TuS Brockhagen unterliegt TSG Harsewinkel im Verbandsligaderby mit 27:31

350 Zuschauer sehen eine lange Zeit offene Partie. Am Ende bringen sich die Gastgeber selbst um ihren Lohn.

Christian Helmig

Harte Bandagen: Brockhagens Benjamin Doherty setzt sich gegen Nico Schmeckthal durch. Foto: Christian Helmig - © Christian Helmig, HK
Harte Bandagen: Brockhagens Benjamin Doherty setzt sich gegen Nico Schmeckthal durch. Foto: Christian Helmig (© Christian Helmig, HK)

Brockhagen. Denn es waren nur Kleinigkeiten, die nach 60 Minuten den Unterschied zwischen dem Aufsteiger und dem Titelkandidaten Nummer eins ausgemacht hatten. Oder, wie es Brockhagens Trainer Timo Schäfer formulierte: „Zwei doofe Dinger."

Lange Zeit nämlich war die Partie zwischen den beiden Ortsnachbarn vor 350 Zuschauern in der rappelvollen Sporthalle an der Kellerstraße völlig offen. 19:18 lautete der hauchdünne Vorsprung für die TSG, als sich Brockhagens Benjamin Doherty in der 43. Minute für eine ungestüme Abwehraktion gegen Niko Krspogacin eine Zweiminutenstrafe einhandelte. Florian Bröskamp verwandelte per Siebenmeter zum 20:18.

Als Jannik Wortmann im nächsten TSG-Angriff ohne Not den Fuß in einen Pass stellte, musste er ebenfalls auf die Sünderbank. Prompt kassierte der TuS das 18:21 (45.) durch Malik St. Claire. „Die doppelte Unterzahl hat uns letztlich um unseren Lohn gebracht. Danach war das Spiel gegessen", stellte Schäfer fest.

Denn die Reserven, die die Gastgeber gebraucht hätten, um diesem Derby noch einmal eine Wende zu geben, hatten sie bis dato verbraucht. „Meine Mannschaft hat alles auf die Platte gelegt, was sie konnte", überwogen beim Brockagener Trainer schließlich auch die positiven Eindrücke der Partie.

Wenig begeistert dürften über weite Strecken des Spiels dagegen die zahlreichen Gästefans gewesen sein. Denn die Harsewinkeler hatten bis zur besagten Vorentscheidung nicht viel mehr als nötig getan. Vor allem im ersten Abschnitt waren sie nahezu fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen.

So ergab es sich, dass der beste Mann der Partie das Trikot der Verlierermannschaft trug. Fabian Raudies ließ sich weder von Manndeckung noch im Positionsspiel aufhalten. Mit zwölf Toren zeigte Brockhagens Rückraumspieler, dass er auch in der Verbandsliga eine veritable Waffe ist. Wohl auch das ein Grund, warum Harsewinkels Trainer Manuel Mühlbrandt für seinen ehemaligen »Co« Schäfer tröstende Worte fand: „In dieser Form braucht sich Brockhagen um den Klassenerhalt keine Sorgen machen."

Info
Brockhagen: Meise (1.-60.), Süllwold (bei 7m); Raudies (12/2), Blankert (5), Doherty (4), Koslik (3), Motzkau (2), Gressel (1), Wortmann, Stöckmann, Freilich, Hundeloh, Wörmann, Clysters.
Harsewinkel: Schröder, Hendrich; Steinkühler, S. Bröskamp (3), Krspogacin (5), Braun (3), Fröbel (5), Kalter, Schmeckthal (1), St. Claire (4), F. Bröskamp (10/4), M. Pelkmann.
Zeitstrafen: 3:2 – Doherty, Blankert, Wortmann, Krspogacin, S. Bröskamp.
Siebenmeter: 4/2:4/5 – Raudies scheitert an Hendrich und Schröder; F. Bröskamp an Meise.
Schiedsrichter: Hollmann/ Schrader (Bünde-Dünne/Möllbergen).
Zuschauer: 350.

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