Trotz steigender Corona-Zahlen: Handballer dürfen vorerst weiterspielen

Die Funktionäre halten an ihrer bisherigen Praxis fest. Vermutlich wird es noch häufiger zu Spielausfällen kommen - das bereitet aber kein Unbehagen. Die Vereine handeln sehr verantwortungsvoll.

Dennis Bleck, Markus Voss

Nils Patzelt (am Ball) und die Sportfreunde Loxten spielen am Wochenende coronabedingt nicht. - © Andre Schneider
Nils Patzelt (am Ball) und die Sportfreunde Loxten spielen am Wochenende coronabedingt nicht. (© Andre Schneider)

Altkreis Halle. Weil sich die Corona-Zahlen dynamisch entwickeln und immer mehr Kreise und Städte laut Inzidenzwert mittlerweile zu Risikogebieten zählen, äußerte sich jetzt der Handballverband Westfalen (HVW) zu einer Fortsetzung des Spielbetriebs. Dieser soll, sofern es keine Einschränkungen oder gar Verbote durch die Politik gibt, erst einmal nicht unterbrochen werden. Das geht aus einer umfangreichen Pressemitteilung hervor, die der Verband am späten Mittwochabend veröffentlichte.

„Unter Abwägung aller Punkte hat der Handballverband Westfalen entschieden, an der bisherigen Praxis der ersten Spieltage festzuhalten", teilen die Funktionäre mit. Will heißen: Alle Spiele werden wie geplant ausgetragen. Sofern es sich dabei allerdings um Partien in einem Risikogebiet oder gegen Mannschaften, die aus einem solchen kommen, handelt, können diese verschoben werden. Außerdem können Spiele verlegt werden, sofern es innerhalb einer Mannschaft oder im engen Umfeld Corona-Fälle gibt oder der Verdacht auf eine Infektion besteht.

Viele Spielausfälle drohen - Auch SF Loxten betroffen

„Wir sind uns bewusst, dass es dadurch in nächster Zeit zu vermehrten Spielausfällen kommen wird", heißt in der Pressemitteilung des HVW. Schon an den ersten zwei Spieltagen der neuen Saison gab es in vielen Ligen Absagen. Allein in der Oberliga und in der Verbandsliga mussten am zweiten Wochenende sieben Partien ausfallen.

Und auch am dritten Spieltag stehen schon die nächsten Verlegungen fest: So trifft es am kommenden Wochenende unter anderem auch die Sportfreunde Loxten: Das Heimspiel des Oberligisten am Samstag findet wie berichtet nicht statt, weil Gegner TuRa Bergkamen zum politischen Kreis Unna gehört. Dort herrscht derzeit ein Verbot von Kontaktsportarten, das die Verwaltung ausgesprochen hat. Ein neuer Termin steht bislang noch nicht fest.

Die Flut an Nachholspielen sorgt noch nicht für Nervosität. Schon bei der Planung der Spielzeit kalkulierte der Verband mit coronabedingten Ausfällen: Kleinere Staffeln, spielfreie Wochenenden und die Verlängerung der Serie bis zum 30. Juni sollen für Spielraum sorgen. Andreas Tiemann Tiemann, Spielleiter im Verband, schloss im Gespräch mit dieser Zeitung außerdem nicht aus, dass Doppelspieltage und ungeliebte Partien unter der Woche zur Option werden können.

Kreisvorsitzender sieht verantwortungsvolle Vereine

Auch Marcel Machill sieht für den Handball aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen erst einmal keine Bedrohung. „Ich bin als Schiedsrichter an den Wochenenden viel in den Sporthallen unterwegs. Ich sehe, wie verantwortungsvoll und mit wie viel Engagement die Vereine die Hygienekonzepte umsetzen", sagt der Vorsitzende des Handballkreises Gütersloh.

Überhaupt gehen die Handballer die Situation trotz aller Unsicherheiten pragmatisch an. Sie wissen, dass ihr Sport nicht systemrelevant ist. „Es ist doch ganz einfach: Wir spielen so lange, bis wir von den Behörden oder dem Verband aufgefordert werden, den Spielbetrieb einzustellen", sagt Marcel Machill, „wir können dann von heute auf morgen reagieren. Und dabei entsteht keine Schaden, anders als beispielsweise bei einem Restaurant, das schließen muss."

Außerdem hält er nichts von Panikmache: „Die Gesundheitsämter haben den Sport ausdrücklich als nicht besonders risikobehaftet eingestuft. Deshalb gefalle ihm die Debatte auch nicht. „Die Behörden und Verbände wissen schon, was zu tun ist."

Handballverband will Geschehen von Spieltag zu Spieltag beobachten

Und falls die Saison doch abgebrochen werden muss, hat der Handballverband Westfalen seine Durchführungsbestimmungen geändert. Darin festgelegt ist unter anderem, dass bei einem Abbruch erneut die Quotientenregelung angewandt wird. „Wir werden selbstverständlich von Spieltag zu Spieltag das Geschehen beobachten und, sofern notwendig, die entsprechenden Entscheidungen treffen. Wir haben bereits im Frühjahr bei der Beendigung der vorigen Saison bewiesen, dass der Handballverband Westfalen handlungsfähig und nicht von Panik durchtrieben ist", schließt die Pressemitteilung.

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