So heftig war der Ironman auf Hawaii für den Brockhagener Eike Diestelkamp

Florian Gontek

Geschafft: Eike Diestelkamp hat den Ironman auf Hawaii gefinisht. Da kann man über den Schmerz schonmal hinweglächeln. - © privat
Geschafft: Eike Diestelkamp hat den Ironman auf Hawaii gefinisht. Da kann man über den Schmerz schonmal hinweglächeln. (© privat)

Altkreis Halle/Kailua-Kona. Irgendwie genießen, irgendwie mit einem Lächeln ankommen – irgendwie unter 14 Stunden. Mehr wollte Eike Diestelkamp (39) bei seinem Debüt bei der Ironman-Weltmeisterschaft am Samstag auf Hawaii, genauer im kleinen Ort Kailua-Kona, ja gar nicht. Ihm war es ziemlich egal, dass Jan Frodeno in 7:51:13 Stunden zu einem neuen Fabelrekord schwebte und bei den Frauen die Bayreutherin Anne Haug 8:40:10 Stunden Seriensiegerin Daniela Ryf mit einer überragenden Laufleistung in den Schatten stellte. Das sind andere Sphären, das wusste Diestelkamp, der aus Brockhagen stammt und für das TriTeam-Gütersloh startet, auch schon vor dem Wettkampf.

Es wurde ein wilder Ritt in der Vulkanlandschaft Hawaiis, irre heiß und irre windig – 11:51:15 Stunden lang. „Ein horrible race, wie die Amerikaner sagen – und sicher der härteste Ironman, den ich jemals gemacht habe", sagt Diestelkamp.

Diestelkamp dachte ans Aufhören

Die Tortur begann mit Brandblasen. „Eine ziemlich große Dummheit", nennt Diestelkamp den kleinen Barfußausflug am Tag vor dem Rennen, der mit verbrannten Fußsohlen endete. Ein Handicap, das einen Tag darauf weniger beim Schwimmen, vielmehr jedoch auf der Rad- und Laufstrecke schmerzte. Kam er beim Schwimmen, nicht Diestelkamps Paradedisziplin, gut aus dem Wasser (1:26:54 Stunden), wurde es auf dem Rad (5:32:56 Stunden, („die letzten 50 Kilometer habe ich gefühlt nur gegen den Wind getreten") und beim abschließenden Marathon (4:39:27) hammerhart. „Eigentlich war das Thema für mich nach dem Radfahren auch beendet", sagt Diestelkamp. Besagte Brandblasen und zu wenig Flüssigkeit während des Wettkampfs hatten ihm den Stecker gezogen.

Sein Zustand nach den ersten zehn Laufkilometern: „Egal, ich hör hier jetzt auf". Er machte trotzdem weiter. Das Ziel erreichte er nach Sonnenuntergang. Hier warteten nicht nur Frau Caro, sondern auch gute Freunde der beiden, die ihre Hochzeitsreise über Kona umgeplant hatten: Aus dem Altkreis waren Ilona Pfeiffer und Andreas van Westen spontan zum Anfeuern gekommen. „Ich freu mich, dass ich es durchgezogen habe", sagt Diestelkamp „und mache jetzt erstmal nichts mehr". Hawaii ist nun für zwei weitere Wochen ausschließlich Urlaubsort – und soll es jetzt auch immer bleiben.

Info
Nur Lewanzik ist besser als Zudrop
In Tim Zudrop war neben Eike Diestelkamp noch ein weiterer Sportler aus dem Kreis Gütersloh auf Hawaii am Start. Der Athlet von Trispeed Marienfeld, der in Halle für Storck arbeitet, beendete den Ironman auf der Pazifikinsel in starken 9:26:45 Stunden. Im Feld der 2.370 Starter bedeutete diese Zeit Rang 207. In seiner Altersklasse M 30 landete der 31-Jährige auf Platz 44. Der Marienfelder wechselte nach 1:00:09 Stunden nach dem Schwimmen auf das Rad, von dem er nach weiteren 4:58:51 Stunden wieder abstieg. Den abschließenden Marathon lief er in 3:19:22 Stunden. Mit seiner Endzeit setzte sich Zudrop auf Platz zwei der ewigen Rangliste aller Hawaii-Finisher aus dem Gütersloher Südkreis. Nur sein Teamkollege, der Steinhagener, Heiko Lewanzik war 2018 mit 8:56:19 Stunden schneller.

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