LokalsportVersmolder Rennfahrer rast mit 500 PS-Boliden über den Lausitzring

Zum ersten Mal seit rund eineinhalb Jahren hat der 21 Jahre alte Louis Henkefend wieder ganz offiziell am Steuer eines Rennautos gesessen. Er bewirbt sich für ein Engagement in einer Cup-Serie im Sommer.

Dennis Bleck

Diesen 500 PS starken Audi R8 GT4 steuerte Louis Henkefend über den Lausitzring. - © Henkefend
Diesen 500 PS starken Audi R8 GT4 steuerte Louis Henkefend über den Lausitzring. © Henkefend

Versmold.In den vergangenen Tagen hat Louis Henkefend viel Zeit im Rennsimulator verbracht. Die 14 Kurven am Lausitzring in Brandenburg hatte er dort in- und auswendig gelernt. Nichts wollte der 21 Jahre alte Versmolder an seinem großen Tag dem Zufall überlassen. Schließlich saß er wenig später zum ersten Mal seit knapp eineinhalb Jahren an Ort und Stelle wieder ganz offiziell am Steuer eines Rennautos: Testfahrten in einem BMW M2 CS und einem Audi R8 GT4, bei denen er so überzeugte, dass ihm ein festes Engagement in einer Rennserie im Sommer winkt.

In dem 360 PS starken BMW fühlte sich Henkefend auf Anhieb wohl. In seinen zwei Trainings-Sessions fuhr er einmal die schnellste und einmal die zweitschnellste Zeit aller Fahrer im Feld, die sich für einen Start im „BMW M 2 Cup" bewarben. Hierbei handelt es sich um einen komplett neuen Wettbewerb, der im Sommer dieses Jahres erstmalig ausgetragen wird.

Henkefend bekommt gutes Feedback von beiden Rennteams

Mit dem 500 PS starken Audi würde Henkefend hingegen bei der „DTM-Trophy" starten. Diese beginnt Mitte Juni in Monza und findet zum zweiten Mal statt. Übertragen werden die Rennen im TV von Sport1. „Sowohl von dem Rennteam, das den Audi stellt, als auch von dem des BMWs habe ich nach den Testtagen ein gutes Feedback bekommen", sagt Henkefend: „Sie würden gerne mit mir zusammenarbeiten." Jetzt will der 21-Jährige ein Konzept erstellen, wie es zu einer Partnerschaft kommt. Ob es am Ende der „BMW M2 Cup" oder die „DTM-Trophy" wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen: „Ich glaube, beide Formate würden mich weiterbringen."

Ab sofort geht es für den Nachwuchsrennfahrer vor allem darum, das Budget für eine der beiden Rennserien aufzubringen. Henkefend ist deshalb auf der Suche nach Sponsoren. Doch das gestaltet sich in Corona-Zeiten noch schwieriger als sonst. „Viele sind nämlich bereits abgesprungen, weil sie die Unsicherheiten fürchten", sagt er. Trotzdem gibt sich Henkefend zuversichtlich, die nötige Summe in den nächsten Wochen zusammenzubekommen. Schließlich sei ihm das schon einmal gelungen.

Louis Henkefend hat erste Erfahrungen im Porsche-Carrera-Cup gesammelt. Jetzt winkt die Teilnahme an einer neuen Rennserie im Sommer. - © Henkefend
Louis Henkefend hat erste Erfahrungen im Porsche-Carrera-Cup gesammelt. Jetzt winkt die Teilnahme an einer neuen Rennserie im Sommer. (© Henkefend)

In 2019 war das, als Henkefend eine ganze Saison im prestigeträchtigen Porsche-Carrera-Cup fuhr. Dort belegte er am Ende Platz 20 von 29 gewerteten Fahrern. Sein bestes Ergebnis war ein zehnter Rang am Noisring in Nürnberg. Von den Erfahrungen, die er in seiner Premierensaison gesammelt, und den Kontakten, die er dort geknüpft hat, profitiert der junge Mann noch heute. So kam es unter anderem deshalb jetzt dazu, dass er die Einladung für die Testfahrten im BWM und Audi am Lausitzring erhielt.

Neben seiner Karriere als Rennfahrer konzentriert sich Henkefend derzeit vor allem auch auf sein Bachelor-Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Universität in Paderborn. Er befindet sich im fünften Semester. Nachdem er wegen seiner Saison im Porsche-Carrera-Cup praktisch das komplette Sommersemester 2019 verpasst hatte, wird es für ihn eng, das Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Insgesamt sieht er sich aber auf einem guten Weg, sagt er.

„Später als Ingenieur zu arbeiten, ist mein Plan A"

Überhaupt weiß er seine Prioritäten zu setzen. „Später als Ingenieur zu arbeiten, ist mein Plan A", sagt er. „Trotzdem möchte ich natürlich so viel Erfahrung hinter dem Lenkrad sammeln wie es nur geht." Denn das wirke sich auch positiv auf seine Berufsvorstellungen aus. „Studierte Rennfahrer haben im Bereich Entwicklung gute Jobchancen", sagt er. „Sie vereinen fahrerische Fähigkeiten und technischen Voraussetzungen."

Denn eins ist klar: Dem Rennsport will Henkefend treu bleiben, auch wenn er irgendwann einmal nicht mehr aktiv bei Rennserien an der Startlinie steht. „Das ist wie eine Sucht, von der ich nicht mehr loskomme", sagt Henkefend und lacht. Mit fünf Jahren saß er zum ersten Mal im Kart, wechselte 2017 in den Automobilsport. Sein bisheriger Karrierehöhepunkt war natürlich die Teilnahme am Porsche-Carrera-Cup. Vielleicht kommt im Sommer eine neue Erfahrung hinzu.

Links zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.