LokalsportKuriose Anekdoten von Kult-Trainer Neururer überraschen Haller Podcaster

Seit einem halben Jahr hat der Haller Fußballer Dennis Heymann einen eigenen Podcast. Der wird immer erfolgreicher. Auch, weil prominente Gäste die Diskussion anheizen.

Dennis Bleck

Der Haller Fußballer Dennis Heymann (links) macht gemeinsam mit Arndt-Philipp Ohms einen Podcast. Für diesen haben sie jetzt ein Gespräch mit Kult-Trainer Peter Neururer geführt. Weil alle sich vorher auf Corona getestet haben, tragen sie keine Masken. - © Copyright Dennis Heymann
Der Haller Fußballer Dennis Heymann (links) macht gemeinsam mit Arndt-Philipp Ohms einen Podcast. Für diesen haben sie jetzt ein Gespräch mit Kult-Trainer Peter Neururer geführt. Weil alle sich vorher auf Corona getestet haben, tragen sie keine Masken. © Copyright Dennis Heymann

Halle. Peter Neururer ist immer dann im Gespräch, wenn irgendwo in der Fußballwelt ein Trainerposten frei wird. Schnell geistern scherzhafte Fotos des 65-Jährigen durch die sozialen Netzwerke auf denen er aus seinem Porsche steigt. Zuletzt war das Anfang März der Fall. Damals hatte Neururer sein Fahrzeug vor der DFB-Zentrale in Frankfurt geparkt, nachdem Bundestrainer Joachim Löw seinen Rücktritt nach der EM bekanntgegeben hatte. Zuvor brachte die Facebook-Gemeinde ihn auch mit Arminia Bielefeld und Schalke 04 in Verbindung.

„Peter Neururer ist einfach ein Kult-Trainer", meint Dennis Heymann. Das sagt der Fußballer des SC Halle nicht einfach so – er hat Neururer getroffen und weiß genau, wovon er spricht: Seit etwa einem halben Jahr betreiben der 30-Jährige und sein Kumpel Arndt-Philipp Ohms den Podcast „Die Zukunft des Fußballs". Mehr als 20 Sendungen sind bisher erschienen. Die jüngste Folge ist in zwei Teile geteilt. Der Erste wurde am vergangenen Donnerstag veröffentlicht, der Zweite folgt heute. „Das ging gar nicht anders", sagt Heymann und zuckt mit den Schultern: „Unser Gast Peter Neururer hat einfach zu viel interessantes erzählt."

„Peter Neururer ist einfach eine Anekdoten-Maschine"

Schon einmal hatten er und Ohms den Kontakt zum ehemaligen Bundesligacoach gesucht. Im November war das. Damals reagierte Neururer nicht auf das Anschreiben des Duos. Als Heymann und Ohms vor wenigen Wochen dann die selbe Mail einfach ein weiteres Mal an Neururer schickten, erhielten sie prompt eine Antwort und die Einladung nach Gelsenkirchen. Dort arbeitet Neururer derzeit bei einem Personaldienstleister in einem Bürokomplex mit Blick auf die Veltins-Arena. Nachdem ein Corona-Test der beiden negativ gewesen war, machten sie sich auf ins Ruhrgebiet.

Dort angekommen empfängt Neururer Heymann und Ohms noch im Golf-Outfit. „Er ist ein total lockerer Typ", sagt Heymann. „Bodenständig und geerdet", ergänzt er und fügt mit einem Lachen an: „Eine Anekdoten-Maschine". Schon beim Aufbau des Equipments erheitert Neururer die beiden Podcaster mit Geschichten aus seiner bewegten Vergangenheit. Das ändert sich auch nicht, als die offizielle Aufnahme startet.

Neururer spricht darüber, die WM in Katar zu boykottieren

In insgesamt fast zwei Stunden Sendezeit quatschen Heymann, Ohms und der kultige Neururer über sogenannte Laptop-Trainer, die falsche Neun und das Fußballgeschäft im Allgemeinen. Neururer erzählt, wie er einmal fast den Ukrainer Andriy Shevchenko für 150.000 Mark verpflichtet hätte und warum er Christian Streich für einen Top-Trainer hält. Seine Antworten sind präzise und direkt. Er wettert über die Weltmeisterschaft in Katar. „Es ist der Zeitpunkt gekommen, einen Boykott auszusprechen", betont er unmissverständlich.

Den Rauswurf von Uwe Neuhaus bei Arminia Bielefeld kann er bis heute nicht verstehen. Ob er sich einen Job auf Schalke vorstellen könnte? „Ich würde mithelfen. Keine Frage", sagt er. Eine Tätigkeit, die für Neururer hingegen nicht infrage kommt, ist die des Bundestrainers. „Das würde ich nicht machen. Ich wurde aber auch noch nie gefragt", sagt er.

Heymann ist mit der Entwicklung des Podcasts sehr zufrieden

An das Gespräch und das Treffen mit Peter Neururer erinnert sich Dennis Heymann auch Tage später noch freudig zurück. „Man hört ihm einfach gerne zu", sagt der Altkreis-Fußballer. Dass sich Neururer insgesamt fast drei Stunden Zeit genommen hat, rechnet Heymann ihm zudem hoch an. „Das ist nicht selbstverständlich", sagt er. Zwar habe während des Termins gleich mehrmals das Handy des Porsche- und Harleyfahrers geklingelt, drangegangen sei er aber nie. Und das, obwohl die Telefonnummern von bekannten Fußballpersönlichkeiten auf dem Display geleuchtet hätten.

Mit der Entwicklung des Podcasts ist Heymann insgesamt zufrieden. Über das halbe Jahr habe sich bereits eine Stammhörerschaft entwickelt. Neben Neururer waren außerdem unter anderem schon Sportjournalist Harro Füllgrabe oder Ex-Profi Uwe Wolf in Sendungen zu Gast. „Mich hat wirklich überrascht, wie viele prominente Gäste Lust haben, eine Folge mit uns aufzunehmen", sagt Heymann. Die Ideen gehen ihm auch in Zukunft nicht aus, versichert er. Die nächsten Folgen sind bereits in der Mache, die nächste prominente Unterstützung steht in den Startlöchern.

Info

"Die Zukunft des Fußballs"


Dennis Heymann und Arndt-Philipp Ohms haben in Salzgitter gemeinsam Sportmanagement studiert. Als beide ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche hatten, trennten sich ihre Wege zunächst. Der Kontakt blieb aber flüchtig bestehen. Im vergangenen Spätsommer kam Ohms dann die Idee, einen Podcast ins Leben zu rufen. Heymann stimmte nach kurzer Bedenkzeit zu.

In „Die Zukunft des Fußballs" geht es in erster Linie um Themen mit Zündstoff: Das Duo hat in mittlerweile mehr als 20 Folgen bereits über Gehaltsobergrenzen, die Nettospielzeit und diverse Reformen diskutiert. Oft bereichert ein Experte die Debatte.

Die neue Folge erscheint immer donnerstags. Zu hören ist sie überall dort, wo es Podcasts gibt. (dbl)
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