Tennisspieler stellen Weltrekord auf

Max Maschmann

Großkampftag: Über 500 Tennisspieler kamen am Sonntagmorgen zur Vorrunde der One-Point-WM auf die Anlage des TC BW Halle. - © Ulrich Fälker
Großkampftag: Über 500 Tennisspieler kamen am Sonntagmorgen zur Vorrunde der One-Point-WM auf die Anlage des TC BW Halle. (© Ulrich Fälker)

Halle. Er fasst sich an den Kopf, der Blick ungläubig. „Was ist mir da gerade passiert?", scheint David Tesic das Publikum auf dem gut gefüllten Court eins des Gerry Weber Stadions fragen zu wollen. Eine Antwort darauf kann ihm niemand geben. Im Finale der One-Tennis-Point-WM hat der Youngster Ex-Profi Stefan Koubek, früher Nummer 20 der Tenniswelt und inzwischen österreichischer Davis-Cup-Kapitän, in diesem einen, entscheidenden Ballwechsel schon fast niedergerungen.

"Plötzlich war alles wieder drin"

Doch dann das: Tesic greift an, geht ans Netz – und schlägt die Filzkugel ins Aus. Wie schmerzhaft ein Modus sein kann, bei dem jede Partie durch einen Punkt entschieden wird, erfährt der Spieler des Gladbacher HTC, der für gewöhnlich vor gut 25 Zuschauern in der Niederrheinliga aufschlägt, am eigenen Leib. „Eigentlich hatte ich den Punkt schon verloren, aber dann war doch wieder alles drin", schildert Koubek später sein Glück.

One-Tennis-Point-Weltmeisterschaft

Der Sieg bringt dem Österreicher neben dem Weltmeistertitel auch 5.000 Euro sowie zwei Flugtickets nach Dubai ein. Weil Koubek an seinen knapp unterlegenen Rivalen denkt, schlägt er vor: „Wir könnten die zwei Tickets für die Business Class ja auch in vier Economy-Karten umtauschen." Tesic aber muss sich nicht grämen. Er bekommt für den zweiten Platz einen Gutschein eines Ausrüsters in Höhe von 1.500 Euro und dazu zwei Schläger von Alexander Zverev, der vom Balkon seines Hotelzimmers auf den Rasen gekommen ist.

Mies und Krawitz schauen »Toto« zu

Überhaupt ist die Dichte an Prominenten am Sonntagnachmittag rund um Court eins hoch. Dort haben sich die 32 besten Spieler zur Endrunde eingefunden, nachdem es am Morgen auf den Ascheplätzen des TC BW Halle mit über 500 Damen und Herren losgegangen ist. Und weil ein Tennis-Wettstreit auf Haller Rasen quasi nach dem Namen Roger Federer verlangt, kommt der Schweizer »Maestro« auch. Federer stellt sich zum Gruppenfoto auf und klatscht alle Teilnehmer der Endrunde ab.

Zu denen zählt auch Halles Regionalligaspieler Christopher Koderisch. Unter den Augen des sprücheklopfenden Schiedsrichters Oliver Pocher, des Moderators Matthias Stach (Eurosport) sowie der prominenten Zaungäste Andreas Mies und Kevin Krawietz (French-Open-Sieger im Doppel) schlägt »Toto« den Ball im Achtelfinale ins Netz – das Aus.

"Man merkt hier keinen Wettkampf"

Dass dabei sein aber auch alles sein kann, wird Pia Laker bestätigen. Die frühere Handballerin der Spvg. Steinhagen ist mit Freund Simon Dreier an die Weststraße gekommen – ohne Tenniserfahrung. Das fällt bei ihrem Erstrundenmatch nicht auf, zum Weiterkommen reicht es nicht. Für Dreier ist in Runde drei Schluss. „Man merkt hier keinen Wettkampf, alles läuft sehr kumpelig ab", sagt Laker.

Max Wichelmann von Ausrichter Tennis-Point freut das Lob. „Wir wollten etwas anderes machen, als ein klassisches Turnier", sagt der Projektleiter , der mit 50 Helfern im Einsatz ist. Lohn für die Mühe: Rekordexperte Rolf Allerdissen verkündet abends, dass der Rekordversuch mit 523 Teilnehmern geglückt ist.

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