So geht's auch: Dieser Sportler braucht kein Fitnessstudio für seine Muskeln

Seit die Fitnessstudios geschlossen sind, sorgt sich mancher Sportler um seine mühsam aufgebaute Muskulatur. „Muss er nicht“, sagt Robert Schmidtke und gibt viele Tipps.

Anke Schneider

Robert Schmidtke war schon immer kreativ, wenn es ums Trainieren außerhalb eines Fitnessstudios ging. In der Corona-Krise hat er viele Tipps für Trainings-Hungrige. - © Privat
Robert Schmidtke war schon immer kreativ, wenn es ums Trainieren außerhalb eines Fitnessstudios ging. In der Corona-Krise hat er viele Tipps für Trainings-Hungrige. (© Privat)

Borgholzhausen. Robert Schmidtke trainiert schon seit Jahren in der eigenen Garage. Ein Fitnessstudio braucht der Borgholzhausener nicht. „Das eigene Körpergewicht reicht vollkommen aus, um Muskelmasse zu erhalten und auch aufzubauen“, weiß der 22 Jahre alte Kraft- und Ausdauersportler. Und er sagt: „Wer seine Muskulatur beansprucht, der erhält sie auch deutlich besser als jemand, der die Krise als Ausrede nimmt, sich nicht körperlich auszulasten.“

Selbst wenn die Muskeln sich in einem trainierten Körper mal zurückbilden, weil man beispielsweise vorübergehend krank ist, müsse man sich keine Sorgen machen. „Zu beobachten ist der sogenannte Muscle-Memory-Effekt“, sagt Robert Schmidtke. Das bedeute, die Muskulatur „erinnert“ sich, was sie mal leisten konnte und kommt bei der entsprechenden Beanspruchung auch schnell wieder. Wichtig sei, der Muskulatur einen Reiz zu setzen. „Im Studio ist es so, dass die Gewichte dem Körper angepasst werden. Trainiert man zu Hause, müssen wir unseren Körper anpassen“, erklärt er.

Eine gute Möglichkeit sei es, sich den Nachwuchs, der ja nun auch zu Hause Langeweile schiebt, bei den Liegestützen oder Kniebeugen auf den Rücken zu setzen. „Das macht beiden Seiten Spaß.“ Sit-ups lassen sich ebenfalls ohne Trainingsgeräte durchführen. Die Muskulatur von Armen und Schultern, die man zuvor mit Hanteln trainiert hat, kann nun mit gefüllten Wasserflaschen kräftig gehalten werden. Wem das zu wenig Gewicht ist, der kann auch Kartoffelnetze, Hundefuttertüten oder Säcke mit Katzenstreu nehmen. „Je nachdem, wie vorher der Trainingsstand war“, sagt Robert Schmidtke.

„Wer wirklich will, kann auch zu Hause wunderbar trainieren“

„Man merkt sehr schnell, was das richtige Gewicht ist. Wir haben Baumstämme und Turn-Ringe genommen, als es die Garage noch nicht gab“, berichtet er. Aber auch Widerstandsbänder, die es im Internet in verschiedenen Stärken zu kaufen gibt, eignen sich für ein gutes Ganzkörper-Training – denn Widerstand sei die Grund-Voraussetzung für Muskel-Aufbau. „Der Körper unterscheidet nicht, ob es nun das Trainingsgerät ist, oder der Widerstand eben anders hervorgerufen wird“, sagt Schmidtke.

Die Ausdauer lasse sich derweil prima mit Radfahren oder Joggen aufrechterhalten. „Ausdauer geht schneller zurück, als Kraft“, macht der Sportler deutlich. Treppen herauf und herunter laufen sei eine Möglichkeit. „Besonders gut für das Kniegelenk und die Ausdauer ist es auch, Seil zu springen.“

„Wer wirklich will, kann auch zu Hause wunderbar trainieren“, sagt der Piumer. „Wir leben im Informations-Zeitalter und das Internet gibt eine Menge her“, sagt Robert Schmidtke. Manche Seiten böten sogar Corona-Quarantäne-Trainingspläne für diejenigen an, die gar nicht mehr vor die Tür dürfen.

„Sport ist nicht nur gut für den Körper, er ist auch gut für die Stimmung“

„Das Schwerste für einen Menschen ist, seine Gewohnheiten zu ändern“, sagt der 22-jährige Piumer. Wenn die Routine wegfalle, müsse man seinen Alltag neu organisieren. Dem Training zu Hause solle – trotz der vielen Zeit, die man plötzlich hat – ein fester Platz eingeräumt werden. Ansonsten lässt sich der berühmte Schweinehund nur schwer überlisten. „Sport ist nicht nur gut für den Körper, er ist auch gut für die Stimmung“, ermuntert Robert Schmidtke. Denn die sei bei vielen Menschen derzeit auf dem Tiefpunkt.

„Beim Sport kann man alles für einen Moment vergessen“, weiß der erfahrene Sportler. Man hält sich fit, stärkt das Immunsystem und kurbelt die Produktion der Glückshormone an. Kurz: Mit Sport lässt sich die Vollbremsung, die das Leben gerade erfährt, besser überstehen.

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