LokalsportEntscheidung gefallen: So geht es mit dem westfälischen Fußball weiter

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat am Montag zu einer digitalen Pressekonferenz eingeladen. In dieser verkündeten die Funktionäre was längst nicht mehr abzuwenden war.

Dennis Bleck

Die Saison im westfälischen Fußball wird annulliert. Das steht seit Montagmittag fest. - © Noah Wedel
Die Saison im westfälischen Fußball wird annulliert. Das steht seit Montagmittag fest. © Noah Wedel

Altkreis Halle. Schon beim vergangenen virtuellen Pressetermin vor drei Wochen war es vermutet worden, jetzt ist es nach dem nächsten Online-Gespräch offiziell: Als einer der letzten Verbände in Deutschland wird der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) die Saison 2020/21 in allen Ligen annullieren. Das verkündeten die Verantwortlichen am Montagmittag. Zuvor hatten am vergangenen Samstag die 29 Vorsitzenden aller Fußballkreise der Annullierung in einer Online-Konferenz zugestimmt und ein einheitliches Vorgehen auch auf Kreisebene zugesichert.

Keine Auf- und Absteiger

Durch die jetzt getroffene Entscheidung wird es in allen Ligen des FLVW keine Auf- und Absteiger geben. Eine solche Wertung hätte nur vorgenommen werden können, wenn einzelne Ligen bis zum 30. Juni mindestens fünfzig Prozent der absolvierenden Spiele durchgeführt hätten. Inzwischen aber sprechen bei steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie alle Zeit- und Rechenspiele dagegen, dass dies bis zum Stichtag noch gelingen kann – sogar in Ligen, in denen nur wenige Spiele zum Erreichen der Quote noch offen sind.

In der neuen Spielzeit, die laut Verband Mitte August beginnen soll, werden demnach alle Ligen-Zusammensetzungen aus der nun annullierten Spielzeit bestehen bleiben. Bezirksligist Spvg. Versmold oder Landesligist Spvg. Steinhagen, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung in ihren Spielklassen auf Abstiegsplätzen standen, dürfen dementsprechend im kommenden Sommer erneut in ihren Ligen starten. Pech hat unter anderem die SG Oesterweg, die in der Kreisliga A Tabellenführer war.

Präsident ist „erleichtert"

Gundolf Walaschewski, Präsident im FLVW, sagte schon in seinem Eröffnungsstatement, dass er „erleichtert ist, die Entscheidung nun mitteilen zu können". Das lange Hin und Her habe auch an seinen Nerven gezerrt. „Wir mussten mit einer offiziellen Verkündung allerdings so lange warten, um Rechtssicherheit zu haben", sagte er. Jetzt endlich sei man coronabedingt an einen Punkt gekommen, an dem nicht genügend Zeit bliebe, mindestens die Hälfte der Saison zu einem sportlichen Ende zu führen. Zudem habe es auch aus den Vereinen zuletzt immer mehr Signale gegeben, die Spielzeit zu annullieren.

Beschluss unumgänglich

Manfred Schnieders, im FLVW verantwortlich für den Amateurfußball, ergänzte; „Angesichts der bundesweiten Notbremsen-Regelung sowie weiter stark steigenden Infektions- und Inzidenzzahlen ist ein realistischer Zeitpunkt für die flächendeckende Wiederaufnahme des Spielbetriebes nicht absehbar." Derzeit ginge man beim FLVW davon aus, dass frühestens Mitte Juni die Corona-Lage soweit unter Kontrolle sei, dass überhaupt wieder an Amateurfußball gedacht werden können. Viel zu spät, „um die für eine Wertung erforderliche Anzahl an Partien noch zu erreichen".

Weitere Entscheidungen

Auch im Jugendfußball ist eine Saisonfortführung nach einer intensiven Einzelbetrachtung der Staffeln im Hinblick auf die Pandemie-Lage ausgeschlossen. „Wir hoffen zunächst auf einen einheitlichen Rahmen, der unseren Kindern und Jugendlichen zu Bewegung an der frischen Luft verhilft und einen geordneten Trainingsbetrieb ermöglicht", sagte Holger Bellinghoff, Vizepräsident Jugend.

Wie es mit dem Westfalenpokal der Männer und Frauen weitergehen soll, ist indes noch offen. Dazu soll es in den nächsten Tagen Gespräche mit den Mannschaften geben, die noch im Wettbewerb sind. Der Kreispokal-Wettbewerb ist beendet.

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