Zoff nach dem Saisonfinale: TC BW Halle erntet Kritik aus Köln

Tennis-Regionalliga: Weil die Haller bei ihrem Sieg in Solingen die Doppel abschenken, wirft ihnen ein anderer Ligarivale Wettbewerbsverzerrung vor. Halles Kapitän kontert

Christian Helmig

Kann die Vorwürfe aus Köln nicht nachvollziehen: Halles Kapitän Christopher Koderisch. - © Philipp Kreutzer
Kann die Vorwürfe aus Köln nicht nachvollziehen: Halles Kapitän Christopher Koderisch. (© Philipp Kreutzer)

Halle. Einen Tag nach dem Saisonfinale in der Tennis-Regionalliga sehen sich die Herren des TC BW Halle dem Vorwurf der „Wettbewerbsverzerrung" ausgesetzt. So zumindest bezeichnet Torben Theine, Teamchef des Kölner THC Stadion RW die Entscheidung der Haller, nach einer vorentscheidenden 5:1-Führung beim Solingener TC auf die Austragung der Doppel zu verzichten und den Gastgebern zwei Punkte kampflos zu überlassen.

6:3 lautete das Endergebnis. Im Fernduell mit Solingen um den rettenden sechsten Tabellenplatz wäre die zweite Mannschaft der Kölner aber auf einen 7:2- oder 8:1-Sieg der Haller angewiesen gewesen. Dass die Domstädter ihre Partie beim Marienburger SC selbst am Ende ganz knapp mit 4:5 verloren und ohnehin abgestiegen wären, ist aus Theines Sicht unerheblich. „Es bestand in diesem Fall gar nicht mal die Chance", schreibt er in einer in einer E-Mail, die dem HK vorliegt. Für Thorben Theine lässt der Verlauf des letzten Spieltags nur eine Lehre zu: „Die Doppel müssen vor allem bei so einem engen Tabellenstand ausgespielt werden. Da sollte es keine Diskussion geben", sagt er.

Koderisch kontert: „Kölner sollen lieber ihre Hausaufgaben machen"

Für Christopher Koderisch ist der Vorwurf aus Köln „eine Frechheit". Der Mannschaftsführer des TC BW Halle sagt: „Wir waren schon abgestiegen, haben aber trotzdem noch einmal alle am Limit gespielt und haben Köln ja sogar Schützenhilfe gegeben." Er selbst und Nico Schinke seien nach kraftraubenden Einzeln über drei Sätze „völlig fertig" gewesen und hätten im Doppel nicht mehr antreten können. Koderisch betrachtet Theines Kritik eher den Versuch, von eigenen Versäumnissen abzulenken. „Die Kölner sind im letzten Spiel zum ersten Mal ohne ihre Nummer eins angetreten. Sie sollen lieber ihre Hausaufgaben machen und nicht die Schuld bei anderen suchen", sagt er.

Zuspruch erhalten Torben Theine und der Kölner THC Stadion RW dagegen von Peter Westerheide. „Bei einer 5:1-Führung ist es Konvention unter den Vereinen, dass bei einem Verzicht auf die Doppel zwei Punkte an den Sieger gehen", erklärt der Spielleiter der Regionalliga. In diesem Fall war es aber genau umgekehrt. Westerheide findet es eindeutig, „dass hier gegen Köln anders entschieden wurde".

Der Funktionär hat den Fall an den Spielausschuss der Regionalliga abgeben. Sanktionen im Sinne des Regelwerks hätten Halle und Köln zwar nicht zu erwarten, sagt er. Einen Kommentar zum Spielbericht möchte Westerheide trotzdem festhalten, denn: „Was da gelaufen ist, war überaus unsportlich."

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