LokalsportTorwarttrainer vom SV Häger arbeitet hauptberuflich für den 1. FC Köln

Birger Brinkmann führt ein Leben zwischen Geißbockheim und Oberwelland-Park. Dass er in Zeiten ohne Lockdown und Sportverbot jeden Freitag in Häger ist, ist einer Freundschaft geschuldet.

Sven Hauhart

Birger Brinkmann (rechts) im Gespräch mit Bent Slotta. Dem jungen Keeper des Hägeraner A-Ligateams attestiert der Trainer eine starke Entwicklung. - © Sven Hauhart
Birger Brinkmann (rechts) im Gespräch mit Bent Slotta. Dem jungen Keeper des Hägeraner A-Ligateams attestiert der Trainer eine starke Entwicklung. © Sven Hauhart

Häger. Beim „kleinen HSV" bringt der Bielefelder einmal wöchentlich die Torhüter des „kleinen HSV" in Form. Dies ist an sich nichts Ungewöhnliches, schließlich ist Birger Brinkmann im Altkreis und Umgebung kein Unbekannter. Über viele Jahre betrieb er die OWL-Torwartschule und war so bei zahlreichen Vereinen in der Umgebung regelmäßig aktiv. Seit 2017 bietet er allerdings offiziell kein Torwarttraining mehr an. Denn seit diesem Jahr ist er hauptberuflich bei der Fußballschule des 1. FC Köln angestellt.

"Ein ganz normaler Amateurtorwart"

„Ich war auf keinen Fall ein zweiter Oliver Kahn, sondern vielmehr ein ganz normaler Amateur-Torwart, der in der Kreisliga A und Bezirksliga gespielt hat", antwortet Brinkmann auf die Frage, was einen für die Arbeit bei einem Profiverein qualifiziert. Nach seiner aktiven Zeit, in der er unter seinem Geburtsnamen Walkenhorst in den unteren Gefilden unterwegs war, fing er dann als Freiberufler an, die OWL-Torwartschule aufzubauen. „Dafür habe ich Trainerlizenzen, wie die DFB-Torwarttrainerausbildung, gemacht und mir so mit der Zeit einen gewissen Ruf erarbeitet."

Dieser hallte irgendwann über Bielefeld und Umgebung hinaus. Engagements bei Hannover 96 oder beim VfL Bochum folgten. Schließlich kam die Anfrage des 1. FC Köln. Die Heinz-Flohe-Fußballschule ist eine Abteilung des Bundesligisten, die mehrtägige Trainingscamps für Kinder und Jugendliche anbietet – entweder direkt am Standort in Köln oder deutschlandweit mit sogenannten mobilen Camps. Brinkmann ist dort als Trainer und Markenbotschafter angestellt. „In dieser Funktion bin ich wie ein Außendienstler in ganz Deutschland unterwegs und bewerbe unsere Angebote. Bei den Veranstaltungen selbst bin ich dann als Camp-Leiter und Trainer vor Ort", erklärt Brinkmann.

Bent Slotta bei einer Trainingsübung - © Sven Hauhart
Bent Slotta bei einer Trainingsübung (© Sven Hauhart)

Dass er sich einmal in der Woche in den Oberwelland-Park stellt und dort Torwarttraining macht, liegt an seiner Freundschaft zu Hägers Torwart Alexander Romnov. „Ich kenne Alex schon sehr lange", sagt Brinkmann, „außerdem bereitet mir das Training mit Torhütern nach wie vor Freude, und so mache ich das nebenbei in meiner Freizeit".

Das Training in Häger ist dabei ziemlich ganzheitlich angesetzt. „Es ist natürlich etwas anderes, ob man zweimal am Tag, mehrmals in der Woche oder, wie in Häger, einmal die Woche etwas macht. Ich versuche zwar auch Schwerpunkte zu setzen, schule aber vor allem die grundsätzlichen Dinge wie Koordination, Fangtechnik oder Sprungkraft", erklärt Birger Brinkmann.

„Torhüter wechselt man nicht wie seine Unterhose"

Von der Entwicklung des aktuellen Hägeraner Stammtorhüters Bent Slotta ist er dabei besonders angetan. „Alexander Romnov ist aufgrund seiner Erfahrung momentan noch kompletter. Dass Bent aber mittlerweile fast auf Augenhöhe mit ihm ist, hätte ich vor einem Jahr nicht für möglich gehalten", lobt Brinkmann den jungen Schlussmann, der 2019 aus der Steinhagener A-Jugend gekommen war.

Wie der der Kampf um die Nummer eins beim aktuellen Tabellenfünften der A-Liga weitergeht, sobald der Amateursport wieder erlaubt ist, scheint also offen. Unabhängig vom Ausgang plädiert Brinkmann, wie viele andere Experten auch, für Konstanz zwischen den Pfosten: „Mental ist Torwart ein harter Job. Wenn dir einer durchflutscht, und dein Team 0:1 verliert, nützen dir fünf Glanzparaden vorher gar nichts. Daher müssen Torhüter auch nach Fehlern Vertrauen spüren. Man wechselt sie nicht wie seine Unterhose."

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