Fußballer starten in die "Corona-Saison": Das müssen Sie vor dem Auftakt wissen

Am Wochenende beginnt für die Fußballer die neue Saison. Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. Das Haller Kreisblatt gibt vor dem Auftakt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Dennis Bleck

Dicht an dicht: Dieses Foto stammt noch aus einer Zeit, als die Fußballfans am Spielfeldrand keinen Abstand halten mussten. Zum Saisonauftakt am Wochenende wird es kein Gedränge hinter den Banden geben. - © Max Maschmann
Dicht an dicht: Dieses Foto stammt noch aus einer Zeit, als die Fußballfans am Spielfeldrand keinen Abstand halten mussten. Zum Saisonauftakt am Wochenende wird es kein Gedränge hinter den Banden geben. (© Max Maschmann)

Altkreis Halle. Die Fußballer starten in die neue Saison. Nachdem die Corona-Pandemie den Punktspielbetrieb für mehr als sechs Monate lahmgelegt hat, rollt im Altkreis am Wochenende wieder der Ball. Weil das Virus aber noch immer Teile unseres Alltags bestimmt, wird diese Spielzeit anders aussehen als bislang. Das Haller Kreisblatt beantwortet deshalb die wichtigsten Fragen rund um den Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen.

Was mache ich, wenn ich im Verein eine Corona-Infektion oder einen Verdachtsfall habe?

Der Betroffene muss das zuständige Gesundheitsamt informieren. Der Verein sollte sicherstellen, dass die Meldung erfolgt ist. Daneben muss der Verein den Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) über den Vorfall in Kenntnis setzen. Die nächsten Spiele des Vereins werden abgesetzt und nachgeholt. Überhaupt ist die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb nur bei symptomfreiem Gesundheitszustand möglich. Auch wenn es Personen im eigenen Haushalt gibt, die Symptome zeigen, ist eine Teilnahme am Spielbetrieb zu unterlassen, rät der FLVW.

Welche Regeln muss ich als Zuschauer befolgen?

Die können variieren, weil jeder Verein ein eigenes Hygiene-Konzept entwickelt hat. Überall aber gilt, dass der Zuschauer den Sportplatz über einen offiziellen Eingang betreten muss. An diesem werden die Daten erfasst, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten. Auf die „AHA-Regel" – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – kann nicht oft genug verwiesen werden. Die eingelassene Personenzahl wird ständig kontrolliert und ist auf 300 Personen plus 30 Aktive begrenzt. Demnach dürfen sich während eines Spiels maximal 330 Menschen auf der Sportanlage befinden. Trainer, Funktionäre oder Schiedsrichter fallen ebenso unter die 300 Personen wie Sanitäter oder der Ordnungsdienst.

Müssen die Vereine ihre Anstoßzeiten anpassen?

Einige auf jeden Fall. Vor echten Herausforderungen an ihren Heimspieltagen stehen etwa die Vereine, die mehrere Senioren- und zugleich überkreislich spielende Junioren-Mannschaften haben. Für diese Teams ist der Sonntag als Spieltag fest vorgegeben. Zwischen den einzelnen Partien eines Tages müssen die Clubs jetzt allerdings ausreichend zeitlichen Abstand einhalten.

Auf diese Weise soll der sogenannte Begegnungsverkehr verhindert werden. Gleichzeitig bleibt genug Gelegenheit, die Kabinen zu desinfizieren. Dass sich die Vereine von ihren gewohnten Standard-Anstoßzeiten verabschieden müssen, hatte der Fußball-Kreisvorsitzende Markus Baumann schon mehrfach angedeutet. In Zukunft werden deshalb wohl einige Spiele schon am Samstag oder frühen Sonntagmorgen angepfiffen.

Ist im Jugendfußball dann ein paralleler Spielbetrieb auf zwei Kleinspielfeldern zulässig?

Ja. Laut FLVW können auf einem Großfeld im Kinderfußball zwei Partien parallel stattfinden, weil es sich um zwei einzelne Sportveranstaltungen handelt. Entscheidend ist, dass am Ende der Veranstaltung jeder Spieler mit maximal 29 anderen Personen Kontaktsport betrieben hat. Zwischen den Spielfeldern und weiterer Personen ist zwingend der Abstand einzuhalten.

Eine Vermischung der Aktiven bei parallelen Spiele ist auszuschließen. Die Abstandsregel ist zudem beim Zutritt und beim Verlassen der Spielfläche zu beachten. Die maximale Personenanzahl von 330 auf der Sportanlage ist entsprechend zu beachten.

Was passiert wenn die Saison erneut abgebrochen werden muss?

Der FLVW hat aus der Vorsaison seine Lehren gezogen. In einem Interview Mitte Juli kündigte Verbands-Vizepräsident Manfred Schnieders an, die Durchführungsbestimmungen zu ändern und ein Abbruch-Szenario festzulegen. Oberstes Ziel sei zunächst, die Hinrunde zu spielen.

Sollte sich die Pandemie danach erneut verschärfen, sind eine Playoff-Runde zu einem späteren Zeitpunkt oder die Wertung der Hinrunde denkbare Optionen. Am heutigen Donnerstag wollen Präsident Gundolf Walaschewski und Schnieders eine Online-Pressekonferenz zu genau diesem Thema abhalten.

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