Lieber denken als schwitzen? Ist Schach überhaupt ein Sport?

Ekkehard Hufendiek,Dennis Bleck

Symbolbild: Schach - © Pixabay
Symbolbild: Schach (© Pixabay)

Altkreis Halle. Die fünf Altkreis-Teams starten in die Saison. Als höchster Vertreter geht der SK Werther in der NRW-Klasse am Schachbrett auf Punktejagd. Doch ist Schach per Defintion überhaupt Sport? Unser Schachmitarbeiter Ekkehard Hufendiek und HK-Redakteur Dennis Bleck positionieren sich.

Ekkehard Hufendiek
Ekkehard Hufendiek

Pro: Lieber denken als schwitzen

Schach ist vielmehr als nur Sport. Es ist zugleich Kunst und Wissenschaft. Alles spielt sich im Kopf ab: Schach ist ein Denksport. Der Sieg hängt nicht vom Glück oder Zufall ab, sondern vom Wissen und Können. Es gibt Turniere und Weltmeisterschaften und sogar eine eigene Schacholympiade. 2008 in Dresden gab es Dopingkontrollen, weil zu viele Tassen eines koffeinhaltigen Getränkes als Betrugsversuch eingestuft wurden. Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Mittlerweile beschränken sich die Betrugsversuche auf elektronische Hilfsmittel – was ein viel ernsteres Problem darstellt.
Dass die Intensität der körperlichen Bewegung nicht immer gleichzusetzen ist mit dem Prädikat Sport, zeigt auch der Vergleich mit anderen Sportarten wie etwa Motor-, Segel, oder Reitsport. Im Übrigen steigt auch beim Schachspielen der Herzschlag eines Spielers an. Vor allem dann, wenn er ein dreizügiges Matt erspäht hat. Sogar Herzinfarkte mit Todesfolge hat es am Brett gegeben.

Dennis Bleck
Dennis Bleck

Contra: Als Spiel gesehen ist Schach ungesellig

E-Sport ist kein Sport: Zu diesem Schluss kam der Deutsche Olympische Sportbund erst vor etwa zwei Wochen. In dem Gutachten heißt es, dass „die Anforderung an die Körperlichkeit fehle". Das Daddeln an der Konsole oder am PC ist den Experten also schlicht nicht anstrengend genug. Doch ist Schach dann überhaupt Sport? Die Antwort kann nur nein lauten.

Sport bedeutet Laufen, Rennen und Schwitzen. Nicht: vor dem Bildschirm sitzen und mit den Fingern einen Joystick bedienen. Und dann eben auch nicht, Schachfiguren auf dem Brett zu bewegen. Sport hat etwas mit Gemeinschaft und Teamgeist zu tun: Klar, auch Schachspieler organisieren sich in Vereinen, aber als Spiel gesehen ist Schach sehr ungesellig. Im Normalfall spielen es zwei im direkten Duell. Schweigend. Außerdem ist Sport – in den meisten Fällen – eine gesundheitsfördernde Angelegenheit. Wer häufig an der frischen Luft trainiert, ist seltener krank, heißt es. Wegen ihres Sports aber, müssen Schachspieler nie nach draußen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.