Sportler startet mit Podcast durch: Diese Themen werden heiß diskutiert

Dennis Heymann vom SC Halle hat sein eigenes Audioformat. Gemeinsam mit Kumpel Arndt-Philipp Ohms diskutiert er immer donnerstags über die Zukunft des Profifußballs. Manchmal sogar mit prominenten Gästen.

Dennis Bleck

Einmal in der Woche nehmen Dennis Heymann und Arndt-Philipp Ohms eine Sendung auf. Die erscheint immer donnerstags. - © Pixabay
Einmal in der Woche nehmen Dennis Heymann und Arndt-Philipp Ohms eine Sendung auf. Die erscheint immer donnerstags. (© Pixabay)

Halle. Es geht um Gehaltsobergrenzen oder um die Nettospielzeit. Es geht um sportpolitische Themen. Um solche mit gesellschaftlicher Relevanz. Kurzum: um Themen, die Zündstoff liefern.

Es ist die Zukunft des Fußballs mit der sich Dennis Heymann vom SC Halle und Kumpel Arndt-Philipp Ohms seit wenigen Wochen in ihrem gleichnamigen Podcast einmal wöchentlich beschäftigen. Mal sitzen sie zu zweit am Mikro, mal haben sie einen Gast. Ein insgesamt zeitaufwendiges Projekt. Warum also macht das Duo das? Und warum sprechen ausgerechnet Hobbykicker über den Profifußball?

Heymann und Ohms studierten vor einigen Jahren gemeinsam in Salzgitter Sportmanagement. Nachdem beide den Bachelor-Abschluss in der Tasche hatten, trennten sich ihre Wege. Flüchtig aber blieb der Kontakt zwischen ihnen bestehen. Meistens anlassbezogen tauschten der Amateurfußballer und sein ehemaliger Kommilitone Nachrichten aus. Sie schrieben sich an Geburtstagen oder an Weihnachten. Als Ohms vor wenigen Wochen eine Sprachnachricht ohne erkennbaren Grund an Heymann schickte, stutzte dieser deshalb zunächst.

„Ich habe festgestellt, dass wir mit der Idee eine Nische besetzen"

„Die Nachricht fing schon damit an, ’du wunderst dich jetzt sicher, dass ich mich bei dir melde’", erinnert sich Heymann heute mit einem Lächeln zurück. Ohms hatte die Idee, einen eigenen Podcast zum Thema Profifußball zu machen. Auf der Suche nach einem Mitstreiter erinnerte er sich an Dennis Heymann. Wegen der vielen Diskussionen, die die beiden während ihrer Studienzeit führten. Schon damals tauschten sie sich viel über Fußball aus. Schon damals entstanden kontroverse Debatten. Also stimmte Heymann dem Vorhaben zu.

„Ich habe im Vorfeld recherchiert und festgestellt, dass wir mit der Idee eine Nische besetzen", sagt Heymann. Zwar gebe es bereits viele Podcasts, die sich mit dem Thema Fußball beschäftigen. Oft ginge es dabei allerdings um Taktik oder ein bestimmtes Team. „Ich habe bislang keinen anderen Podcast gefunden, der regelmäßig sportpolitische Themen behandelt", sagt der 30-Jährige.

Knappe fünf Stunden die Woche investiert Heymann in das Projekt

Etwa einen Monat arbeiteten Heymann und Ohms an dem Konzept. Ein befreundeter Musiker komponierte den Jingle. Eine Grafikerin entwarf das Logo. Schon beim ersten Überlegen fielen dem Duo mehr als 20 Themen ein, die sie in ihren Sendungen besprechen können. Die ersten drei Folgen sind mittlerweile auf dem Markt. Etwa 200 Zuhörer haben sich die schon angehört. Tendenz steigend. Die neue Folge kommt immer an einem Donnerstag.

Knappe fünf Stunden die Woche investiert Heymann, der im Hauptberuf beim Kreissportbund in Herford in Vollzeit arbeitet, in eine Aufzeichnung. Bei Arndt-Philipp Ohms ist der Zeitaufwand noch höher. Ob die beiden mit ihrem Podcast irgendwann einmal Geld verdienen können?

„Das ist im Moment noch überhaupt kein Thema", sagt Heymann. Für ihn stehe der Spaß im Vordergrund. „Einmal in der Woche über Fußball quatschen? Ich kann mir schlimmere Dinge vorstellen", sagt er und lacht. Dass das Audioformat der beiden aber durchaus Potenzial hat, erkannte in der jüngsten Folge sogar Lukas Brud.

Weitere prominente Gäste sollen das Format unterstützen

Der Bayreuther ist Chef der obersten Regelbehörde im internationalen Fußball. Der Videobeweis oder die Torlinientechnik gingen zuerst über seinen Schreibtisch. Als Gast diskutierte Brud mit Heymann und Ohms über die Nettospielzeit. Und darüber, ob diese das lästige Zeitspiel verhindern kann. Wäre der Fußball dadurch gerechter?

Die Köpfe von Dennis Heymann (rechts) und Arndt-Philipp Ohms prägen das Coverbild des Podcast. - © Privat
Die Köpfe von Dennis Heymann (rechts) und Arndt-Philipp Ohms prägen das Coverbild des Podcast. (© Privat)

Auch in Zukunft wollen die Podcaster prominente Gäste in ihre Sendung einladen. Eine Anfrage beim Zeit-Journalisten Oliver Fritsch läuft. Eine Zusammenarbeit mit Bundesliga-Schiedsrichter Frank Willenborg ist angedacht.

Das ehrliche Feedback von Freunden war bislang überwiegend positiv. Heymann erklärt: „Wir nehmen eine andere Perspektive ein, als professionelle Sportler es machen. Die muss ja aber nicht schlechter sein." Die „fundierte Fan-Sicht" (Heymann) komme beim Publikum bislang an. Diesem ist offenbar egal, dass „nur" ein Amateurkicker über Profifußball spricht.

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