Gericht stellt Verfahren gegen SC Peckeloh wegen sexistischer Beleidigung ein

Christian Helmig

Den Fans des SC Peckeloh konnte kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. - © Sven Hauhart
Den Fans des SC Peckeloh konnte kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. (© Sven Hauhart)

Peckeloh. Die ganze Konzentration beim Fußball-Landesligisten kann nun der sportlichen Aufgabe am Sonntag bei der Spvg. Brakel gelten. „Wir hatten damit gerechnet, dass sich die Vorwürfe nicht bestätigen", zeigte sich Peckelohs Sportlicher Leiter Jan Fahrenwald gestern erleichtert über die gute Nachricht aus der Verbandszentrale in Kaiserau.

Wie berichtet hatte Schiedsrichter Marc-Roger Rudzki nach dem Haller-Kreisblatt-Cup Ende Dezember einen Sonderbericht angefertigt. Darin beschuldigte er mehrere Fans des SC Peckeloh, ihn zwischen und während der Vorrundenpartien sexistisch und diskriminierend beleidigt zu haben. Unter anderem sollen die Worte „schwuler Zigeuner" gefallen sein. Auch Alban Shabani geriet ins Visier: Peckelohs Spielführer, der das Turnier von der Tribüne aus verfolgte, sollte sich gegenüber Rudzki ebenfalls im Ton vergriffen haben.

20 Zeugen - keiner konnte den Verdacht bestätigen

Der SC Peckeloh bestritt die Vorwürfe und setzte sich dagegen zur Wehr. Rund 20 Zeugen benannte der Verein nach Auskunft von Jan Fahrenwald. Offensichtlich konnte keiner den bösen Verdacht hinreichend bestätigen. Sportrichter Markus Seip verzichtete daraufhin auf eine mündliche Verhandlung und stellte die Verfahren gegen den Verein und Alban Shabani im schriftlichen Verfahren ein. „Wir sind froh, dass die Sache in Kaiserau gelandet ist. So war eine gewisse Neutralität gewährleistet", sagt Fahrenwald.

Für den SC Peckeloh sei das Thema damit erledigt. Auf die zunächst erwogenen zivilrechtlichen Schritte gegen Rudzki werde der Verein verzichten und definitiv auch am nächsten Haller-Kreisblatt-Cup teilnehmen. „Schließlich machen wir das für unsere Fans", sagt Fahrenwald.

Beleidigungen werden auch in Zukunft konsequent verfolgt

Auch Patrick Hartmann, der das Verfahren als Vorsitzender des Kreisfußballausschuss an den Verband weitergeleitet hatte, kann die Entscheidung des Sportgerichtes nachvollziehen. „Die Beweislage war schon etwas dünn", gibt er zu und sagt: „Wer nichts gemacht hat, soll auch nicht bestraft werden."

Hartmann hofft, dass beim SC Peckeloh wieder Ruhe einkehrt. „Es ist schwierig für einen Verein, für jedes einzelne Mitglied geradezustehen. Aber der SC Peckeloh gibt sich große Mühe", betont der Funktionär. Eine Lehre solle sich für den Landesligisten und alle anderen Vereine aus dem Verfahren dennoch ableiten lassen: „Der Fußballkreis wird Beleidigungen und Angriffe gegen Schiedsrichter auch in Zukunft konsequent verfolgen."

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