Ein Leben in Symbiose mit dem Wasser - Nachruf auf Gerd Segieth

Der Versmolder ist jetzt im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hat seine Heimatstadt geprägt.

Marc Uthmann

Gerd Segieth ist mit 88 Jahren verstorben. - © Rita Sprick, HK
Gerd Segieth ist mit 88 Jahren verstorben. (© Rita Sprick, HK)

Versmold. Kindern das Schwimmen beizubringen, ist eine Aufgabe von besonderer Verantwortung. Die Mädchen und Jungen vertrauen dem Lehrer, er muss sie beschützen und ihr Selbstvertrauen stärken. In gewisser Weise begleitet der Schwimmmeister den Nachwuchs auf einer der wichtigsten Etappen in seinem jungen Leben. Gerd Segieth war diese Rolle auf den Leib geschneidert – er füllte sie voller Leidenschaft aus und erbrachte auch noch sportliche Höchstleistungen in bemerkenswertem Alter.

Gerd Segieth wurde im Wasser groß – und das im ostwestfälischen Flachland. Im Hallenbad des einstigen Versmolder Unternehmens Delius spielte er Wasserball und wurde mit seinem Team 1948 Westdeutscher Meister. Nach einer Schlachterlehre und zehnjähriger Wanderschaft kehrte Segieth Ende der 50er Jahre in seine Heimatstadt zurück und absolvierte dort die Schwimmmeisterausbildung.

Mehr als 5.000 Kinder lernen bei ihm das Schwimmen

Es war der Beginn eines Lebens in Symbiose mit dem Wasser: Segieth gab Unterricht, brachte mehr als 5.000 Kindern das Schwimmen bei und engagierte sich für den Schwimmverein Versmold, bei dem er auch den Aufbau der Wasserballabteilung forcierte.

Als Wettkampfschwimmer nahm Segieth nach seinem Renteneintritt 1990 richtig Fahrt auf und heimste in seiner jeweiligen Altersklasse Erfolge ein, wurde als 70-Jähriger etwa deutscher Meister über 200 Meter Brust, holte immer wieder Landesmeistertitel im Brust- und Rückenschwimmen. Auch um den Versehrtensport machte sich Gerd Segieth verdient, indem er 1964 die VSG Versmold mitbegründete und Jahrzehnte als Trainer begleitete.

„Gerd hat immer sehr viel gelacht", sagt Wegbegleiterin Ingeborg Storre vom Schwimmverein Versmold, die Segieth „über 45 Jahre im Schwimmbad kennen und schätzen gelernt" hat. Fröhlich und selbstbewusst ging der Versmolder die Dinge an – und zog auch hoch in den Achtzigern noch regelmäßig seine Bahnen. Diese Vitalität fehlt jetzt. Gerd Segieth hinterlässt Frau Christel und seine Tochter mit Familie.

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