Ein Wochenende Handball-Volksfest in Hesselteich

60. Pokalsportfest: 118 Handballmannschaften laufen auf dem Sportplatz an der Casumer Straße auf. Und das, obwohl die Rahmenbedingungen nicht die besten waren

Florian Gontek,Marc Uthmann

Freude pur: Bei den ganz kleinen Handballern machte das Zuschauen doppelt Spaß. - © Marc Uthmann
Freude pur: Bei den ganz kleinen Handballern machte das Zuschauen doppelt Spaß. (© Marc Uthmann)

Hesselteich. Großveranstaltungen enden oft mit einem Feuerwerk – in Hesselteich gab’s den Knalleffekt zum Auftakt: Ein Gewitter begrüßte die Sportler am Freitagabend, unter den Zelten und Unterständen rückte die Handball-Familie dicht zusammen und kam ins Gespräch. Dann verkündeten die Gastgeber über Mikro eine „kurze, trockene Wetterschneise“ – es war der Auftakt zu einem fröhlichen Sportfest-Wochenende.

Denn auch wenn das Trockenputzen des Balles mitunter intensiver praktiziert wurde als der beherzte Antritt oder der dynamische Wackler, blieben die Bedingungen doch stabil. So konnte sie steigen, die große Handballparty bei der 18. Auflage des Mitternachtscups. Moderator Max Maschmann ließ – mutig in kurzer, weißer Tenniskluft – die 17 Teams im „Wimbledon Ostwestfalens“ an der Casumer Straße nach und nach einlaufen. Angefangen vom Turnierrekordsieger des 1. Oesterweger Poker- und Tellvereins (fünf Titel), der standesgemäß in Königskluft auflief und den Wanderpokal von Lars Ziepelmeyer eintragen ließ, über Lifeguards im Baywatch-Look bis hin zu einer als Wikinger marodierende Oesterweger Landjugend war alles vertreten. Am Ende sicherten sich »Pegelclub & Friends« (125 Punkte) in der Gesamtwertung aus Kostüm, Biermetern, Fairness und Toren unter dem strengen Blick der Jurorinnen Mareike Warning und Doris von Ameln den Wanderpokal. Nur knapp dahinter: die Landjugend Oesterweg (122) und die Lion Kings (113).

60. Pokalsportfest der Spvg. Hesselteich

Nächstes Jahr wieder nach den Sommerferien

Von Samstagnachmittag bis Sonntagabend war der Sportplatz auf Sand und Rasen dann durchgehend von Handballern bevölkert. Organisator Gerald Klekamp sah es vor allem mit Blick auf den reibungslosen Ablauf gern, zufrieden war er dennoch nicht: „118 Teams sind eigentlich nicht unser Anspruch“, betonte er, und stieg sogleich in die Ursachenforschung ein: „Wir hatten unbeständiges Wetter, es ist schon das erste Ferienwochenende und viele Jugendliche und ihre Trainer sind nach den langen Wochen der Quali einfach geschlaucht.“ Im nächsten Jahr rückt das Sportfest hinter die Sommerferien. „Dann sind alle wieder heiß auf Handball“, hofft Gerald Klekamp und verspricht dafür wieder ein abwechslungsreiches Programm.

Mitunter aber sind die einfachsten Rezepte die besten: Zur Kaffeezeit am Sonntag war die Anlage rappelvoll. Die Besucher genossen ihren Kuchen und freuten sich riesig über die Show, die ihnen die Handball-Minis boten. Mal bildete sich das übliche Knäuel fröhlicher Kinder um den Ball, dann lief ein eingewechselter Spieler konsequent weiter und drehte auf dem Nachbarplatz seine Runden. Und als ein Coach verzweifelt rief: „Der Schiedsrichter hat gepfiffen, jetzt müsst ihr auch mal zuhören“, lachte sich die Elternschaft schlapp. Dieser Moment war auch ein Knaller. Und zwar der zum Abschluss.

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