Nach dem letzten Rennen: Wie geht es mit Versmolds Motorsportler Henkefend weiter?

Christian Helmig

Daumen rauf: Louis Henkefend Porsche Carrera-Cup. - © Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Daumen rauf: Louis Henkefend Porsche Carrera-Cup. (© Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH)

Versmold. Louis Henkefend ging voll auf Angriff. Auf dem anspruchsvollen und traditionsreichen Sachsenring, das wusste der 19 Jahre alte Versmolder, bieten sich den Fahrern des Porsche Carrera-Cups nur wenige Möglichkeiten, um Plätze gut zumachen. In Kurve sieben sollte es passieren. „Ich habe versucht, einen Konkurrenten außen zu überholen. Dabei geriet ich auf den Reifenabrieb der vorherigen Rennen und flog weit ins Kiesbett", berichtet Henkefend. Die Folge: Er handelte sich einen gehörigen Rückstand ein und kam lediglich als 25. des ersten Laufs ins Ziel.

Den rauen Wind, der in der prestigeträchtigen Rennserie herrscht, hatte Neuling Henkefend schon im Zeittraining des Saisonfinales zu spüren bekommen, das er nur geringfügig besser als 24. beendet hatte. „Ich war zur falschen Zeit mit meinem zweiten Reifensatz auf der Strecke. Gerade als ich meine schnelle Runde fahren wollte, wurde das Training mit der roten Flagge aufgrund eines Unfalls unterbrochen. Danach blieben nur noch rund fünf Minuten Restzeit und keine Chance auf eine Verbesserung."

„Es gibt kein GT-Fahrzeug, das schwerer zu fahren ist"

Im zweiten Lauf fuhr der Versmolder immerhin auf Platz 21 vor. „Zufrieden", gibt Henkefend zu, „bin ich mit dem Ergebnis nicht. Es lief in der Saison schon deutlich besser." Gleichzeitig liefert er eine Erklärung für seine schwankenden Leistungen in dem 485 PS starken Porsche GT3 Cup. „Ich habe so ziemlich die geringste Fahrzeit von allen Teilnehmern in dem Auto, viel mehr war mir da nicht möglich." In der Gesamtwertung der 33 Fahrer landete Louis Henkefend auf Platz 21.

Kurvenlage: Mit 485 PS rauschen die Fahrer im Porsche GT3 Cup über die Piste. - © Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Kurvenlage: Mit 485 PS rauschen die Fahrer im Porsche GT3 Cup über die Piste. (© Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH)

Wie schwer es ist, im Porsche-Carrera-Cup in die Spitze zu fahren, macht die Tatsache deutlich, dass es in den 16 Rennen lediglich drei verschiedene Sieger gab – den Franzosen Julien Andlauer, Michael Ammermüller aus Deutschland und Larry ten Voorde (Niederlande). „Das sind alles Fahrer mit mehreren Jahren Erfahrung auf diesem Auto", weiß Henkefend. Der Youngster hat erkannt: „Es gibt kein GT-Fahrzeug, das schwerer zu fahren ist, als der Porsche 911 GT 3 Cup. Das macht es ja aus, wer dieses Fahrzeug beherrscht kann so ziemlich jedes Auto mit Dach schnell fahren."

 Zukunft hängt von erfolgreicher Sponsorensuche ab

Begleitet wurde Louis Henkefend bei allen Rennen von seinem Vater. Stefan Henkefend ist selbst seit Jahrzehnten rennsportverrückt. Er findet, dass sein Sohn auf seine Entwicklung in der vergangenen Saison stolz sein darf. „Louis hat sehr viel gelernt. Angefangen von der Zusammenarbeit mit einem Renningenieur, den Medienvertretern und die professionelle körperliche und mentale Vorbereitung auf die sportliche Herausforderung. Er hat dem hohen Druck standgehalten und fast ausnahmslos die richtigen Entscheidungen in den Rennen getroffen", sagt Stefan Henkefend.

Die Zukunft seines Sohnes sieht er nach wie vor im Rennsport. „Wir haben für 2020 einige Angebote für den Carrera Cup und auch für die GT Masters. Alles hängt nun von der erfolgreichen Sponsorsuche ab", sagt Stefan Henkefend. Wie vor der Saison berichtet, mussten die Henkefends für das Premierenjahr im Allied-Racing-Team rund 300.000 Euro mitbringen. Louis Henkefend ist zuversichtlich, dass das Budget ausreichen wird: „Aufgrund meiner Leistungen sind die Konditionen günstiger als dieses Jahr."

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.