LokalsportWarum bekannte Sportler der Region diesem Duo so manches Geheimnis verraten

Jens Horstmann und Carlo Kosok haben seit Januar einen eigenen Podcast. In diesem unterhält sich das Duo mit bekannten Lokalsportgrößen aus der Region. Die Geschichten, die dabei ans Licht kommen, überraschen die beiden manchmal selbst.

Dennis Bleck

Carlo Kosok (links) und Jens Horstmann haben einen eigenen Podcast. In diesem geht’s um den Amateurfußball in der Region. - © Jens Horstmann
Carlo Kosok (links) und Jens Horstmann haben einen eigenen Podcast. In diesem geht’s um den Amateurfußball in der Region. © Jens Horstmann

Häger/Bielefeld. Wenn es um das Thema Podcast geht, kommt Jens Horstmann ins Erzählen. Der Hägeraner Fußballer ist ein großer Fan dieses Trend-Formats. Und das nicht erst seit Kurzem. „Sondern seit fast zehn Jahren", sagt er. Als leidenschaftlicher Basketball-Fan hat Horstmann zu Beginn vor allem NBA-Podcasts aus den USA gehört. Das macht er immer noch. Gerne sogar. Mittlerweile sind aber auch neue Formate hinzugekommen.

Oft bis zu zehn Stunden in der Woche gibt es für den 36-Jährigen etwas auf die Ohren. Beim Laufen, auf dem Weg zur Arbeit oder einfach zur Entspannung: Horstmann liebt Podcasts, in denen Gäste Hintergrundgeschichten liefern. Anekdoten, von denen bislang kaum jemand etwas weiß. Den Trash-Talk aus der Kabine etwa. Oder Dinge, die man jetzt endlich offen ansprechen kann, weil sie Jahre zurückliegen.

Da nicht nur prominente Sportler oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens diese Geschichten erzählen können, sondern auch jeder Kreisliga-Kicker zum Beispiel viel erlebt hat, entwickelte sich bei Horstmann nach und nach die Idee, einen eigenen Podcast zu machen. Seit Mitte Januar plaudern bei „Halbhoch in die Mitte" deshalb nun Amateure der Region aus dem Nähkästchen.

Trainer berichtete, wie er vor dem Krieg geflohen ist

Gemeinsam mit dem 30 Jahre alten Carlo Kosok führt Horstmann durch die Sendungen. In einer ersten Folge war Altkreis-Handballer Johnny Dähne zu Gast, um über Dähnes Herzenclub, den FC Schalke 04, zu quatschen. In der bislang letzten Ausgabe plauderte das Duo mit Trainer-Legende Andreas Brandwein. Weitere Gäste waren der Ex-Steinhagener Sebastian Herrmann, Häger-Urgestein Frederic Kollmeier und Adis Hasic.

Vor allem Letztgenannter hat sowohl bei „Hoshi", wie Horstmann überall nur genannt wird, als auch bei Kosok bleibenden Eindruck hinterlassen. Emotional berichtete der Bosnier, wie er und seine Familie damals vor dem Krieg geflohen sind, und wie er und sein Bruder Alis letztlich in Bielefeld landeten und dort sesshaft wurden. „Das hat mich schon überrascht, wie offen er über dieses schwierige Thema gesprochen hat", sagt Horstmann. Kosok findet, „dass genau das die interessanten Geschichten sind". Deshalb habe er oft auch viel Spaß an Sendungen mit Gästen, die nicht überall bekannt sind.

Horstmann träumt von Philipp Köster als Talkgast

Wenn sich Kosok einen seiner nächsten Talkgäste aussuchen könnte, wäre Ansgar Brinkmann der Kandidat seiner Wahl. Horstmann träumt von Philipp Köster, dem Chefredakteur des Fußballmagazins 11 Freunde. Unabhängig davon haben die beiden den Anspruch, „dass die Leute unseren Podcast gerne anhören – egal, mit welchem Gast wir quatschen".

Während Horstmann, der als freier Journalist arbeitet, in erster Linie für die Recherche, also die Gesprächsvorbereitung, zuständig ist, kümmert sich Kosok um das Drumherum. Der 30-Jährige, hauptberuflich Projektmanager bei einer Bielefelder Firma, verwaltet zum Beispiel den Instagram-Account oder übernimmt nach der Aufnahme das Schneiden. „Wobei wir versuchen, das möglichst gering zu halten", sagt er. Zuletzt habe es sogar eine Essenspause gegeben, bei der der Mitschnitt einfach weiterlief.

Mit „Halbhoch in die Mitte" soll kein Geld verdient werden

Mit „Halbhoch in die Mitte" soll kein Geld verdient werden, sagt Horstmann. Ihm gehe es ausschließlich um den Spaß. Außerdem habe er wegen der Corona-Pandemie gerade sehr viel Zeit. „Fußball ist virusbedingt aktuell ja nicht möglich", sagt er. Neben seinen Aktivitäten als Spieler ist Horstmann gleichzeitig Trainer beim Landesligisten TuS Dornberg.

Wie es mit dem Podcast weitergeht, wenn das öffentliche Leben wieder hochgefahren wird und plötzlich wieder viel weniger Zeit vorhanden ist, kann Horstmann derzeit noch nicht abschätzen. „Einmal im Monat eine Sendung aufzunehmen ist unser grobes Ziel", sagt er: „Wir wollen uns aber keinen Druck machen. Es ist und bleibt ein Hobby." Eines, über das Horstmann allerdings sehr gerne erzählt.

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