Luisenturmlauf droht die Absage - Veranstalter nennt aber mögliche Alternative

Eigentlich soll das Laufevent am 7. März stattfinden. Organisatorin Sabine Lünstroth glaubt nicht, dass sich das Spektakel in gewohnter Form realisieren lässt. Sie hat einen Plan B in der Schublade.

Dennis Bleck

Der Luisenturmlauf am 1. März 2020 war das vorerst letzte sportliche Großereignis im Altkreis. Mehr als 950 Läufer gingen damals an den Start. - © Andre Schneider
Der Luisenturmlauf am 1. März 2020 war das vorerst letzte sportliche Großereignis im Altkreis. Mehr als 950 Läufer gingen damals an den Start. (© Andre Schneider)

Borgholzhausen. Rund elf Monate ist es her. Das bislang letzte große Sportereignis der Region. Der 47. Luisenturmlauf am 1. März 2020 fand statt. Und das, obwohl Corona bereits ein Thema war. Allerdings ein noch weniger relevantes als derzeit. Deshalb bereitete Mitorganisatorin Sabine Lünstroth damals nicht das Virus Sorgen. Vielmehr war es das Wetter.

Sturm und Orkan hätten beinahe zur Absage des prestigeträchtigen Laufspektakels geführt. Heute verfolgt die Geschäftsführerin des LC Solbad Ravensberg weniger den Wetterbericht. Wichtiger sind für sie die Nachrichten über die Pandemie-Entwicklung. Denn davon ist abhängig, wie es mit dem Sport und den Laufevents in nächster Zeit überhaupt weitergeht.

Lünstroth: Virtuelle Variante nur "schwacher Ersatz"

Angemeldet ist der Luisenturmlauf in diesem Jahr für den 7. März. Dass sich das Ereignis dann in gewohnter Form durchführen lässt, glaubt Lünstroth längst nicht mehr. „Das ist unrealistisch", sagt sie. Und der Blick auf die Fakten gibt ihr wohl Recht.

Noch bis zum 15. Februar herrscht in Deutschland ein strenger Lockdown. Selbst wenn die Corona-Zahlen bis dahin weiter sinken und die Politiker deshalb erste Lockerungen beschließen, scheint ein Laufevent in dieser Größenordnung ausgeschlossen. Selbst bei einer Reduzierung des Teilnehmerfeldes. Eine virtuelle Variante – wie im Sommer die „Nacht@home" – sei keine wirkliche Option und laut Lünstroth nur „ein schwacher Ersatz".

„Das Reglement passt einfach in die Corona-Zeit"

Ganz abgeschrieben hat sie den Präsenztermin am ersten Sonntag im März deshalb auch noch nicht. Noch sind es bloße Gedankenspiele, aber die Solbader Geschäftsführerin bringt eine ernsthafte Alternative zur „Luise" ins Spiel: „Vielleicht", so sagt sie, „können wir stattdessen den Berg-Einzelzeitlauf durchführen". Die 5,1 Kilometer lange Veranstaltung, die zuletzt in 2009 ausgetragen wurde, sollte ursprünglich am 21. November des vergangenen Jahres ihr Comeback feiern. Daraus wurde pandemiebedingt nichts. Schon damals beteuerten die Verantwortlichen aber, das Event alsbald unbedingt nachholen zu wollen.

Die Vorteile des Berg-Einzelzeitlaufes lägen laut Lünstroth auf der Hand. „Das Reglement passt einfach in die Corona-Zeit", sagt sie. Die Aktiven werden per Einzelstart auf die Strecke geschickt, jeweils im 30-Sekunden-Abstand. Damit entspricht das Konzept dem Credo, Massenveranstaltungen zu entzerren und große Teilnehmerpulks zu vermeiden. Schnellere Läufer, die am Anfang starten würden, kämen mit etwas schwächeren nie in Kontakt. Außerdem würden die Ausrichter vom LC Solbad die Zahl an Startern auf 150 begrenzen und die Kabinen sowie Duschen und Umkleideräume verschließen.

Pläne für Berg-Einzelzeitlauf liegen fertig in der Schublade

Wenn die neuen Corona-Regeln die Austragung zuließen, bräuchten die Veranstalter kaum Vorbereitungszeit, die Laufveranstaltung zu realisieren. „Die Pläne liegen fertig in der Schublade", sagt Lünstroth. Schon für November 2020 hatte der LC Solbad vom Gesundheitsamt die Genehmigung zur Durchführung erhalten. Ein Hygienekonzept ist ausgearbeitet, könnte im Bedarfsfall aber angepasst werden. „Wir sind auch bereit, Nachtschichten einzulegen", sagt Lünstroth.

Immerhin hat sie die Erfahrung gemacht, dass sich die Läufer nach Veranstaltungen sehnen. „Sie wollen endlich wieder irgendwo starten", sagt sie. Ob das am 7. März in Borgholzhausen der Fall ist, bleibt abzuwarten. „Es wäre aber schön. Dann hätten wir endlich eine Perspektive", sagt Lünstroth. Sie wird weiter die Nachrichten verfolgen.

Info
Lange Zeit waren die Hilferufe von Eckhard Kleine-Tebbe verhallt. Der Organisator des Brockhagener Volkslaufes suchte einen Nachfolger. Er und Ehefrau Doris, die die Ausrichtung des Straßenlaufs über Jahrzehnte hinweg übernahmen, wollten kürzertreten. Weil sich niemand für diese Aufgabe gefunden hat, drohte dem kleinen aber beliebten Laufevent das Aus.

Jetzt erklärte Sabine Lünstroth, Geschäftsführerin des LC Solbad Ravensberg, dass sie in Zukunft die Organisation der Veranstaltung übernimmt. Der Termin für die diesjährige Auflage steht außerdem auch schon fest. Es ist Samstag, der 2. Oktober. „Ich finde, dass gerade kleine Läufe erhalten bleiben müssen", nennt Lünstroth ihre Beweggründe. Auch, dass die Strecke amtlich vermessen und damit bestenlistentauglich ist sowie die gute Stimmung am Rand der Veranstaltung hätten ihr die Zusage leicht gemacht.

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