LokalsportNeues Format: Sportfreunde Loxten starten "Frösche-TV"

Der Handball-Oberligist geht mit Video-Interviews in der Sponsoren- und Fanbindung innovative Wege. Ein anderes Projekt muss dagegen noch warten.

Christian Helmig

Seit Mitte Februar ist „Frösche-TV" online. Mittelmann Simon Schulz steht Moderator Sören Voss zum Auftakt Rede und Antwort. - © Christian Helmig
Seit Mitte Februar ist „Frösche-TV" online. Mittelmann Simon Schulz steht Moderator Sören Voss zum Auftakt Rede und Antwort. © Christian Helmig

Loxten. Nach rechts? Oder doch lieber linksherum? Simon Schulz wirkt etwas unschlüssig, als er auf dem schwarzem Drehstuhl Platz genommen hat. Seine Beine wippen. Ein kurzes Reiben mit dem Finger an der Nase verrät sein Lampenfieber. Verständlich: So abgebrüht wie der Mittelmann des Oberligisten SF Loxten auf dem Handballfeld die Fäden zieht und Siebenmeter verwandelt, so ungewohnt ist es für den 24-Jährigen, mit dem Mikrofon in der Hand vor der Kamera Rede und Antwort zu stehen. Sein Gegenüber Sören Voss weiß das und startet „zum Warmwerden" mit einer einfachen Frage: „Berge oder Meer?" Simon Schulz entscheidet sich für Berge – und seine Gesichtszüge entspannen sich.

Es sind die ersten Sekunden von „Frösche-TV", einem neuen Videoformat, mit dem die Sportfreunde Loxten Mitte Februar an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Corona-Pause ist aus Sicht von Andy Evers der ideale Zeitpunkt für diese Premiere. „Gerade jetzt, wo wir seit Monaten keine Möglichkeit haben uns unseren Mitgliedern, Fans und Sponsoren in der Halle zu präsentieren, können wir auf diese Weise mit ihnen in Kontakt bleiben", sagt der Vereinsvorsitzende.

Jan Patzelt bei Frösche-TVSF Loxten - © Christian Helmig
Jan Patzelt bei Frösche-TVSF Loxten (© Christian Helmig)

Bis zu 3.000 Menschen haben die Videos bereits gesehen

Nach dem Vorbild vieler Proficlubs war die Idee zu „Frösche-TV" bei den Sportfreunden Anfang Januar entstanden. Die Umsetzung erfolgte unkompliziert: Als Drehort der Interviews dienen dem Verein jeweils die Geschäftsräume seiner wichtigsten Sponsoren. In Sören Voss war ein Moderator schnell gefunden. Als freier Journalist ist er seit Jahren ein intimer Kenner der Mannschaft und kommentierte Anfang Oktober bereits den ersten Livestream eines Loxtener Heimspiels. Gegner war damals TuS Ferndorf II. Das nötige technische Equipment schaffte sich der Verein selbst an – und schon konnte es losgehen.

Der zeitliche Aufwand der Eigenproduktion ist überschaubar. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert es laut Andy Evers, bis eine Folge im Kasten ist. Nach der rund zwölfminütigen Premiere mit Simon Schulz ist mittlerweile ein zweites Video online. Mehr als 20 Minuten plaudert Teamkapitän Jan Patzelt aus dem Nähkästchen, gibt Einblicke in Privates und das Innenleben der Mannschaft. Auch Teil drei ist schon fertig. Gast ist Philipp Harnacke. Der Rükraumshooter dürfte dabei auch Auskunft zu seinen Comebackplänen nach seiner schweren Knieverletzung geben.

„Natürlich gibt es auch ein paar Spieler, die nicht so gerne vor die Kamera möchten", verrät Andy Evers. Vielleicht ändert sich das bald. Der SFL-Chef betont, „dass wir bei den Videos Wert auf Qualität legen und weiter am Feinschliff feilen werden". Die Reaktionen auf die ersten beiden Folgen seien durchweg positiv bis „begeistert" gewesen. Auch die Zugriffszahlen haben die Erwartungen des Vereins übertroffen: Auf Facebook und Instagram wurden die beiden Videos laut Evers jeweils rund 1.500 Mal aufgerufen. Insgesamt haben sie schätzungsweise damit bis zu 3.000 Menschen gesehen.

Auch die Homepage wurde überarbeitet

„Frösche-TV" ist nicht das einzige Projekt, mit dem der Vizemeister der vergangenen Oberliga-Saison seine Professionalisierung aktuell vorantreibt. „Wir nutzen die spielfreie Zeit, um uns außerhalb des Spielfelds besser aufzustellen", sagt Evers. Glück im Unglück: Da Chefcoach Michael Boy wegen des sportlichen Lockdowns derzeit nicht mit der Trainingsplanung beschäftigt ist, kann sich der einzige hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins voll auf seine Aufgaben in der Vermarktung konzentrieren. So strahlt seit kurzem die Homepage der Sportfreunde in neuem Glanz. Neben Informationen rund um die Mannschaften und den Verein sollen dort demnächst Sponsorenporträts, ein Fanshop und eine Online-Version des Vereinsmagazins zu finden sein. Aufwand, der sich auszahlt. Wie Evers unlängst berichtete, hat der Verein trotz Coronakrise sogar einige Geldgeber hinzugewonnen und sei „wirtschaftlich besser aufgestellt als vor einem Jahr".

Doch Evers betont auch: „Alles auf einmal geht trotzdem nicht." Die im Sommer geäußerten Gedankenspiele, demnächst eine eigene Geschäftsstelle zu eröffnen, hat der Verein nach Auskunft des Vorsitzenden erstmal ad acta gelegt. „Das wäre ein echter Kostenfaktor, und damit wollen wir in diesen Zeiten erst einmal zurückhalten."

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