Abgeschoben nach Ghana: Richard Frimpong sehnt sich nach Oesterweg

Richie Frimpong will wieder nach Deutschland. Doch bis dahin ist er in seiner Heimat gut aufgehoben.

Andre Schneider

Richard Frimpong in Ghana. Nach seiner Abschiebung hat er in der Hauptstadt Accra jetzt den Arbeitgeber gewechselt.  - © Privat
Richard Frimpong in Ghana. Nach seiner Abschiebung hat er in der Hauptstadt Accra jetzt den Arbeitgeber gewechselt.  (© Privat)

Oesterweg. Der Fall hatte weit über die Grenzen des Altkreises für Schlagzeilen gesorgt: Am 8. Oktober 2019 wurde der Oesterweger Fußballer Richie Frimpong nach fünf Jahren in Deutschland in seine Heimat Ghana abgeschoben. Wann und ob er wieder zurückkommen kann, ist ungewiss. Doch in Accra, der Hauptstadt des afrikanischen Landes, hinterlässt er seine Fußball-Spuren – seit Kurzem bei einem neuen Arbeitgeber.

Frimpong ist dem Fußball allerdings treu geblieben. Sein neuer Arbeitgeber: die Free Africa Football Academy, kurz Fafa. Bei seinem alten Arbeitgeber, einem Verein in der ghanaischen Hauptstadt Accra, habe es Unstimmigkeiten gegeben. Daher suchte Richie Frimpong eine neue Herausforderung.

Schulbildung und Landwirtschaft für Kinder

Die Fafa ist eine gemeinnützige Organisation, die bedürftige Kinder und Jugendliche in Ghana fördert und in eine sichere und selbstbestimmte Zukunft führt – mit Hilfe des Fußballs. Doch der Sport ist nur ein Türöffner für verschiedene Projekte. „Dort wird Kindern und Jugendlichen Schulbildung ermöglicht. Außerdem gibt es vor Ort Landwirtschaft", erklärt Daniel Hermann. Das Vorstandsmitglied der SG Oesterweg ist bei der Fafa engagiert. „Wenn es bei den Jugendlichen mit dem Fußball nicht klappt, haben sie eine weitere Perspektive."

Die Fafa-Family gruppiert sich um die Gründer René und Denise Pratter (Schweiz), Jürgen Henneberger (Deutschland) und Kennedy Brobbey Sarpong (Ghana). Ganz unterschiedliche Menschen bringen mit ehrenamtlichem Engagement ihre jeweilige Expertise in die gemeinsame Zielerreichung ein. Daniel Hermann engagiert sich aus Versmold für den Hilfsverein. Richie Frimpong hat dort eine Perspektive – eine gute, wie Hermann meint. „Richie ist dort gut aufgehoben", meint Daniel Hermann. Die beiden hätten regelmäßig Kontakt zueinander. „In seinem Status postet er immer wieder Fotos aus Oesterweg. Er möchte gerne zurück."

Doch bis es so weit ist, helfen die Oesterweger Freunde Richie Frimpong so gut es eben geht. Mit Sachspenden zum Beispiel. Durch einen Sponsor erhielten die SG-Verantwortlichen unter anderem einen ganzen Karton voll mit Torwarthandschuhen. Mit Hilfe der Fafa und einem Speditionsunternehmen, das sich auf Transporte nach Ghana spezialisiert hat, werden Hilfsgüter aus ganz Deutschland und Europa gesammelt und schließlich nach Ghana geschickt.

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