LokalsportSF Loxten unterliegt TSG A-H Bielefeld mit 24:25

Der Handball-Oberligist kann seine Aufholjagd vor 1.500 Zuschauern in der Seidensticker Halle nicht krönen. TSG-Keeper Dähne wird zum Matchwinner.

Christian Helmig

Nils Patzelt und SF Loxten bleiben in Bielefeld weiter sieglos. - © Christian Helmig
Nils Patzelt und SF Loxten bleiben in Bielefeld weiter sieglos. © Christian Helmig

Bielefeld. „Kleinigkeiten werden das Spiel entscheiden", hatte Dirk Schmidtmeier vor der Partie gesagt. Im Prinzip behielt Loxtens Trainer recht – bis auf die Tatsache, dass der entscheidende Faktor gestern Abend keineswegs klein, sondern stattliche zwei Meter groß und 98 Kilo schwer war.

Bielefelds Keeper Johnny Dähne war in der 54. Minute beim Stand von 22:22 von TSG-Trainer Leif Anton für Paul Twarz aufs Feld geschickt worden. Es dauerte nur Sekunden, bis der aus Werther stammende Routinier in den Mittelpunkt rückte. Loxtens Max Schäper lief frei auf Dähne zu und hätte die Gäste zum ersten Mal seit dem 6:5 in der 12. Minute in Führung bringen können. „Ich wusste, dass Max eine enorme Sprungkraft hat und habe darauf spekuliert, dass er den Wurf ausspringt. Bei einem Lupfer hätte ich alt ausgesehen", erklärte Dähne augenzwinkernd. Der Torhüter blieb Sieger in dem Duell und meinte nach der Partie: „Das war die entscheidende Parade."

Denn fortan war den Sportfreunden die Unsicherheit im Abschluss anzusehen. Beim 23:23 scheiterte Marlon Meyer mit einen Siebenmeter an Dähne, Timo Mengers Aufsetzer sprang von der Unterkante der Latte vor die Linie. Auch Rechtsaußen Max Harnacke brachte den Ball nicht am langen TSG-Keeper vorbei. Weil auf der Gegenseite auch Loxtens Torhüter Marco Possehl „nicht schlechter gehalten hat", wie Dähne später kollegial lobte, entwickelte sich eine Schlussphase, die zum Spannendsten und Emotionalsten gehörte, was die vielen mitgereisten Loxtener Fans in der laufenden Saison erlebt haben.

Schwache erste Halbzeit führt zum 9:14-Pausenrückstand

Bielefelds bärenstarker Mittelmann Jan Hübner war es schließlich, der in der 59. Minute den finalen Treffer zum 25:24 setzte. Als Jan Schröders letzter Wurf Sekunden vor Schluss vom Außenpfosten ins Aus sprang, war Loxtens zweite Saisonniederlage perfekt.

Dass die Schmidtmeier-Schützlinge auf den dritten Platz zurückfielen, lag vor allem an einer schwachen ersten Halbzeit. Loxtens Abwehr offenbarte ungewohnte Lücken, dem Angriff fehlte im weiten Rund die Präzision. Nicht schuldlos daran war die Tatsache, dass SFL-Spielmacher Simon Schulz gegen die Bielefelder 5:1-Abwehr einen extrem schweren Stand hatte. „Außerdem sind viel Abpraller beim Gegner gelandet", haderte Schmidtmeier.

Nach dem 9:14-Rückstand zur Pause brachte die Aufholjagd im zweiten Abschnitt keinen Erfolg mehr. „Das hat Spaß gemacht", sagte Johnny Dähne mit einem breiten Grinsen nach der Partie. Die Mienen der Loxtener verrieten etwas anderes.

Info
TSG: Twarz (1.-54.), Dähne (54.-60.); Meyer, Zwaka (3), Maric (1/1), Schüttemeyer (4), Strathmeier (3), Schrage (2), Wagner (2), Heidemann, Werner (1), Hübner (5), Bergen (2), Sewing (2).
Loxten: Welge (1.-19.), Possehl (19.-60.); M. Harnacke (3), Meyer (4/2), Schulz (4/1), Schröder (4), Stockmann, Schäper (3), N. Patzelt (2), J. Patzelt (1), Menger (3), Harting, Weigel, Steinlechner (n.e.).
Zeitstrafen: 3:2.
Siebenmeter: 2/1:5/3 – Maric scheitert an Welge; Schulz an Twarz, Meyer an Dähne.
Schiedsrichter: Mühlenberg/ Weist (Marl/Gladbeck).

Zuschauer: 1.500.
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