SF Loxtens Siegesserie hält auch in Soest

Der Handball-Oberligist setzt sich beim bisherigen Auswärts-Angstgegner mit 24:23 (10:11) durch. Am Ende hilft den Gästen ein ungeschriebenes Gesetz.

Christian Helmig

Entwischt: Die Loxtener Jan Schröder (links) und Kim Harting können dem Wurf von Soests Michal Kurka nur nachschauen. Foto: Thomas Müller - © Thomas Müller
Entwischt: Die Loxtener Jan Schröder (links) und Kim Harting können dem Wurf von Soests Michal Kurka nur nachschauen. Foto: Thomas Müller (© Thomas Müller)

Loxten. Dass der Gefoulte niemals selbst schießen soll, wissen Fußballer schon lange. Loxtens Handballer vertrauten gestern ebenfalls dieser Weisheit. Ihr Lohn war der sechste Sieg im sechsten Saisonspiel.
Noch eine Minute war in Soest zu spielen, als Loxtens Trainer Dirk Schmidtmeier die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch legte. Nach einer 23:21-Führung (59.) hatten die Gäste innerhalb von Sekunden den Ausgleich kassiert. „Ich wusste, dass das eventuell unser letzter Angriff wird. Deshalb musste er gut geplant sein", erklärte Schmidtmeier später. Seine Spieler hatten ihm in der Auszeit offenbar genau zugehört, denn kurz darauf stand Marlon Meyer frei vorm Soester Tor und war nur siebenmeterreif zu stoppen.
Ausgerechnet Meyer, könnte man sagen. Denn eigentlich hätte der Rückraumspieler selbst derjenige sein sollen, der den Strafwurf verwandelt. Simon Schulz, Loxtens Siebenmeterschütze Nummer eins, hatte seine bis dato letzte Marke beim Stand von 18:15 an den Pfosten gesetzt. Weil Meyer in Folge des Fouls aber Schmerzen hatte, trat Schulz erneut an – und traf diesmal eiskalt durch die Beine von Torhüter Tim Faber. Soest kam danach zwar noch mal in Ballbesitz, der Winkel war für den Linksaußen der Gastgeber aber so ungünstig, dass sein Wurf leichte Beute für SFL-Keeper Pascal Welge wurde.
Die Freude bei Schmidtmeier und dem gesamten Team über den ersten Sieg beim bisherigen Auswärts-Angstgegner in der Oberliga war riesig. „Die Soester haben vorher angekündigt, dass sie Frösche klopfen wollen (Anmerkung der Redaktion: So heißt ein beliebtes Spiel auf der großen Soester Allerheiligenkirmes). Stattdessen haben wir ihnen heute den Schlüssel geklaut", formulierte der Trainer in launiger Anspielung auf das Soester Stadtwappen. Gleichzeitig hielt sein Team dem Druck stand, den die Konkurrenten an der Tabellenspitze, ASV Hamm-Westfalen II und TSG A-H Bielefeld, durch ihre Siege aufgebaut hatten.
Die Vermutung, dass der Soester TV der stärkste der bisherigen Loxtener Gegner werden sollte, hatte sich zuvor bestätigt. „Soests aggressive Spielweise hat uns am Anfang den Nerv getötet", erklärte Schmidtmeier, wie sein Team mit 1:4 (6.) und später sogar mit 5:9 (20.) in Rückstand geriet. Erst als die Gäste in der Abwehr „Zement anrührten", wendete sich das Blatt. Beim 11:11 (32.) fiel der Ausgleich, in der 45. Minute lag Loxten mit 17:14 erstmals komfortabel vorne. Kurz zuvor hatte STV-Mittelmann Michal Kurka bei einem Zusammenprall mit Jan Schröder einen Nasenbeinbruch erlitten. Schmidtmeiers Fazit: „Meine Jungs haben voll dagegengehalten. Dieser Sieg tut richtig gut."

Info
Loxten: Welge (1.-60.), Possehl (bei 7m); Schäper (3), Menger, Stockmann, Harting, J. Patzelt (4), M. Harnacke (3), N. Patzelt (4), Schulz (5/4), Meyer (1), Steinlechner, Schröder (4).

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