SC Peckeloh vor dem Westfalenliga-Auftakt: „Das wird unser Tag“

Markus Kleine-Tebbe (44) debütiert mit dem SC Peckeloh in der Fußball-Westfalenliga. Trotz Corona und einiger „Baustellen“ im Kader überwiegt beim Trainer die Vorfreude.

Christian Helmig

Markus Kleine-Tebbe applaudiert. In vielen Vorbereitungsspielen zeigte seine Mannschaft vor allem offensiv schon wieder den Willen, den der Trainer von ihr erwartet. - © Claus Meyer
Markus Kleine-Tebbe applaudiert. In vielen Vorbereitungsspielen zeigte seine Mannschaft vor allem offensiv schon wieder den Willen, den der Trainer von ihr erwartet. (© Claus Meyer)

Markus, beim Trainingsauftakt haben Sie die Vorbereitung als Versuchsballon bezeichnet. Wie sehr hat das Thema Corona die vergangenen Wochen tatsächlich beeinflusst?

Markus Kleine-Tebbe: Die Situation ist nach wie vor kompliziert. Keiner weiß, was als nächstes passiert und wie lange das gut geht. Momentan sind wir total froh, dass bei uns weitgehend Normalität herrscht und wir Fußball spielen dürfen. Das ist die schönste Abwechslung im Leben! Aber umso wichtiger ist es auch, dass wir alle verantwortungsbewusst damit umgehen und uns an die Regeln halten. Sonst kann das auch ganz schnell wieder vorbei sein.

Konnten Sie Ihre Mannschaft unter diesen Bedingungen überhaupt optimal auf die erste Westfalenligasaison vorbereiten?

Kleine-Tebbe: Schwierig. Einige Spieler hatten ja seit März nichts mehr gemacht. Körperlich sind sicher noch nicht alle auf ihrem Toplevel. Dazu kam, dass man in den Testspielen nur vier Mal wechseln durfte. Dadurch mussten wir uns früh auf einen gewissen Spielerstamm festlegen und konnten leider nicht allen ausreichend Möglichkeit geben, sich zu zeigen.

Was macht Ihnen trotzdem Mut für den Saisonstart?

Kleine-Tebbe: Dass wir individuell in jedem Mannschaftsteil gut genug besetzt sind, um die Liga zu halten. Dass die Stimmung und der Zusammenhalt in der Mannschaft gut sind. Und dass wir immer in der Lage sind, Tore zu schießen.

Und was macht Ihnen Sorgen?

Kleine-Tebbe: Dass nicht viel passieren darf. Durch die langwierige Verletzung von Baris Colak und den geplatzten Wechsel von Marvin Hornberg aus Steinhagen sind wir in der Breite nicht mehr optimal aufgestellt.

Wie viele Neuzugänge werden Sonntag in der Startelf stehen?

Kleine-Tebbe: Verraten kann ich zumindest, dass Dennis Lobitz und Tom Haßheider nicht spielen werden. Beide sind angeschlagen. Prinzipiell haben alle Neuen schon bewiesen, dass sie uns helfen können. Aber die Aufstellung mache ich meist erst sonntags, oft spielt dabei auch mein Bauchgefühl eine Rolle.

Gilt das auch für den Zweikampf von Julian Pohlmann und Tom Weber im Tor?

Kleine-Tebbe: Am Sonntag wird Julian im Tor stehen – einfach aus dem Grund, dass Tom zuletzt im Urlaub war. Das ist für ihn natürlich unglücklich, aber für mich ist es eigentlich völlig wurscht. Beide haben mein hundertprozentiges Vertrauen und sind in der Lage, in der Westfalenliga auf oberstem Niveau mitzuspielen.

Welche Spieler haben Sie in der Vorbereitung überrascht?

Kleine-Tebbe: Robin Sander ist sicher eine der positiven Erscheinungen. Der Junge war zwei Jahre verletzt, jetzt ist er mit seinem ganzen Tempo wieder da. Auch Gerrit Weinreich und Florian Pixa haben gezeigt, dass es sich lohnt, nach einer langen Pause dranzubleiben – und dass sie alles dafür tun, um in dieser Mannschaft und für diesen Verein zu spielen. Das hat Vorbildcharakter, und das ist genau das, was ich sehen will.

Ein Ziel ist es, die Zahl der leichten Gegentore zu reduzieren. Sind Sie dem näher gekommen?

Kleine-Tebbe: Das werden wir sehen. Individuelle Fehler lassen sich im Training kaum abstellen. Das hat viel mit Erfahrung zu tun. Oft reicht eine Hundertstelsekunde Unaufmerksamkeit. In der Westfalenliga wird uns das brutal wehtun, weil die Gegner diese Fehler noch konsequenter ausnutzen. Aber wir können das auch.

Wird Alban Shabani auch in der Westfalenliga zum Toptorjäger?

Kleine-Tebbe: Alban hat eine herausragende Qualität, das hat er überall in seiner Karriere gezeigt. Und wir haben viele Spieler, die ihn einsetzen können. Noch wichtiger ist aber seine persönliche Entwicklung als Kapitän der Mannschaft.

Was wissen Sie über den ersten Gegner TuS 05 Sinsen?

Kleine-Tebbe: Nicht viel. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit, sie zu beobachten. Es soll nicht respektlos klingen, aber entscheidend ist ohnehin, dass wir auf uns gucken. Der SC Peckeloh steht vor dem ersten Westfalenligaspiel seiner Vereinsgeschichte, und wir haben Heimvorteil. Das wird unser Tag! Da ist der Gegner eigentlich egal.

Sie gehen in Ihr siebtes Jahr als SCP-Trainer. Können Sie sich überhaupt vorstellen, noch einmal eine andere Mannschaft zu trainieren?

Kleine-Tebbe: Wenn man mich das nach dem Aufstieg gefragt hätte, hätte ich sicher gesagt, ich möchte mein Leben lang mit diesen Jungs arbeiten. Aber ich weiß auch: Wenn wir fünf Mal hintereinander verlieren, und ans Verlieren werden wir uns wieder gewöhnen müssen, ist der Trainer der Erste, der in Frage steht. Es ist im Fußball unmöglich, so lange im Voraus zu planen.

Das Gespräch führte

Christian Helmig

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