Soziale Medien als Schwarzes Brett für Vereine

Öffentlichkeitsarbeit wird bei Sportlern immer wichtiger. Die Versmolder Handballer stellen sich komplett neu auf. Ein Medium überholt ein anders in der Bedeutung.

Andre Schneider

Öffentlichkeitsarbeit für Vereine
Experte Daniel Hermann von der SG Oesterweg - © Andre Schneider
Öffentlichkeitsarbeit für Vereine
Experte Daniel Hermann von der SG Oesterweg (© Andre Schneider)

Altkreis Halle. Mal eben das neueste Ergebnis in die Welt verbreiten, den neuen Sponsor präsentieren oder ein Selfie vom Training – Öffentlichkeitsarbeit wird für Sportvereine immer wichtiger. Die Sportler stellen sich immer besser auf. Um ihr Angebot besser zu koordinieren, haben die Handballer der Spvg. Versmold jüngst ein eigenes Team gegründet.

„Wir wollen unsere Außendarstellung verbessern“, erklärt Jonas Ehrenbrink. Er bildet mit Sophie Martens, Elena Drews, Jonas Mittendorf und Luisa Schmidt das Team der Versmolder Handballer. Ehrenbrink hat 2019 einen Kurs zum Thema Social Media besucht. Schnell wurde ihm klar: „Das ist ganz schön viel Arbeit.“ Daher suchte er sich Mitstreiter, um die Kanäle der Spvg. zu bedienen.

"Mitglieder halten und dazugewinnen"

Jonas Ehrenbrink (von links), Luisa Schmidt, Sophie Martens, Elena Drews und Jonas Mittendorf bilden das neue Social-Media-Team der Versmolder Handballer. Foto: Spvg. Versmold - © Spvg. Versmold
Jonas Ehrenbrink (von links), Luisa Schmidt, Sophie Martens, Elena Drews und Jonas Mittendorf bilden das neue Social-Media-Team der Versmolder Handballer. Foto: Spvg. Versmold (© Spvg. Versmold)

Bisher konzentrierte sich das Engagement auf die Entwicklung des Instagram-Kanals. Dabei fahren die Handballer künftig eine dezentrale Strategie. Die beiden ersten Seniorenmannschaften bekommen jeweils eigene Kanäle. „Dadurch können wir einfacher und schneller Dinge hochladen“, erklärt Sophie Martens. Innerhalb ihrer Gruppe haben die Handballer Pläne aufgestellt, was, zu welchem Zeitpunkt veröffentlicht werden soll. „Aber im Grunde genommen sind wir da ziemlich frei“, so Martens.

Das Engagement der Versmolder soll dabei keinesfalls virtuell bleiben, hofft Jonas Ehrenbrink. „Das Miteinander im Verein ist sportlich und menschlich sehr gut. Wir wollen durch unseren Auftritt Mitglieder halten und dazugewinnen.“ Außerdem, so hofft er, „wollen wir unsere Heimspieltage auf die nächste Stufe heben“. Die Spiele in der Versmolder Hauptschulhalle sollen kleine Handballfeste werden.

Das, was die Versmolder stetig entwickeln wollen, ist bei der SG Oesterweg schon weiter gereift. Daniel Hermann kümmert sich federführend um die Auftritte der SG – von der neu gestalteten Homepage über die Facebook-Seite bis Instagram. „Außerdem haben wir Flyer mit neuen Angeboten. Das ist immer gut zum Herausgeben“, so Hermann. Der stärkste Kanal der Oesterweger ist die Seite auf Facebook. 1.124 Menschen haben dort ihr Interesse an dem kleinen Verein begründet. Mit ihrem stärksten Beitrag über Richie Frimpong erreichte der Breitensportverein fast eine halbe Million Menschen.

"Nicht mit aller Macht Gefällt-Mir-Angaben sammeln"

„Wir müssen aber nicht mit aller Macht Gefällt-Mir-Angaben sammeln. Wir wollen vor allem aktuelle Inhalte posten“, sagt Daniel Hermann. Vor allem wichtig seien visuelle Elemente wie Bilder und Videos.

Dafür ist die Plattform Instagram prädestiniert. Der gehört, zumindest laut Lars Fahrenwald vom SC Peckeloh, die Zukunft. „Facebook ist rückläufig. Die höheren Interaktionen erreichen wir bei Instagram.“ Über 1.000 Leute folgen dem SC auf der Plattform, die extra für Handys entwickelt wurde.

Die Schwarz-Roten bedienen zudem einen Kanal, der in den vergangenen Jahren zunehmend in Vergessenheit geraten zu sein scheint: Mit dem „Peckeloher“ bietet der SC seit 2010 eine hochwertige Vereinszeitschrift. Christine Nagel betreut das „Print-Flaggschiff“ des SCP.

"Zeitungen weiterhin relevant"

„Die Öffentlichkeitsarbeit ist so eine Art Schwarzes Brett des Vereins“, meint Fahrenwald. „Viele verschiedene Kleinigkeiten machen die Kanäle aus.“ Egal, ob die das Foto von der Busfahrt, das Selfie aus der Kabine oder eben die Stimmung von einer Party in der Sporthalle – die Außendarstellung der Vereine verbessert es allemal.

Beruhigend für die Tageszeitungen: Die „klassischen Medien“ sind offenbar keineswegs außen vor. „Zeitungen sind weiterhin relevant“, sagt etwa Daniel Hermann. Nicht alles könne schließlich von den Vereinen abgedeckt werden. „Nicht jeder folgt der SG Oesterweg. Mit den eigenen Kanälen erreichen wir in erster Linie Freunde des Vereins“, sagt Hermann.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.