LokalsportDSC trennt sich von Uwe Neuhaus: „Ich bin erschrocken und sehr überrascht“

Am Montag hat sich Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld von Trainer Uwe Neuhaus getrennt. Die Entscheidung kommt für viele überraschend und wird auch im Altkreis unter Sportlern hitzig diskutiert.

Dennis Bleck, Christian Helmig

Uwe Neuhaus muss gehen. Dass seine erste Saison als Cheftrainer in der Bundesliga mit einer Entlassung endet, bedauern auch viele Fans im Altkreis. - © Jens Dünhölter
Uwe Neuhaus muss gehen. Dass seine erste Saison als Cheftrainer in der Bundesliga mit einer Entlassung endet, bedauern auch viele Fans im Altkreis. © Jens Dünhölter

Altkreis Halle. Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld hat sich am Montag von Trainer Uwe Neuhaus getrennt. Viele Fans des Aufsteigers zeigen sich von diesem Schritt enttäuscht. Vor allem in den sozialen Netzwerken machen sie ihrem Ärger Luft. Nur wenige äußern Verständnis. Auch heimische Sportler und Funktionäre diskutieren das Für und Wider dieser Entscheidung, die für viele sehr überraschend kommt.

Max Backhaus, Fußballer bei der SG Oesterweg: „Ich finde die Entscheidung schwierig. Uwe Neuhaus hat sich mit dem unerwarteten Aufstieg in der vergangenen Saison in Bielefeld ein Denkmal geschaffen. Außerdem sind noch alle sportlichen Ziele in greifbarer Nähe. Als Fan hat man aber natürlich keinen Einblick, was hinter den Kulissen passiert. Samir Arabi hat in den vergangenen Jahren in Bielefeld gute Arbeit geleistet und mit seinen Entscheidungen bei mir für viel Vertrauen gesorgt. Vielleicht ist der Trainerwechsel jetzt ein wichtiger Impuls. Ich hoffe, dass der neue Mann einen Umbruch einleitet.“

"Damit hat sich Arminia keinen Gefallen getan"

Jennifer Damkröger, Trainer beim Frauenfußball-Landesligisten BV Werther: „Anhand der Ergebnisse und den Ansprüchen, mit denen ein Aufsteiger in die Saison geht, ist der Rausschmiss unverständlich. Selbst wenn es im Hintergrund Dissonanzen zwischen dem Trainerteam und der Sportlichen Leitung gegeben hat, finde ich den Zeitpunkt der Trennung unglücklich. Sportlich ist Arminia doch eigentlich im Soll. Ich bin Vereinsmitglied beim SC Freiburg. Die hatten in den vergangenen 30 Jahren vier Cheftrainer im Amt. Ich denke, dass man auf lange Sicht mit solch einer Konstanz einfach besser fährt.“

Dennis Heymann, Fußballer beim SC Halle und Podcaster: „Ich glaube, dass sich Arminia mit dieser Entscheidung keinen Gefallen getan hat. Ich war und bin immer noch von Uwe Neuhaus überzeugt. Bei seinen vorigen Stationen hat er gezeigt, dass er über Jahre etwas aufbauen kann. Klar hat Arminia aus den vergangenen fünf Spielen nur einen Punkt geholt. Aber bis auf Köln waren das alles Gegner aus der oberen Tabellenhälfte. Als Tabellensechzehnter liegt der DSC in Schlagdistanz zur Konkurrenz. Ich kann die Entlassung zum jetzigen Zeitpunkt nicht verstehen.“

"Ich hätte gedacht, dass Arminia schlauer und souveräner agiert"

Markus Kleine-Tebbe, Fußballtrainer beim Westfalenligisten SC Peckeloh: „Mich hat die Nachricht echt erschrocken und sehr überrascht. Natürlich bin ich nicht so nah dran an Verein und Mannschaft wie die Entscheidungsträger. Persönlich sehe ich allerdings keinen Handlungsbedarf. Der Trainer hat der Mannschaft wieder eine Struktur gegeben und überragend zur Meisterschaft in der Zweiten Liga geführt. Als Aufsteiger sind sie tabellarisch im Soll. Sie haben das geringste Budget der Liga. Ich hätte gedacht, dass Arminia schlauer, souveräner und geduldiger agiert.“

Tobias Kreutzer, spielender Co-Trainer beim BV Werther: „Vom Gefühl her hätte ich es lieber gehabt, wenn Arminia den Vertrag mit Uwe Neuhaus bis 2022 erfüllt hätte und notfalls auch mit ihm in die 2. Liga gegangen wäre. Andererseits kann ich es auch verstehen, wenn der Verein sich nicht vorwerfen lassen möchte, für die realistische Chance auf den Klassenerhalt nicht alles versucht zu haben. Was ich von Arminia seit Jahren allerdings nicht gewohnt bin ist, dass die Information so frühzeitig in die Medien gelangt ist."

"Für Uwe Neuhaus tut es mir sehr leid"

Stephan Schley, Altligakicker des TSV Amshausen und Dauerkartenbesitzer: „Ich gebe zu, dass ich mit dieser Entscheidung nicht gerechnet habe. Für Uwe Neuhaus tut es mir sehr leid. Ich hätte ihm nach seinem ersten Bundesliga-Aufstieg wenigstens ein paar Spiele mit Zuschauern gewünscht. Ich verstehe aber auch den Verein, dass er diesen Schritt jetzt macht. Die nächsten beiden Spiele sind sehr wichtig und wenn die mit Neuhaus verloren gegangen wären, wäre es vielleicht zu spät gewesen, um noch mal einen neuen Reiz zu setzen.“

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