Gegner für einen Abend: Chef contra Azubi beim Handball-Duell in Brockhagen

TuS Brockhagen erwartet am Freitag um 19.30 Uhr den Meisterschaftsfavoriten TSG Harsewinkel. Für Timo Schäfer und Marius Pelkmann hat das Nachbarduell einen ganz besondere Note.

Johnny Dähne

Der Handball steht im Mittelpunkt: Für Brockhagens Trainer Timo Schäfer (links) und den Harsewinkeler Marius Pelkmann war das heutige Verbandsligaderby natürlich auch am gemeinsamen Arbeitsplatz ein großes Thema. Foto: Johnny Dähne - © Johnny Dähne
Der Handball steht im Mittelpunkt: Für Brockhagens Trainer Timo Schäfer (links) und den Harsewinkeler Marius Pelkmann war das heutige Verbandsligaderby natürlich auch am gemeinsamen Arbeitsplatz ein großes Thema. Foto: Johnny Dähne (© Johnny Dähne)

Brockhagen. An der großen Stanzmaschine stellen sie sich gemeinsam zum Foto auf, lachen und scherzen. Diese freundschaftliche Atmosphäre wird heute Abend zwischen Timo Schäfer und Marius Pelkmann nicht herrschen: Dann stehen sich Brockhagens Trainer und Harsewinkels Spielmacher als Gegner gegenüber, wobei sich zum Anpfiff höchstwahrscheinlich beide auf der Bank wiederfinden dürften.

„Ich habe mich beim ersten Harsewinkeler Spiel gegen Porta schon gewundert, dass Marius und meine anderen Jungs nicht in der Startformation standen. Wahrscheinlich hat Mühle (Schäfer meint TSG-Coach Manuel Mühlbrandt, die Redaktion) sie geschont, damit sie gegen uns topfit sind", sagt Timo Schäfer schmunzelnd. Der Geschäftsführer der Firma Schäfer-Druck hat jedenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass Pelkmann, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, gegen den TuS ausgeschlafen auf die Platte gehen wird: Der eingereichte Urlaubstag für heute wurde natürlich bewilligt.

Es ist eine besondere Beziehung, die die beiden weit über das Berufliche hinaus verbindet. Im März 2015 arbeiteten sie erstmals auf dem Handballfeld zusammen. Der heute 21 Jahre alte Harsewinkeler war im »goldenen« 1998er-Jahrgang der TSG mit Florian Bröskamp, Malik St. Claire, Jonas Kalter, Marlon Meyer (heute SF Loxten) und Jendrik Lakebrink (jetzt Spvg. Steinhagen) eine der tragenden Säulen des Erfolgs, der in der Spielzeit 2017/18 nach knapp verpasster Qualifikation für die Jugendbundesliga im Gewinn der A-Jugend-Westfalenmeisterschaft mündete. „Unter Timo habe ich gelernt, auf der Mitte zu spielen. Vorher war ich ja nur Linksaußen", erklärt Pelkmann, den in Harsewinkel alle nur »Marv« oder »Mars« rufen.

„Unter diesen Voraussetzungen wird das schwierig für uns"

An seinem ehemaligen Schützling, mit dem er als TSG-Co-Trainer in der vergangenen Saison aus der Oberliga in die Verbandsliga abgestiegen ist, schätzt Schäfer neben dessen Torgefahr die Defensivqualitäten. „Was er auf der Spitze einer offensiven Deckung spielen kann, habe ich so bisher nur von ganz wenigen Spielern gesehen", erwidert der 33-jährige Schäfer die Lobhudelei seines Azubis, der abseits der sportlichen und beruflichen Themen ein Freund des Wertheraners ist. So gehörte Marius Pelkmann dem exklusiven Kreis an, der Timo Schäfers Junggesellenabschied auf Ibiza zelebrierte.

Dass bei Schäfer-Druck der Handball ein großes Thema ist, liegt übrigens nicht nur an Marius Pelkmann. Seine Teamkollegen Malik St. Claire und Jonas Kalter sind als Minijobber bei Schäfer beschäftigt. Hinzu kommen Brockhagens Ex-Spieler Maurice Grabmeir (jetzt TV Isselhorst) als Assistent der Geschäftsleitung, Finn Karklis (TV Werther), Marlon Meyer, Max Podzuweit (SF Loxten II) sowie Heike Sewing (Sekretariat), die Mutter von Luca Sewing (TSG A-H Bielefeld).

Sie alle sind gespannt darauf, ob die TSG gegen den personell gebeutelten TuS – neben dem gesperrten Christian Kalms ist Yannick Sonntag (Fußverletzung) stark angeschlagen – seiner Favoritenstellung gerecht wird. „Wenn wir komplett wären, würde ich einen Spruch ’raushauen. Aber unter diesen Voraussetzungen wird das schon schwierig für uns", sagt Schäfer. Marius Pelkmann hofft in seiner schelmischen Art derweil auf einen „schönen Arbeitstag am Montag".

Wer zu spät kommt, muss draußen bleiben

Weil es bis nach Brockhagen auch für die Fans der TSG Harsewinkel nur ein Katzensprung ist, rechnet Jörg Diestelkamp mit einer mehr als ausverkauften Halle. „Einige Zuschauer werden wohl draußen bleiben müssen. Aber leider können wir uns keine zusätzlichen Sitzplätze herzaubern", sagt der Sportliche Leiter des TuS. 350 Menschen haben auf der Tribüne an der Kellerstraße offiziell Platz. Wer sich ein Ticket sichern möchte, sollte frühzeitig anreisen. Die Kasse öffnet um 18 Uhr, also eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff.

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