Handball: Nordhorn schlägt Hesselteich deutlich - aber Julian Possehl hadert

Dennis Bleck

Erinnerungsfotos mit einem Bundesligaspieler: Der Hesselteicher Nachwuchs posiert mit Julian Possehl. - © Dennis Bleck
Erinnerungsfotos mit einem Bundesligaspieler: Der Hesselteicher Nachwuchs posiert mit Julian Possehl. (© Dennis Bleck)

Versmold. Auch noch einige Minuten nach der Schlusssirene konnte Julian Possehl den schwarzen Edding nicht aus der Hand legen. Er unterschrieb auf T-Shirts, Bällen und auf nackter Haut – die Unterschrift des 26 Jahre alten Versmolders war bei Autogrammjägern am gefragtesten. Zum ersten Mal seit seinem Wechsel von Loxten nach Lemgo war Possehl für ein Handballspiel in die Fleischstadt zurückgekehrt. Mit seiner HSG Nordhorn-Lingen traf er auf die Spvg. Hesselteich. Dass der Bundesliga-Aufsteiger aus dem Emsland den heimischen Landesligisten schlagen würde, war schon vor dem Anpfiff der Partie klar. Dass es in der Sparkassen Arena am Ende 49:18 (23:7) für den Favoriten hieß, überraschte also nicht. Trotzdem sprachen sowohl die Gastgeber als auch die Nordhorner von einem „guten Test".

Dennis Laumann, Trainer der unterlegenen Hesselteicher, war vom Tempo und der Dynamik des Bundesligisten begeistert. „Dem konnten wir nichts entgegensetzen", gab »Apu« ehrlich zu. Die Spvg.-Keeper David Stanjek und Sebastian Spellmann ahnten schon Mittwoch, dass es ein unangenehmer Arbeitstag werden könnte. Das Duo, das jeweils eine Halbzeit zwischen den Pfosten stand, musste einige Male hinter sich greifen. Es verhinderte mit vielen Paraden aber auch ein noch höheres Ergebnis. „Das ist schon beeindruckend, wenn du von Bundesligaspielern Lob für deine Leistung bekommst", sagte Stanjek. Für den Torwart, der eigentlich im ersten Jahr A-Jugend spielt, war das Kräftemessen mit dem Bundesligisten „ein einmaliges Erlebnis". Und auch Spellmann, der vor der Saison vom Kreisligisten Bockhorst/Dissen nach Hesselteich gewechselt war, betonte: „Diese Chance gegen einen Erstligisten zu spielen, bekomme ich so schnell sicher nicht wieder."

Nordhorn - Hesselteich

50. Tor hätte eine Kiste gekostet

Während sich das Hesselteicher Torwartgespann darüber freute, den 50. Gegentreffer verhindert zu haben, trauerte Possehl der verpassten Gelegenheit nach. Kurz vor dem Ende hätte Rechtsaußen Alec Smit die 50 vollmachen können. Er verpasste die Chance. Und deshalb sitzt Nordhorn-Lingen nun auf dem Trockenen. „Das Tor hätte eine Kiste Bier gekostet", sagte Possehl, der seinem Mitspieler Absicht unterstellte. Denn schon für das 40. Tor, das ebenfalls Smit warf, sind Kaltgetränke fällig. „Wir sind stinksauer", scherzte der Versmolder.

Viel Zeit die Getränke zu trinken, hätte Possehl aber ohnehin nicht gehabt: Denn obwohl seine Freunde und die Familie auf der Tribüne saßen, ging es für den Linkshänder zeitig zurück ins Emsland. Ab Sonntag reisen Possehl und die HSG dann für rund eine Woche ins Trainingslager nach Brandenburg. Dort testet der Bundesligist gegen Ligarivale Leipzig. Dass der 26-Jährige dann erneut so viele Autogramme schreiben muss, ist eher unwahrscheinlich.

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