Handballer mit Basketbällen: Warum die "Frösche" mit Rollstühlen trainieren

Handball-Oberligist testet bei der Reserve des ASV Hamm-Westfalen. Zur Vorbereitung auf die Partie wagen sich die „Frösche“ auf unbekanntes Terrain.

Christian Helmig

Loxtens Kim Harting hatte beim Rollstuhlbasketball alle Hände voll zu tun. - © SF Loxten
Loxtens Kim Harting hatte beim Rollstuhlbasketball alle Hände voll zu tun. (© SF Loxten)

Loxten. Es hätte das große Finale um den Aufstieg aus der Handball-Oberliga werden soll. Doch dann verhinderte Corona in der vergangenen Saison das Rückspiel zwischen Spitzenreiter ASV Hamm II und Verfolger SF Loxten. Nun haben sich beide Teams am heutigen Samstag in Hamm wiedergesehen. Diesmal ging es allerdings nicht um Punkte, sondern „nur" um eine Standortbestimmung, bevor am ersten Oktoberwochenende die neue Spielzeit beginnt.

Dirk Schmidtmeier hat in der Zwischenzeit die Seiten gewechselt. Der Trainer, der sich mit dem Vizemeistertitel aus Loxten verabschiedet hatte, hat die Verantwortung für Hamms Reserve übernommen. Beim Drittligaaufsteiger musste „Schmidti" in seinen ersten Wochen Improvisationstalent beweisen. Fünf Stammspieler meldeten sich verletzt. „Ich war schon froh, wenn ich unsere Trainingstruppe mit Akteuren aus der Landesliga-Reserve und dem Nachwuchs ergänzen konnte. So waren zumindest einfache Aufbauarbeiten möglich", resümierte der Coach. Das traf es sich gut für die Hammer, dass sie in Rückraumspieler Dominik Wollak vom Nordrhein-Oberligisten TuSEM Essen II kurzfristig noch ihren insgesamt sechsten Neuzugang präsentieren konnten.

„Es ist enorm, was Rollstuhlbasketballer leisten"

Wie viele von Schmidtmeiers ehemaligen Schützlingen freute sich auch dessen Nachfolger auf die Begegnung mit dem Ex-Coach. „Unser Verhältnis ist sehr gut, und wir haben uns auch schon ein paar Mal ausgetauscht", betont Michael Boy, dass die damals nicht unumstrittene Entscheidung des Clubs, Schmidtmeiers Vertrag nicht zu verlängern, „null Probleme" hinterlassen habe.

Für einen bleibenden Eindruck sorgte unter der Woche dagegen eine ungewöhnliche Trainingseinheit der SFL-Handballer. Auf Einladung des Bundesligisten BBC Münsterland versuchten sie sich im Rollstuhlbasketball. „Die Jungs sollten eine neue Perspektive kennenlernen und über den Tellerrand schauen", erläutert Boy. Den Kontakt zwischen beiden Clubs hatte ein gemeinsamer Sponsor hergestellt. Neben dem großen Spaß beim Abschlussspiel mit gemischten Mannschaften erfuhren die Trainingsgäste, wie anstrengend das Spiel ist, wenn man sich nur mit der Kraft seiner Arme fortbewegt. „Es ist enorm, was Rollstuhlbasketballer leisten", sagt Boy.

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