Türk Sports umstrittener Militärgruß ruft hitzige Diskussionen hervor

Dennis Bleck,Nicole Bentrup

Militärgruß: In der vergangenen Woche war dieses Foto aufgetaucht, das die Spieler des FC Türk Sport salutierend zeigt. - © Fupa
Militärgruß: In der vergangenen Woche war dieses Foto aufgetaucht, das die Spieler des FC Türk Sport salutierend zeigt. (© Fupa)

Bielefeld. Noch immer dominiert ein Thema der vergangenen Woche die Gespräche auf den Amateurfußballplätzen: Wie berichtet, war am Mittwoch (16.10.) ein Foto aufgetaucht, das den Bielefelder Bezirksligisten FC Türk Sport salutierend zeigt. Der Militärgruß gilt als umstritten und wird mit der fragwürdigen Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien in Verbindung gebracht. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) kündigte an, sportrechtliche Konsequenzen einzuleiten. Ein Vorgehen, das die Politik und viele Kommentatoren im Internet befürworteten.

Carsten Krumhöfner etwa, Vorsitzender der Brackweder CDU, teilte via Pressemitteilung mit: „Wir begrüßen sehr, dass der FLVW ausdrücklich darauf hinweist, dass dieses Verhalten auf westfälischen Sportplätzen nicht zu tolerieren sei und er sich weder für Provokation noch Diskriminierung missbrauchen lasse."

Riza Öztürk warnt vor voreiligen Schlüssen

Auch SPD-Fraktionsmitglied und FLVW-Integrationsbeauftragter Riza Öztürk hat sich noch einmal mit dem Fall des FC Türk Sport auseinandergesetzt. Schon in einer ersten Pressemitteilung des westfälischen Verbandes war Öztürk zitiert worden. Nun betonte er ein weiteres Mal: „Man muss den Vereinen verdeutlichen, wie sie sich auf den Sportplätzen zu verhalten haben."

Seitens des Verbandes, aber auch seitens der SPD sei es angestrebt, in Dialoge mit dem FC Türk Sport einzutreten. „Die Anfänge sind da auch schon gemacht", sagte Öztürk, der aber insgesamt zu einer vorsichtigen Betrachtung des Vorfalles riet. „Diese Geste sollte nicht nur provokant gesehen werden, denn es sind auch kurdischstämmige Spieler unter denen, die den Salut-Gruß gezeigt haben." Eines stellte Öztürk aber ganz klar heraus: „Wenn die Geste bewusst gezeigt worden ist, dann muss etwas unternommen werden." Grundsätzlich seien die Sportplätze ein Spiegel der Gesellschaft.

Der Verein kündigt Stellungnahme an

Im Internet gingen die Meinungen indes auseinander. Die Mehrheit aber betonte, dass sie einen Militärgruß auf heimischen Sportplätzen nicht sehen will. Das habe im Sport nichts zu suchen, kommentierte etwa ein HK-Leser auf Facebook. Hitziger verlief die Diskussion unter einem Beitrag, den Fupa Ostwestfalen veröffentlichte. „Wenn man als Verein im Bereich des DFB/FVLW am Ligabetrieb teilnimmt, hat man sich an die Regeln des Verbandes zu halten. Wenn Türk Sport diese nicht akzeptieren will, sollten sie in der wilden Liga spielen", schrieb dort ein Leser. Ein anderer forderte, „den ganzen Verein zu sperren".

Besonders die Aussage von Türk Sports Trainer Ugur Pamuk, der erklärte, dass der Salut-Gruß eine Art Schweigeminute für die gefallen Soldaten sei, sahen viele als fadenscheinige Ausrede an. Einige aber reagierten auch mit Verständnis: „Man darf nicht vergessen, dass diese Leute, die da salutieren, nicht den Krieg verherrlichen, sondern den Menschen Respekt zollen, die dort ihr Leben in Gefahr bringen", drückte ein Kommentar Mitgefühl aus.

Der FC Türk Sport kündigte gestern an, dass er sich heute in einer Stellungnahme detailliert zu den Vorwürfen äußern will.

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