seinen Startplatz in der nächsthöheren Klasse, der BMW M 4 GT 4, für 2022 sicher.

Heiratsantrag auf dem Fußballplatz

Emotional wird es im November: Nach dem Fußball-C-Liga-Spiel zwischen dem TFC Werther und TuS Solbad Ravensberg II fließen nach Abpfiff Tränen. Bünyamin Savran, ein Spieler der Gastgeber, macht seiner Freundin Zülal Usta noch auf dem Spielfeld einen Heiratsantrag. Die total überraschte 23-Jährige zögert keine Sekunde. Sie sagt sofort „Ja". Die Idee mit dem Antrag ist Savran erst wenige Tage zuvor gekommen. Mannschaft und Familie sind eingeweiht. Die Hochzeit soll im Jahr 2022 stattfinden.

Nach Hirntumor zurück auf dem Feld

Dennis Bresser erhält im März 2020 die Schockdiagnose Hirntumor. Das – zum Glück – gutartige Geschwür wird dem Fußballer vom BV Werther in einer rund fünfstündigen OP entfernt. Anschließend plagen den 33-Jährigen Lähmungserscheinungen. Bresser kann sein rechtes Bein und den rechten Arm nicht mehr richtig bewegen. „Da bekommt man schon kurz Angst", gibt er im Oktober dieses Jahres zu.

Angst, die aber unbegründet ist: Bresser erholt sich nach und nach. Schon bald kann er wieder vorsichtig Treppen steigen. Nach sechs Wochen kehrt der Fachlagerist zur Arbeit zurück. Bis zur vollständigen Genesung dauert es etwa ein halbes Jahr, bis er wieder Fußball spielen kann noch länger: Im Sommer 2021 feiert Bresser sein Comeback in Werthers zweiter Mannschaft. Mittlerweile steht er auch für die A-Liga-Mannschaft wieder auf dem Feld.

Lebensretter gesucht und gefunden

Feenzauber gegen Blutkrebs: Mit diesem Aufruf sucht die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im März nach einem passenden Stammzellspender für die schwerkranke Feelia aus Steinhagen. Das zu dem Zeitpunkt fünfjährige Mädchen ist am Myelodysplastischen Syndrom, kurz MDS, erkrankt. Jeder Sturz, jede Wunde, selbst simples Nasenbluten kann Feelia das Leben kosten.

Ihr Einschulung feiert Feelia leider im Krankenhaus. - © Marc Blume
Ihr Einschulung feiert Feelia leider im Krankenhaus. (© Marc Blume)

Papa Marc Blume, ein erfolgreicher Leichtathlet der 1990er-Jahre, macht sich große Sorgen um seine Tochter, bis im Mai der erlösende Anruf kommt: Ein Lebensretter ist gefunden. „Als wir die Nachricht erhielten, sind Tränen geflossen", sagt Blume. Ende Juli erhält das lebensfrohe Mädchen in einer Klinik in Münster ihre Stammzellspende. Im selben Krankenhaus feiert sie wenig später die Einschulung und ihren sechsten Geburtstag.

Die Anteilnahme am Schicksal des kleinen Mädchens ist groß. Das Grillwerk 2.0 in Halle verkauft in Kooperation mit Mann&Metzger aus Steinhagen den Feelia-Burger. Komiker-Legende Otto Waalkes malt Feelia ein Bild. Und die Band Culcha Candela meldet sich, als Feelia auf Instagram zu deren Song tanzt und singt.

Tragische Tode

Im Jahr 2021 sind gleich mehrere im Amateursport bekannte Persönlichkeiten gestorben. Heinz Klatt, einer der renommiertesten Leichtathletik-Trainer der Region, stürzt beim Blitzeis im Januar auf der Außentreppe seines Hauses so schwer auf den Kopf, dass ihm der hinzugerufene Notarzt nicht mehr helfen kann.

Außerdem trauert der TuS Solbad Ravensberg um seinen 1. Vorsitzenden Ralf Heidmann. Der 62-Jährige erliegt im Juli seinen Krebsleiden. Noch aus dem Krankenbett heraus regelt er wenige Tage vor seinem Tod die Vereinsgeschäfte. „Er hatte eine unfassbare Haltung bis zum Schluss", erinnert sich sein ältester Sohn Mathis. Heidmanns Nachfolger wird im August der erst 23 Jahre alte Jonas Niemeyer.

Im Juli verstirbt unser ehemaliger freier Mitarbeiter Wilfried Braune. - © Christian Helmig, HK, HK
Im Juli verstirbt unser ehemaliger freier Mitarbeiter Wilfried Braune. (© Christian Helmig, HK, HK)

Abschied nehmen müssen Freunde und Familie in diesem Jahr unter anderem auch vom ehemaligen Handball-Funktionär Karl-Heinz Tonn, vom Tennis-Urgestein Kurt Vahlkamp, dem Versmolder Fußballer Andreas „Jumbo" Wacker, dem Hesselner Dieter Oppermann, Leichtathletik-Trainer Friedrich „Otto" Puhlmann und Wilfried Braune, der als freier Mitarbeiter jahrzehntelang Lokalsportberichte für diese Zeitung schrieb.

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