Plattform macht Intensiv-Scouting für Amateurclubs im Kreis Gütersloh möglich

Mit "Amateurscout.de" will Mark Elbracht eine neue Scouting-Plattform an den Start bringen. Für den Kreis Gütersloh werden Beobachter gesucht. Erste Berichte über den FC Gütersloh liegen bereits vor.

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Weil Amateurtrainer häufig keine Zeit für eigenes Scouting haben, soll ihnen diese Arbeit durch das Online-Portal abgenommen werden. - © Symbolbild CC0 Pixabay
Weil Amateurtrainer häufig keine Zeit für eigenes Scouting haben, soll ihnen diese Arbeit durch das Online-Portal abgenommen werden. (© Symbolbild CC0 Pixabay)

Kreis Gütersloh. Mark Elbracht möchte den Amateurfußball ein Stück weit professioneller gestalten. Aus diesem Grund initiierte er in der Saison 2018/19 eine Scouting-Kampagne. Was klein begann und im Wesentlichen von ihm als Einzelperson betrieben wurde ist mittlerweile gewachsen - so soll mit Beginn der kommenden Amateursaison sein Scouting-Portal "Amateurscout.de" an den Start gehen.

Über die Website werden künftig Scout-Berichte vertrieben. "Auf diese Weise wird Amateurtrainern Arbeit abgenommen", ist sich Elbracht sicher. "Sie müssen nicht mehr selbst rausfahren, um den nächsten Gegner zu beobachten." Gerade weil im Amateurfußball Trainer häufig noch einem Hauptberuf nachgehen, bleibe nicht viel Zeit eigenes Scouting zu betreiben.

Berichte über den FC Gütersloh schon vorhanden

Scouting-Berichte über den FC Gütersloh sind bereits auf "Amateurscout.de" zu bekommen. In diesem Beispiel wurde eine Auswärtspartie gegen die TSG Sprockhövel beobachtet. Hier wird der Aufbau über die linke Seite der Mannschaft von Trainer Julian Hesse beschrieben. - © amateurscout.de
Scouting-Berichte über den FC Gütersloh sind bereits auf "Amateurscout.de" zu bekommen. In diesem Beispiel wurde eine Auswärtspartie gegen die TSG Sprockhövel beobachtet. Hier wird der Aufbau über die linke Seite der Mannschaft von Trainer Julian Hesse beschrieben. (© amateurscout.de)

Das Portal wird zunächst ausschließlich im Land NRW betrieben, auch der Kreis Gütersloh ist abgebildet. Etwa drei Wochen vor Saisonbeginn soll "Amateurscout.de" vollumfänglich nutzbar sein. Erste Berichte, so beispielsweise über den FC Gütersloh, sind bereits abrufbar. Die sogenannten Amateurscouts beobachten verschiedene Spiele und erstellen anhand von unterschiedlichen Kategorien einen umfassenden Scout-Bericht zu einer Mannschaft. Details zu Spielern, Angriffsverhalten eines Teams oder das Verhalten bei Standardsituationen werden detailgetreu beschrieben.

Der 46-jährige Mark Elbracht hat die Plattform "Amateurscout.de" initiiert. Bei Borussia Dortmund II spielte er mit Tim und Dennis Brinkmann zusammen. - © Mark Elbracht
Der 46-jährige Mark Elbracht hat die Plattform "Amateurscout.de" initiiert. Bei Borussia Dortmund II spielte er mit Tim und Dennis Brinkmann zusammen. (© Mark Elbracht)

Mark Elbracht war lange Zeit selbst Amateurfußballer und Trainer. Bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund spielte er unter anderem mit den Brüdern Tim (heute Trainer bei Viktoria Rietberg) und Dennis Brinkmann zusammen. "Später als Trainer merkte ich, dass ich bedingt durch meinen Beruf im Steuerbüro innerhalb der Woche kaum noch Zeit dafür hatte, um überhaupt Trainingseinheiten mit Leben füllen zu können. An Scouting der Gegner war gar nicht erst zu denken", beschreibt der 46-Jährige ein Problem, vor dem seiner Meinung nach viele Amateurtrainer stehen. "Irgendwann kam sogar der Punkt, an dem ich aufhören musste."

RSV Meinerzhagen soll regelmäßig Beobachtungen ordern

Da Elbracht aber "durch und durch Amateurfußballer" ist, blieb er dem Sport in seiner Freizeit weiter treu. "Statt als Trainer auf der Bank, saß ich jetzt am Spielfeldrand und habe mir zahlreiche Amateurspiele angeschaut. Irgendwann kam ich dann auf die Idee für andere Trainer zu scouten." Die Nachfrage nach den Berichten sei stetig gestiegen. "Mittlerweile sind wir sechs bis sieben Scouts und sogar der RSV Meinerzhagen mit Nuri Sahin aus der Oberliga ordert regelmäßig unsere Berichte."

Aktuell ist Mark Elbracht auf der Suche nach Amateurscouts im Kreis Gütersloh. Mitmachen kann jeder. Von der Kreisklasse bis zur Oberliga sind Scouting-Berichte erwünscht. "Niemand muss dafür über eine Trainerlizenz verfügen", so Elbracht. "Natürlich muss man ein Spiel lesen können. Aber solange alle vorgegebenen Kategorien umfangreich beschrieben werden, reicht das vollkommen aus." Eingereichte Berichte würden "selbstverständlich" von Elbracht und seinem Team vor Veröffentlichung umfänglich geprüft werden.

Die Bezahlung erfolge über die Vereine, die Scouting-Berichte letztlich anfordern. Pro verkauftem Bericht bekomme der jeweilige Autor anteilig Geld. Interessenten können sich über die Sozialen Netzwerke über "Amateurscout.de" informieren. "Darüber geben wir bekannt, wie es weiter geht." Auch eine Nachricht an info@amateurscout.de ist möglich.

Expansion in andere Bundesländer ist denkbar

60 bis 100 Euro müsse ein Amateurverein bezahlen, um an einen der Berichte zu gelangen. "Sicherlich ist das eine Summe, die nicht für jeden Verein zu stemmen ist", gibt Elbracht zu. "Vielleicht braucht man auch nicht für jeden Gegner einen Bericht, manchmal reichen ja auch schon die Spitzenspiele."

Wegen der Corona-Krise könne das Scouting-Portal erst zur Saison 2020/21 initiiert werden. "Im Endeffekt hat es uns in die Karten gespielt, dass keine Amateurspiele mehr stattgefunden haben. So konnten wir noch mehr Zeit in die Funktionalität und Optik des Portals investieren." Der 46-Jährige ist davon überzeugt mit "Amateurscout.de" eine gefragte Nische zu bedienen. Wenngleich ihm klar sei: "Millionär werde ich damit nicht."

Elbrachts Ziel sei es, über jeden Amateurverein im Land NRW Scouting-Berichte vertreiben zu können. Auch eine Expansion in andere Bundesländer könne er sich mit der Zeit vorstellen. Aktuell soll unter anderem das Portfolio im Kreis Gütersloh ausgebaut werden.

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