Sansar und Rannacher gewinnen den Luisenturmlauf

Dennis Bleck

Schon auf dem Weg in den Wald hat Elias Sansar (vorne) eine Lücke zwischen sich und alle andere Läufer gerissen. - © Andre Schneider
Schon auf dem Weg in den Wald hat Elias Sansar (vorne) eine Lücke zwischen sich und alle andere Läufer gerissen. (© Andre Schneider)

Borgholzhausen. Am Freitagmittag fällte Sabine Lünstroth eine Entscheidung. Gemeinsam mit Vereinsvertretern beschloss die Geschäftsführerin des LC Solbad Ravensberg, dass der 47. Luisenturmlauf stattfinden wird. Sturm, Regen und zuletzt auch das Coronavirus hatten die Austragung der beliebten Laufveranstaltung extrem gefährdet. Als am Samstag erneut ein böiger Wind durch den Altkreis fegte, kamen Lünstroth Zweifel, ob sie richtig gehandelt hat. Nachdem am Sonntag die ersten Läufer die Ziellinie überquert hatten, kannte sie die Antwort.

„Die Strecke war super. Die Bedingungen nicht anders als in den Vorjahren", sagte Elias Sansar vom TuS Eintracht. Zum wiederholten Mal gewann der 40-Jährige den Hauptlauf über 21,1 Kilometer. Mit 1:17:27 Stunden war Sansar zwar rund eine halbe Minute schneller als bei seinem zweiten Platz im Vorjahr. „In Topform bin ich aber noch lange nicht", sagte er. In den nächsten drei bis vier Wochen will der zwölfmalige Hermannslaufsieger vor allem an seiner Grundschnelligkeit arbeiten, um dann, Ende April, um den 13. Titel mitlaufen zu können.

Luisenturmlauf 2020

Michelle Rannacher setzt ihre Prioritäten in nächster Zeit anders

Michelle Rannacher gewinnt bei den Frauen den Hauptlauf. Eigentlich hat die 25-Jährige ihre Ambitionen zurückgeschraubt. - © Andre Schneider
Michelle Rannacher gewinnt bei den Frauen den Hauptlauf. Eigentlich hat die 25-Jährige ihre Ambitionen zurückgeschraubt. (© Andre Schneider)

Der Hermann ist für Michelle Rannacher in diesem Jahr überhaupt kein Thema. Jüngst verkündete die Gütersloherin, dass sie sich von ganz ehrgeizigen Wettkampfzielen verabschiedet hat. Priorität genießt in nächster Zeit das Privatleben. Rannacher will den elterlichen Gartenbaubetrieb übernehmen und im Sommer ihren Freund heiraten. Dass die 25-Jährige von der DJK Gütersloh trotzdem eine Siegläuferin bleibt, unterstrich sie in Borgholzhausen: Nach 1:22:49 Stunden lief Rannacher als erste Frau des Hauptlaufes ins Ziel. „Ich musste erst einmal richtig wach werden", sagte sie und gab zu: „Bis Kilometer acht lief es bei mir überhaupt nicht. Danach flutschte es." Wie gut, das beweist der Blick auf die Ergebnisliste: Annika Fels von der LG Coesfeld beendete das Rennen als Zweite rund sechs Minuten später als Rannacher. Jana Volkmann (Teilzeitläufer Bielefeld, 1:29:43 Stunden) lief auf Rang drei.

Ganz so groß war der Unterschied im Feld der Männer nicht. Marius Güths war in 1:19:40 Stunden etwa zwei Minuten langsamer als Sansar. Der Mann von der SV Brackwede war froh, dass er vor Nils Pöhlker, Sieger des Weihnachtscross, das Rennen beendete. „Im Dezember war Nils noch vier Minuten schneller als ich", sagte er: „Dass ich heute vor ihm im Ziel bin beweist, dass ich in den vergangenen drei Monaten gut trainiert habe." Bei Pöhlker, der für den TSVE startet, stoppte die Uhr nach 1:20:12 Stunden.

Noch am Morgen vor dem Lauf beseitigen Helfer Sturmschäden

Insgesamt 965 Läufer und Walker begaben sich im Haupt- und 12,5 Kilometer langen Nebenlauf auf die Strecke – zehn weniger als im Vorjahr. Trotzdem unterstreicht das rege Interesse die Beliebtheit des Luisenturmlaufs. „Eine Absage hätte uns auch vor große Herausforderungen gestellt", erklärte Lünstroth, die am Ende der Veranstaltung einmal kräftig durchpustete. Der Dank gelte den Helfern, die zuletzt viel Freizeit opferten, um die Strecke zu präparieren. Selbst am Sonntagmorgen begaben sich einige vor Beginn der Veranstaltung in den Wald, um Sturmschäden zu beseitigen.

Info
Eßbach Schnellster über 12,5 Kilometer
Murat Bozduman blickte auf seine Pulsuhr. Den dritten Platz hatte der Läufer der LG Burg Wiedenbrück längst fest im Visier. Die Gefahr, die von hinten lauerte dabei aber unterschätzt: Auf den letzten Metern holte Pascal Aschmann Bozduman noch ein, lief Sekunden später vor dem Wiedenbrücker ins Ziel. „Das darf eigentlich nicht passieren", ärgerte sich Bozduman über den verpassten Podestplatz.

Dominiert wurde der 12,5 Kilometer lange Volkslauf von Tobias Eßbach. Nachdem der 29-Jährige im vergangenen Jahr in 47:19 Minuten noch Dritter des Wettbewerbs gewesen war, verbesserte er seine Zeit am Sonntag um mehr als drei Minuten. Eßbach, der für die SV Brackwede startet, in Halle aber zur Schule ging, gewann in 44:02 Minuten. Zweiter wurde der Solbader Lokalmatador Daniel Knoepke. Der leidenschaftliche Triathlet überquerte die Ziellinie nach 45:18 Minuten. Er war damit rund eine Minute schneller als Aschmann (46:09 Minuten), der am Ende einen hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde gegenüber Bozduman aufwies.

Schnellste Frau über 12,5 Kilometer war Mareike Walkenhorst vom TSVE Bielefeld. Sie siegte in 52:40 Minuten. Walkenhorst, die wie Knoepke auch gerne Triathlon läuft und im Sommer 2019 den Ironman in Hamburg finishte, entschied sich bewusst für die kürzere Distanz. Weil die Polizistin noch Spätdienst hatte, passte der etwa zehn Kilometer längere Halbmarathon nicht in ihr Zeitmanagement. Selbst die Siegerehrung musste sie sausen lassen.
Spannend ging es bei den Frauen im Kampf um die Plätze zwei und drei zu. In Lea Bergmann (SV Brackwede) und Ann-Christin Opitz (SC Melle) kämpften zwei Sportlerinnen bis zum Zieleinlauf um die Silbermedaille. Am Ende setzte sich die acht Jahre ältere Bergmann in 53:19 Minuten durch. Opitz war fünf Sekunden langsamer.

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