LokalsportBundestrainerin Rittner begeistert: "Lieblingsadresse im deutschen Tennis"

Die Tennis-Bundestrainerin reist wegen des frühen Aus ihrer Schützlinge eher von den Reinert Open ab als geplant. Den Organisatoren aber macht sie ein Kompliment.

Andre Schneider

Barbara Rittner bei einer Pressekonferenz 2017 mit Boris Becker. - © imago/Jan Huebner
Barbara Rittner bei einer Pressekonferenz 2017 mit Boris Becker. © imago/Jan Huebner

Versmold. Das hatte sich Barbara Rittner ganz anders vorgestellt. Eigentlich hatte die Tennis-Bundestrainerin noch einen Tag länger bei den Reinert Open in Versmold bleiben wollen. Doch die sportlichen Leistungen ihrer Schützlinge machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Bereits am Mittwochabend reiste sie ab.

So unterlag etwa Lokalmatadorin Katharina Gerlach vom heimischen Tennispark Versmold – immerhin die 225. der Weltrangliste und in Versmold an fünf gesetzt – der überraschend starken Schwedin Mirjam Bjorklund (361) glatt mit 4:6, 2:6. Rittner zeigte sich enttäuscht: „Katharina hatte sich so viel vorgenommen und im Training gute Leistungen gezeigt. Der Druck vor heimischem Publikum war vielleicht doch zu groß."

Das Organisationsteam der Reinert Open 2021 besteht aus Lena Horstmannshoff (von links), Michael Sommerkamp, Karsten Wolf, Jost Harnold und Jan Miska. Sie ziehen ein positives Fazit der ersten Turniertage. - © Andre Schneider
Das Organisationsteam der Reinert Open 2021 besteht aus Lena Horstmannshoff (von links), Michael Sommerkamp, Karsten Wolf, Jost Harnold und Jan Miska. Sie ziehen ein positives Fazit der ersten Turniertage. (© Andre Schneider)

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Allerdings wussten auch die anderen Mitglieder des Porsche Talent- und Porsche Junior-Teams nicht zu überzeugen. Alle schieden bereits in der ersten Runde aus. „Das hätte ich nicht gedacht. Eigentlich hatte ich noch einen Tag in Versmold eingeplant, um mir ihre Matches anzuschauen. Daraus wird jetzt leider nichts."

Lob für die Anlage

Eine herbe Enttäuschung ja, aber kein Drama, wie Rittner im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt verdeutlichte. „Das ist für die Momentaufnahme zwar schade, aber die Spielerinnen nehmen auf jeden Fall etwas mit." Zu hoch hängen wolle sie die Leistungen der Nachwuchsspielerinnen jedenfalls nicht. „Die meisten haben bisher kein Damenturnier gespielt. Es ist sehr schwierig, sich in diesem hochklassigen Feld gut zu verkaufen", analysierte die Bundestrainerin. Die, wie sie sagt, „perfekten Bedingungen" in Versmold genießen nun andere. „Versmold ist eine meiner Lieblingsadressen im deutschen Tennis. Die Anlage ist wirklich wunderschön geworden."

Dieses Lob nehmen Turnierorganisator Jan Miska und sein Team natürlich gerne entgegen. Auch Miska hätte sich ein besseres Abschneiden der jungen Spielerinnen um die zweite Lokalmatadorin Joelle Steur (4:6 und 6:7 gegen die Niederländerin Richèl Hogenkamp) gewünscht. Doch immerhin hätten auch vier deutsche Spielerinnen das Achtelfinale erreicht.

Beeindruckt von Anna Klasen

Besonders beeindruckt habe ihn der Auftritt von Anna Klasen vom TC BW Berlin. Ausgestattet mit einer Wildcard für die Qualifikation überstand sie die erste Runde des Hauptfelds problemlos. „Toll zu sehen, wie sie hier explodiert", so Miska.

Klasen, die am Donnerstagnachmittag Federica di Sarra mit 4:6, 4:6 unterlag, reiht sich in ein Teilnehmerfeld ein, das in diesem Jahr nicht ganz so stark besetzt zu sein scheint wie bei den Ausgaben zuvor. Das hat laut Miska Gründe. Zum einen lägen diese im entfernten Tokio. „Viele Spielerinnen unter den ersten 200 der Weltrangliste sind in ihrem Land Nummer eins und dürfen deshalb bei Olympia starten."

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Darüber hinaus spiele Corona eine Rolle. Miska: „Die Nähe zum Heimatland ist wegen der Reiseeinschränkungen wichtig." Einige Spielerinnen, vor allem aus Polen und Tschechien, hätten die Teilnahme an einem ähnlich gut dotiertem Turnier in Polen vorgezogen. Dennoch: Das Wichtigste sei, dass die Reinert Open in diesem Jahr wieder stattfinden könnten.

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