LokalsportKamper-Hammer schockt den FC Bayern: "Das ist mein schönster Stadionmoment"

Der Borgholzhausener Thomas Beck verbindet besondere Erinnerungen an einen sonnigen Herbsttag im Jahr 2006. Es ist das bislang letzte Mal, dass Arminia Bielefeld den großen FC Bayern schlägt. Und der 56 Jahre alte Familienvater ist live dabei.

Dennis Bleck

Aus knapp 25 Metern trifft der Däne Jonas Kamper mit einem Gewaltschuss. Nationaltorwart Oliver Kahn ist machtlos. Foto: imago images - © imago images
Aus knapp 25 Metern trifft der Däne Jonas Kamper mit einem Gewaltschuss. Nationaltorwart Oliver Kahn ist machtlos. Foto: imago images © imago images

Borgholzhausen. Die wichtigsten Details hat Thomas Beck auf der Eintrittskarte handschriftlich festgehalten: „Ergebnis: 2:1. Torschützen: van Bommel, Wichniarek, Kamper; Ich war dabei", steht dort mit schwarzem Kugelschreiber geschrieben. Dazu das Datum: 16. September. Der Borgholzhausener kommt noch heute ins Schwärmen, wenn er von diesem sonnigen Herbsttag im Jahr 2006 berichtet.

26.601 Zuschauer sind an diesem Nachmittag erschienen, um das Gastspiel der großen Bayern bei Arminia Bielefeld live im Stadion zu erleben. Stundenlang steht Beck damals Tage vor der Partie an, um eines der begehrten Tickets zu ergattern. Mit Erfolg. Am Ende zählt er zu den Glücklichen, die den bislang letzten Sieg der Bielefelder über den deutschen Rekordmeister vor knapp 15 Jahren miterleben.

Von Anfang an passt alles

„Es hat von Anfang an einfach alles gepasst", erinnert sich der Familienvater heute. Schon im Bus auf dem Weg zum Stadion ist die Stimmung gut. „Wir haben gesungen und gefeiert", erzählt der 56-Jährige. 90 Minuten vor dem Anpfiff ist die Alm, die damals schon offiziell Schüco Arena heißt, bereits rappelvoll. Beck, der eine Stehplatz-Karte im Block sechs auf der alten Osttribüne hat, findet nur mit Mühe einen Platz am Wellenbrecher. „Die Atmosphäre war einmalig", berichtet Beck. Dann schränkt er ein: „Bis zum ersten dicken Dämpfer des Tages."

Stolz zeigt Thomas Beck seine Karte vom bislang letzten Arminia-Heimsieg gegen Bayern. - © Thomas Beck
Stolz zeigt Thomas Beck seine Karte vom bislang letzten Arminia-Heimsieg gegen Bayern. (© Thomas Beck)

Sechs Minuten sind gespielt, als der Holländer Mark van Bommel den Favoriten in Führung bringt. Die Arminen, die bis zu diesem Spiel in der Saison erst einen Punkt auf dem Konto haben, liegen erwartungsgemäß früh zurück. Nur kurz ist Thomas Beck enttäuscht. Zwanzig Minuten später reißt er die Arme nach oben, als „König" Artur Wichniarek per Kopf den Ausgleich erzielt. „Da habe ich mich zum ersten Mal gefragt: Ist heute vielleicht mehr drin für die Blauen?", sagt Beck.

„So laut habe ich es im Stadion noch nie erlebt"

Ist es: In der zweiten Halbzeit ist der FC Bayern zwar optisch überlegen. Ein weiterer Treffer aber gelingt dem fußballerischen Schwergewicht aus der bayerischen Landeshauptstadt nicht. Bis zur 84. Minute steht es 1:1. Dann bekommen die Gastgeber einen Freistoß zugesprochen. Der Däne Jonas Kamper schnappt sich den Ball und hämmert ihn aus gut 25 Metern unhaltbar für Oliver Kahn zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. Beck rastet aus. Die Alm bebt. „So laut habe ich es im Stadion noch nie erlebt", sagt er: „Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke."

Thomas Beck ist in Bielefeld aufgewachsen. Im Teenageralter entdeckt er seine Liebe zum größten Fußballklub der Stadt. Als 15-Jähriger fährt er mit der Mofa zu den Heimspielen. „Das schönste Gefühl war die Vorfreude", erinnert er sich heute: „Aus großer Entfernung die Flutlichtmasten zu sehen, da kribbelte es bereits im Bauch."

Auch Töchter sind Arminia-Fans

Becks Leidenschaft zu den „Blauen" ist mittlerweile auf die beiden erwachsenen Töchter übergangen. Wann immer es möglich ist, besucht die Familie gemeinsam die Spiele im Stadion.

Heute besitzt Beck seit mehreren Jahren eine Dauerkarte. Im Vergleich zum gedruckten Ticket ist diese viel kleiner. Platz für Notizen aber bietet sich dennoch. Vielleicht im April 2022? Dann nämlich kommen die Bayern.

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