Karriere in Dubai: Versmolder Miguel Alvarez tritt in Maradonas Fußstapfen

Der Weltenbummler in Sachen Fußball hat als Co-Trainer beim Club Al-Fujairah SC angeheuert. In Dubai will er es besser machen als sein großes Vorbild.

Christian Helmig

Miguel Alvarez (rechts) arbeitet bei Al-Fujairah SC ab sofort als Co-Trainer von Chefcoach Nacif Beyaoui. Foto: Alvarez - © Alvarez
Miguel Alvarez (rechts) arbeitet bei Al-Fujairah SC ab sofort als Co-Trainer von Chefcoach Nacif Beyaoui. Foto: Alvarez (© Alvarez)

Versmold. Als der kleine Wuschelkopf einst mit dem Ball am linken Fuß über den Sportplatz in Loxten dribbelte, gaben ihm seine Mitspieler einen Spitznamen: Maradona. „Ich war klein und flink, wie Diego", erinnert sich Miguel Alvarez. Als er später einen Hund bekam, war es keine Frage, wie er ihn rufen wollte: Maradona. Der argentinische Weltfußballer, der im November im Alter von 60 Jahren gestorben ist, hat Miguel Alvarez sein Leben lang begleitet.

Es gleicht der Erfüllung eines Traumes, dass der 37-Jährige nun buchstäblich in die Fußstapfen des Mannes tritt, „der immer ein Vorbild für mich war". Anfang der Woche unterzeichnete Miguel Alvarez in Dubai einen Vertrag als Co-Trainer bei Al-Fujairah SC – dem Verein, der im Mai 2017 eben jenen Diego Maradona als neuen Chefcoach vorgestellt hatte. „Im ganzen Stadion hängen Fotos von ihm. Man merkt heute noch, wie stolz der Club ist, dass sie ihn damals geholt haben", erzählt Alvarez.

Schon die achte Station im Mittleren Osten

Doch bei allem Glanz – mit dem erhofften sportlichem Erfolg war die Verpflichtung des Weltmeisters von 1986 nicht verbunden. Elf Monate nach seinem Debüt beim damaligen Zweitligisten trat Diego Maradona zurück, weil er seine Zielvorgabe, den Aufstieg in die Arabian Gulf League, verpasst hatte.

Dort ist Al-Fujairah SC mittlerweile angekommen. Die aktuelle Saison lief bisher aber nicht nach Wunsch. Mit einem 4:2-Heimsieg über Al-Dhaffra SSC verließen die „Werwölfe" am Sonntag die Abstiegsplätze, den Kopf von Chefcoach Goran Tufegdzic konnte das aber nicht mehr retten. Nachfolger Nacif Beyaoui, ein Tunesier, war zu diesem Zeitpunkt bereits im Emirat angereist – und mit ihm sein vertrauter Co-Trainer Miguel Alvarez.

Für den Versmolder, der früher unter anderem für die Sportvereinigung und den SV Häger kickte, ist Al-Fujairah SC die achte Station im Mittleren Osten. Auch in den USA, auf den Malediven und in Ägypten hat er schon als Coach und Taktik-Analyst gearbeitet. Doch „Saudi-Arabien und Dubai sind meine fußballerische Heimat" sagt er.

„Wenn wir in der Liga bleiben, gehen für mich wieder ein paar Türen mehr auf"

Über seinen Berater waren dem Weltenbummler in den vergangenen Wochen unter anderem Angebote aus Tunesien und Indonesien auf den Tisch geflattert. Fast wäre er beim saudischen Topclub Al-Ain FC im Trainerstab von Ex-Bundesligacoach Michael Skibbe gelandet. Bei Al-Fujairah SC überzeugte ihn aber das Gesamtpaket. „In Dubai lässt es sich gut leben. Meine Familie kann mich hier besuchen, und die Vereine gehen genauso respektvoll mit den Verträgen um, wie ich es aus Europa kenne", sagt der Familienvater, der mit seiner Frau und den zwei Töchtern mittlerweile im spanischen Städtchen Verin lebt.

Drei Mal hat Miguel Alvarez mit seinen bisherigen Vereinen die Qualifikation für die asiatische Champions League geschafft. In Saudi-Arabien war er Meister und Pokalsieger. Nun steht erstmal Abstiegskampf auf dem Programm. „Das ist eine große Herausforderung. Als Co-Trainer trage ich viel Verantwortung, und es ist nie leicht, mitten in der Saison irgendwo anzufangen. ", sagt er. Andererseits habe die Mannschaft um ihren schwedischen Stürmerstar Samuel Armenteros (Marktwert: eine Million Euro) genügend individuelle Qualität, um das Ruder in den verbleibenden zehn Partien noch herumzureißen.

Der Klassenerhalt wäre bedeutend für den Club, aber auch für die berufliche Zukunft von Miguel Alvarez. „Wenn wir in der Liga bleiben, gehen für mich wieder ein paar Türen mehr auf", sagt er. Und nicht zuletzt hätte er bei Al-Fujairah SC mehr Erfolg gehabt als der große Diego Maradona. Wer kann das schon von sich behaupten?

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