Verrückter Schalke-Fan aus Werther: Seine Ausraster sind im Netz der Hit

Wegen seiner Videos im Internet ist Lennart Röthemeyer mittlerweile eine kleine Berühmtheit. Nur wenige sind beim Fußball so emotional wie er. Doch was steckt dahinter? Wir haben mit ihm gesprochen.

Teresa Kröger

Lennart Röthemeyer ist ein großer Schalke-Fan und auf „YouTube" ein kleiner Star. - © Privat
Lennart Röthemeyer ist ein großer Schalke-Fan und auf „YouTube" ein kleiner Star. (© Privat)

Werther. Samstags, 15.30 Uhr. Anpfiff. Lennart Röthemeyer aus Werther dreht mal eben 90 Minuten völlig durch. Er schreit den Fernseher an, springt spontan auf. Er schimpft und flucht. Dieses Wechselbad der Gefühle durchlebt Röthemeyer aber nur, wenn sein FC Schalke 04 spielt. Diese Ausbrüche und Ausraster und diese absolute Verrücktheit und Besessenheit vom Bundesligisten aus Gelsenkirchen machen den Wertheraner zu einem Internet-Phänomen. Auf „YouTube" werden seine Wutausbrüche tausendfach geklickt.

Deshalb dauert es auch nicht lange, bis ihn jemand auf der Straße erkennt. Selbst wenn er sich ein Spiel seiner zehn Jahre alten Tochter Tessa beim BV Werther anguckt, sprechen die Leute ihn an. „Die meisten rätseln erst. Dann schauen sie, ob ich es wirklich bin und irgendwann traut sich einer zu fragen. In den meisten Fällen wollen sie dann ein Foto mit mir", berichtet Lennart Rö-themeyer über seine Erfahrungen mit den „Fans". Bisher gab es nur positive Rückmeldungen.

Einmal wollten ihn sogar die Sanitäter behandeln

Seine Ausraster sind mittlerweile berühmt. Vor sieben Jahren wurde er beim Spiel Schalke gegen den Hamburger SV gefilmt. Dieses Video hat im Internet mehr als zwei Millionen Aufrufe. Vor wenigen Wochen kommentierte er das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Seine „Königsblauen" verloren das Spiel mit 0:4. Und Lennart drehte erneut völlig durch. Ein Team der ARD-Sportschau hielt diese Momente auf Video fest.

Aber können diese Emotionen wirklich echt sein? Oder ist alles nur gespielt? „Als ich mir das Video anschließend angeguckt habe, dachte ich auch nur ‚Um Himmels Willen, das geht ja gut ab‘. Manchmal würde ich mir wirklich wünschen, es wäre gestellt. Auf einige kann das echt verstörend wirken", resümiert Lennart sein eigenes Verhalten. Eine Erklärung für diese extremen Ausbrüche gibt es nicht. Er ist einfach mit all seinen Emotionen dabei, sagt er.

Einmal bei einem Spiel kamen sogar die Sanitäter zu ihm und fragten, ob alles in Ordnung sei. Röthemeyer hatte eine schlagfertige Antwort parat: „Jungs, alles ist gut. Ich drehe jetzt einmal 90 Minuten im roten Bereich und dann geht das gleich wieder", entgegnete er. Die Sanitäter gaben sich mit der Antwort zufrieden.

Spiele seiner Tochter verfolgt er ruhig am Seitenrand

Doch Lennart Röthemeyer kann auch anders: Die Spieler seiner Tochter verfolgt er entspannt am Seitenrand. „Ich bin dann wirklich ganz ruhig" versichert Röthemeyer. Denn bei anderen Sportarten oder Fußballspielen fiebert nur wenig mit. Nur bei Schalke kommt er in seinen emotionalen Tunnel.

Das Derby wollte er erst gar nicht gucken: „Geisterspiele gehören für mich nicht in ein Bundesligaformat. Ich habe erst lange mit mir gerungen. Mitte der Woche vor dem Spiel verspürte ich dann ein leichtes Kribbeln und konnte ich nicht anders. Dann habe ich mich Samstag fertig gemacht. Naja, die Partie hatte ich mir auch anders vorgestellt", so Röthemeyer. Woran es bei seinen Schalkern momentan liegt, weiß er auch nicht. Trotzdem wird er beim nächsten Spiel seiner Blau-Weißen wieder völlig durchdrehen. Und wer weiß, vielleicht landet er im Netz dann gleich den nächsten Hit?

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