Nächster Schritt bei SF Loxten: Verein stellt sich noch professioneller auf

Der Verein bewegt sich mittlerweile an der Schwelle zur Semiprofessionalität. Michael Boy ist der erste festangestellte Mitarbeiter des Clubs. Im Umfeld tut sich seit einigen Monaten vieles. Und auch sportlich wachsen die Ansprüche.

Dennis Bleck

- © Nico Seifert
(© Nico Seifert)

Loxten. Ein Online-Fanshop, eine Geschäftsstelle und der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten: Noch sind diese Ideen, die Andy Evers, Vorsitzender der SF Loxten, äußert, Zukunftsmusik. Allzu lange müssen Fans, Förderer und Vereinsmitglieder der „Frösche" auf die Umsetzung aber wohl nicht mehr warten. Denn seit Anfang Juli hat der Verein jemanden, der sich hauptberuflich um solche Themen kümmert.

Michael Boy ist der erste festangestellte Mitarbeiter des Clubs. Rund ein Viertel seiner Stelle macht dabei das Traineramt beim Oberliga-Team der Sportfreunde aus, das er seit dieser Saison innehat. Die restliche Arbeitszeit investiert Boy in den Gesamtverein.

Als kaufmännischer und sportlicher Koordinator kümmert sich der ausgebildete Betriebswirt unter anderem um das Vertragswesen, den Mitgliedergewinn und die Sponsorenakquise. „Es geht darum, die SF Loxten nach vorne zu bringen", sagt Boy. Selbstbewusst fügt er hinzu: „In der Hauptamtlichkeit lassen sich einfach mehr PS auf die Straße bringen als im Ehrenamt." Zahlen, die Boys These stützen, hält Andy Evers parat.

Verein steht trotz Corona auf einem soliden Fundament

Wie der Vereinsvorsitzende berichtet, hätten fünf Sponsoren ihr Engagement in Loxten wegen der Krise beendet oder reduziert. Weil zeitgleich allerdings mehr als doppelt so viele in Zukunft den Verein unterstützen wollen, „konnten wir den Verlust, der auch durch fehlende Zuschauereinnahmen in der Kasse klaffte, gut auffangen", sagt Evers.

Er spricht von einem mittleren fünfstelligen Betrag, der den Loxtenern fehlt, weil das Coronavirus die Spielzeit unfreiwillig früh beendete. Spitzenspiele gegen die TSG A-H Bielefeld und ASV Hamm II, bei denen die Versmolder Sparkassen-Arena sicher vollgewesen wäre, standen zum Zeitpunkt des Abbruchs erst noch aus. Dafür, dass Dauerkarteninhaber trotzdem auf die Rückerstattung von Geld verzichteten und Vereinsmitglieder während des Kontaktverbots weiter ihre Beiträge zahlten, dankt Evers.

Andy Evers (links) und Michael Boy wollen die SF Loxten auf ein höheres Level heben. - © Dennis Bleck
Andy Evers (links) und Michael Boy wollen die SF Loxten auf ein höheres Level heben. (© Dennis Bleck)

Auch deshalb steht der Verein trotz der Corona-Pandemie weiter auf einem soliden Fundament. Und Evers verdeutlicht, dass besonders Boy bereits einen gewichtigen Anteil an dieser Entwicklung trägt. Offiziell ist der ehemalige Handball-Zweitligaspieler zwar erst seit 15 Tagen im Amt, inoffiziell ist er aber schon viel länger an den positiven Geschehnissen im Hintergrund beteiligt. Schon seit einigen Wochen führt Boy Gespräche mit potenziellen Sponsoren, plant gemeinsam mit Evers die nächsten Schritte, die den Verein auf ein neues Level heben sollen und bereitet das Flaggschiff des Clubs, die Oberliga-Mannschaft, auf die neue Spielzeit vor, die im Oktober starten soll.

20-Tage-Challenge hält Spieler der SF Loxten fit

Dass die sportlichen Ansprüche der Loxtener dabei nicht gesunken sind, ist logisch. Immerhin klopften die „Frösche" schon in der vergangenen Saison an die Tür zur Dritten Liga. Als Tabellenzweiter der Abschlusstabelle verpassten sie den Sprung in die Drittklassigkeit im Vorjahr nur knapp.

Dass der Aufstieg in diesem Jahr jetzt mit aller Macht durchgedrückt werden soll, verneinen Evers und Boy. „Kurzfristig wollen wir uns erstmal für das obere Tableau qualifizieren", sagt der neue Mann am Seitenrand. Will heißen: Die SF Loxten versuchen in der Vorrunde in ihrer Achterstaffel einen der ersten vier Plätze zu belegen, um dann im Frühjahr gegen die vier Teams aus der Parallelstaffel den Oberliga-Meister auszuspielen.

Als schärfste Konkurrenten in der nächsten Spielzeit sieht Boy den Soester TV, VfL Gladbeck und die TSG A-H Bielefeld. Auf die beiden letztgenannten Vereine können die Loxtener aber frühestens in der Meisterrunde treffen. Dass die Oberliga-Staffel 2, in der die Sportfreunde spielen, dem Vernehmen nach deshalb die leichtere ist, will Boy nicht hören. Schon beim ersten Training hat er seinen Spielern eingeschärft, keinen Gegner zu unterschätzen.

Das Mannschaftstraining ist derzeit noch bis 11. August unterbrochen. Das heißt nicht, dass Boy seinen Spielern freigegeben hat. In der sogenannten 20-Tage-Challenge erwartet der A-Lizenzinhaber von jedem Akteur 100 Liegestütze, 100 Sit-ups und 50 Burpees täglich. Ab Mitte August will Boy seine Spieler nach der langen Pause dann „behutsam wieder ans Handballspielen heranführen".

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