Was macht ein Umweltbeauftragter im Sportverein? Neues Amt beim SV Häger

Rüdiger Beine übernimmt die neue Aufgabe. Der ehemalige Jugendleiter handelt aus Überzeugung.

SVEN HAUHART

Im Hägeraner Oberwelland-Park soll es in Zukunft noch umweltbewusster zugehen. - © Sven Hauhart, HK
Im Hägeraner Oberwelland-Park soll es in Zukunft noch umweltbewusster zugehen. (© Sven Hauhart, HK)

Häger. In Unternehmen oder in Stadtverwaltungen gehört dieser Posten längst zum Alltag. In Sportvereinen suchte man ihn in der näheren Umgebung allerdings vergeblich. Bis jetzt: Der Vorstand des SV Häger hat in Rüdiger Beine zum ersten Mal einen Umweltbeauftragten ernannt.

„Das Thema hat sich langsam in meinem Kopf entwickelt", erklärt Beine. Nach rund 14 Jahren als Jugendtrainer und Jugendleiter des „kleinen HSV" möchte er in Zukunft nicht mehr täglich auf dem Platz stehen, den Verein aber gerne weiter in anderer Funktion unterstützen. Da der 56-jährige auch privat versucht, umweltbewusst und nachhaltig zu leben, kam er auf den Gedanken, möglichst viele Mitglieder des Vereins damit anzustecken.

Rüdiger Beine setzt auf gute Argumente. Foto: Sven Hauhart - © Sven Hauhart, HK
Rüdiger Beine setzt auf gute Argumente. Foto: Sven Hauhart (© Sven Hauhart, HK)

Erste Ideen, die er gerne umsetzen würde, hat Rüdiger Beine bereits. „Müllvermeidung oder überhaupt Mülltrennung kommen einem natürlich als erstes in den Sinn", sagt er. In der Tat: Ob Würstchenpappe, Plastikgabel oder Kronkorken – auf den heimischen Sportplätzen landen diese Dinge meist in einem einzigen Mülleimer.

Denkanstöße bringen mehr als Druck

Außerdem hat Beine eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur am Hägeraner Oberwelland-Park im Visier. Er selbst lässt das Auto wenn möglich stehen und greift zum Zweirad. „Unsere aktuellen Fahrradständer am Platz sind aber nicht unbedingt materialschonend", verdeutlicht er, dass Investitionen nötig sind. Insgesamt glaubt er aber, dass Geld, beispielsweise über geringere Energiekosten, eingespart werden kann.

Dass einige Leute aufgrund der medialen Dauerpräsenz mittlerweile vom Thema Klimaschutz genervt sind und er daher nicht bei allen offene Türen einrennen wird, ist Beine bewusst. Mit erhobenem Zeigefinger will er aber sowieso nicht vor den Vereinsmitgliedern stehen. Denn er ist davon überzeugt, „dass man Umweltbewusstsein nicht mit Druck, sondern nur mit überzeugenden Argumenten und Denkanstößen erreicht".

Dass in Deutschland die natürlichen Ressourcen jedes Jahr bereits im Mai aufgebraucht sind, kann für Beine auf Dauer genauso wenig weitergehen wie der Müllexport einer der reichsten Industrienationen der Welt. „Wenn ein Land wie Deutschland seinen Müll in Container packt und in die dritte Welt schickt", sagt Beine, „dann ist mir das einfach nur peinlich".

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