Ex-Arminia-Manager Lamm muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

Dem Ex-Manager von Waldhof Mannheim wird vorgeworfen, Gelder für ein Bauprojekt auf sein privates Konto umgeleitet zu haben

Matthias Bungeroth

Muss sich wegen Betrugs verantworten: Rüdiger Lamm, Ex-Manager von Waldhof Mannheim und Arminia Bielefeld. - © dpa
Muss sich wegen Betrugs verantworten: Rüdiger Lamm, Ex-Manager von Waldhof Mannheim und Arminia Bielefeld. (© dpa)

Mannheim/Bielefeld. Wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall muss sich Rüdiger Lamm, früherer Berater und Manager des SV Waldhof Mannheim und ehemaliger Manager von Arminia Bielefeld, am kommenden Mittwoch vor dem Landgericht in Mannheim verantworten. Das berichtet der Mannheimer Morgen.

Das Verfahren beginnt demnach sieben Jahre, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn und zwei Männer Anklage erhoben hatte. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten beim Bau des Fußball-Jugendförderzentrums von Waldhof Mannheim Ende 2006.

Der damalige SVW-Manager Lamm soll dem Bericht zufolge in dieser Zeit nach Möglichkeiten gesucht haben, Spenden für das Multifunktionsgebäude - vor allem von der Dietmar Hopp Stiftung - dem finanziell angeschlagenen Club und teilweise auch sich selbst zuzuschanzen.

Überlastung der Richter verzögerte das Verfahren

Zu diesem Zweck nahm er laut Staatsanwaltschaft Kontakt zu zwei Geschäftsleuten aus Offenbach auf, die wegen Beihilfe zum Betrug angeklagt sind. Die beiden stellten laut Mannheimer Morgen den Kontakt zu einem Generalunternehmer her. Dieser erklärte sich bereit, das Förderzentrum für 665.000 Euro zu bauen, tatsächlich aber ein Angebot in Höhe von 1,15 Millionen Euro netto vorzulegen. Von der abgezweigten halben Million wollte sich Lamm laut Anklage 100.000 Euro selbst gönnen, weitere 100.000 Euro sollten an die Offenbacher gehen.

Der Rest in Höhe von 300.000 Euro sollte mit Unterstützung der Mitangeklagten über Sponsoringverträge an den Verein zurückfließen. Wie geplant, habe der Verein mit dem Generalunternehmer einen Vertrag zum Herstellungspreis von 1,15 Millionen Euro abgeschlossen.

Von den 2007 und 2008 erfolgten Zahlungen an den Unternehmer flossen rund 428.000 Euro an zwischengeschaltete Firmen, vermutlich jene der Offenbacher. Davon wiederum landeten 190.000 Euro auf Basis von Sponsorenverträgen beim SV Waldhof.

Lamm soll 69.500 Euro für Beraterverträge erhalten haben

Wie die Staatsanwaltschaft weiter ausführt, sollen Rüdiger Lamm 69.500 Euro und die Mitangeklagten jeweils 15.000 Euro für angebliche Beraterverträge erhalten haben. Verbleib und Verwendung der restlichen 138.500 Euro sind unklar. Nach einem Bericht des Mannheimer Morgen aus dem Jahr 2012 waren die Dietmar Hopp Stiftung, die die Baukosten übernommen hatte, und die Bürgerstiftung Mannheim die Geschädigten. Tatsächlich kam das ganze Geld von der Hopp-Stiftung. Die Bürgerstiftung war dem Bericht zufolge während der Bauphase zwischengeschaltet worden, damit das Geld im Falle einer Insolvenz des Hauptvereins nicht verloren geht.

Dass Lamm und den beiden Mitangeklagten erst jetzt der Prozess gemacht wird, begründete ein Sprecher des Landgerichts mit der Überlastung der Richter. Verfahren, bei den Angeklagte in Untersuchungshaft säßen, hätten Vorrang gehabt. Verjährt sei die Angelegenheit aber nicht.

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