Zum fünften Mal: Dario Wildmann gewinnt den Kölkencup

Zeitfahrspezialist vom RC Sprintax Bielefeld ist jetzt der Rekordsieger des Einzelzeitfahrens. Mit 81 Teilnehmern ist die Veranstaltung aber viel schwächer besucht als erhofft.

Christian Helmig

Hoch motiviert: Dario Wildmann wollte den fünften Sieg beim Kölkencup unbedingt – und er bekam ihn. Foto: Christian Helmig - © Christian Helmig
Hoch motiviert: Dario Wildmann wollte den fünften Sieg beim Kölkencup unbedingt – und er bekam ihn. Foto: Christian Helmig (© Christian Helmig)

Hesselteich. Es muss nicht immer Hightech sein. „Eigentlich hab ich mir das Klapprad nur gekauft, weil man es kostenlos in der Bahn mitnehmen kann", sagte Jan Hegemann grinsend. Mit seinem urigen Untersatz war der Handballtorwart der HSG Union 92 Halle der Hingucker bei der 28. Auflage des Kölkencups. Und er hat Spaß am Rennsport gefunden. Hegemanns Traum ist die Teilnahme beim »World-Klapp«, der Weltmeisterschaft für Klappräder. Zur Probe startete er gestern Abend in Hesselteich schon mal auf der erstmals angebotenen Volksdistanz über 14 Kilometer.

Hingucker: Jan Hegemann aus Halle sattelte sein Klapprad. - © Christian Helmig
Hingucker: Jan Hegemann aus Halle sattelte sein Klapprad. (© Christian Helmig)

Ein anderer Debütant, ebenfalls gelernter Handballer, wagte sich gleich an die klassischen 21 Kilometer. „Ich habe alles rausgehauen, aber niemanden überholt", sagte Timo Klack von der TG Hörste. Vor kurzem hat der 46-Jährige seinen ersten Triathlon bewältigt. Umso mehr war er von der Konkurrenz auf ihren Zeitfahrmaschinen beeindruckt. „Wahnsinn, was manche hier für einen Bumms in den Beinen haben."

"Das ist mein Lieblingsrennen"

Das galt in erster Linie für Dario Wildmann. Von 2012 bis 2015 hatte er vier Mal in Folge gewonnen. Fünf Siege aber hatte vor ihm noch niemand beim Kölkencup geschafft. „Das ist mein Lieblingsrennen. Deshalb war ich richtig heiß auf den Rekord", gab der 46-Jährige später zu. Seine Motivation demonstrierte Wildmann schon, als er sich als einer der ersten Fahrer angemeldet hatte. „Normalerweise starte ich lieber spät, aber diesmal war es die richtige Entscheidung", sagte der Sieger. Denn während die letzten Starter mit der regennassen Fahrbahn kämpften, war Wildmann noch im Trockenen durchs Ziel gerast. Zur Krönung freute er sich über eine persönliche Bestzeit: 27:15 Minuten, so schnell war der Bielefelder vom RC Sprintax noch nie in Hesselteich gefahren.

Überhaupt war das sportliche Niveau an der Spitze hoch. Immerhin 15 Fahrer blieben unter der magischen 30-Minuten-Marke. Aber es waren eben nur 81, die angesichts der düsteren Wetterprognosen überhaupt an den Start gegangen waren. Auch der ehemalige Elitefahrer Tobias Müller vom RSV Unna, im Vorfeld als Mitfavorit angekündigt, verzichtete. Die Mannschaftswertung fiel komplett aus und die Volksdistanz wurde nicht wie erhofft angenommen. „Schade, denn die Veranstalter geben sich hier wirklich große Mühe", sagte Wildmann. Auch Organisator Rolf Uthmann, der in besten Jahren schon bis zu 200 Rennradfahrer an der Casumer Straße begrüßen durfte, bemühte sich gar nicht erst, gute Miene zum verregneten Spiel zu machen. „Die Teilnehmerzahl ist absolut enttäuschend. Aber mehr können wir als Verein nicht tun."

 

28. Kölkencup der Spvg. Hesselteich
Info
Ergebnisse
21 Kilometer – Männer (71 im Ziel): 1. Dario Wildmann (RC Sprintax) 27:15 Minuten, 2. Sebastian Renken (SG Cycling/Butjadingen) 27:35, 3. Björn Holzapfel (RSV Unna) 27:37, Thomas Göllner (Radsport Schiffner) 27:49, 5. Mathias Kemnitz 28:32, 6. Domitian Ulrich (TSVE Bielefeld) 28:40, 7. Patrick Hanhart (Tri Speed Marienfeld) 28:40, 8. Stefan Spieker (Höxter) 28:57, 9. Raoul Dobroschke (TSVE Bielefeld) 28:58, 10. Leonhard Fenske (Tri Team Lage) 29:15, ...19. Dirk Strothmann 30:14, 23. Jörn Strothmann 30:53, 33. Lasse Buschmaas (alle LC Solbad) 32:03, ... 37. Jörg Kreft (SG Oesterweg) 32:10.
Frauen (11 im Ziel): 1. Kimberly Miller (Tri Team Osnabrück) 30:23, 2. Marion Wittler 30.42, 3. Felicitas Wendler (beide Team Lübbering) 31:18, ... 6. Lisa Strothmann (LC Solbad) 32:38.
14 Kilometer (9 im Ziel): 1. Jürgen Kriegel (FC Greffen) 22:05, 2. Tobias Esselbrügge (Spvg. Hesselteich) 23:21, 3. Dirk Roggenkamp (Sprintax) 23:50.

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