Handball-Landesliga: Diese Altkreis-Spieler blicken auf die Saison zurück

Johnny Dähne

Dieses Duell entschied die Meisterschaft: Christian Kalms (am Ball) und der TuS Brockhagen erkämpften sich im Februar ein Unentschieden und gewannen den direkten Vergleich. Hörste um Youngster Arne Grabowksi (rechts) blieb nur Platz zwei. - © Andre Schneider
Dieses Duell entschied die Meisterschaft: Christian Kalms (am Ball) und der TuS Brockhagen erkämpften sich im Februar ein Unentschieden und gewannen den direkten Vergleich. Hörste um Youngster Arne Grabowksi (rechts) blieb nur Platz zwei. (© Andre Schneider)

TuS Brockhagen

Nach dem zweiten Platz in der Vorsaison hinter dem alles überragenden TV Isselhorst (52:0 Punkte) zahlte sich die Brockhagener Beharrlichkeit in dieser Spielzeit aus: Mit 46:6 Zählern musste für die Meisterschaft allerdings ebenfalls eine rekordwürdige Bilanz her, weil die TG Hörste bis zum letzten Spieltag Druck auf den TuS ausübte. Dank des gewonnenen Direktvergleichs gegenüber der TGH (19:18/23:23) reichte es für das Team von Trainer Lokman Direk, der nach dem zweiten Spieltag Michael Kopahs auf der Trainerbank beerbte. Ein sportliches Grundprinzip bewahrheitete sich erneut: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften. Mit durchschnittlich 23,77 Gegentoren pro Partie stellte der TuS die beste Abwehr der Liga.

Fabian Raudies, im Aufstiegstaumel sagten Sie, dass der TuS in der Verbandsliga unter den ersten fünf Teams landen wird. Gehen Sie ein paar Wochen später immer noch davon aus?

Fabian Raudies: Klar, das denke ich immer noch. Wir sind breit aufgestellt im Rückraum und bekommen in Paul Blankert (SF Loxten; d. Red.) und Benny Doherty (TSG Harsewinkel; d. Red.) sogar noch richtig Qualität dazu. Außer Harserwinkel und Altenbeken wüsste ich nicht, wer uns von einer Top-Fünf-Platzierung abhalten soll.

Nach Michael Kophas und Lokman Direk kommt in Timo Schäfer in Ihrer dritten Saison der dritte Trainer auf Sie zu. Was erwarten Sie von ihm?

Raudies: Auf jeden Fall keine Larifari-Vorbereitung. Ich habe mit ihm schon mehrfach gesprochen und ich komme sehr gut klar mit ihm. Es ist ihm anzumerken, dass er richtig Bock auf die Saison hat.

TG Hörste

Für die beste Offensive der Liga – die »Rothosen« netzten im Schnitt 29,81 Mal pro Partie – reichte es um Haaresbreite nicht zum zweiten Verbandsliga-Aufstieg nach 2015. Neun Siege in Serie aus den letzten neun Partien langten nicht, um den TuS Brockhagen noch vom Tabellenthron zu stoßen. Nach dem 23:23-Unentschieden in Brockhagen, wo die TGH bis 90 Sekunden vor dem Abpfiff führte, übernahm Ex-Coach Thomas Lay mit freundlicher Genehmigung seines aktuellen Klubs SF Loxten für den mittlerweile wiedergenesenen Christian Blankert den Trainerposten.

Marco Stutzki, der Abgang von Kreisläufer Luca Borutta zum Oberligisten TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck reißt ein tiefes sportliches Loch. Wie wollen Sie das stopfen?

Marco Stutzki: In Luca verlieren wir eine Naturgewalt. Man konnte ihn mit seinem Körper immer anspielen – das wird uns sicher abgehen. In Timon (Lepper; d.Red.) haben wir einen super Mann für die Abwehr, der vorne immer mehr hineinwächst. Und in Simon Walkenhorst kommt aus der zweiten Mannschaft ein Guter hinzu.

Christian Blankert ist nach seiner gesundheitlichen Auszeit wieder da und wird die Vorbereitung leiten. Wie hart wird es, sich nach so einem knappen Saisonausgang wieder zu motivieren?

Stutzki: „Hart" ist auf jeden Fall der richtige Ausdruck, weil Christian sich ja nie eine zimperliche Vorbereitung ausdenkt. (schmunzelt) Spaß beiseite: Trotz der kurzzeitigen Enttäuschung über Platz zwei schweben wir wegen unserer guten Leistungen auf einer Euphoriewelle. Ich hoffe, dass wieder alle gut mitziehen werden.

TV Werther

Führen auch in der nächsten Saison intensive Zweikämpfe: Sven Janson vom TV Werther (blau) und Philipp Henselewski von der Spvg. Hesselteich (Nr. 20). - © Johnny Dähne
Führen auch in der nächsten Saison intensive Zweikämpfe: Sven Janson vom TV Werther (blau) und Philipp Henselewski von der Spvg. Hesselteich (Nr. 20). (© Johnny Dähne)

Als Aufsteiger in die Saison gestartet, geriet der TVW dank eines famosen 10:2-Punkte-Start nie in ernsthafte Abstiegsgefahr und beendete eine solide Saison auf dem neunten Tabellenplatz. Siege gegen schwächer eingeschätzte Teams aus der unteren Tabellenhälfte, dazu teilweise deutliche Niederlagen gegen die Topteams (19:30 gegen Hörste; 19:36 in Brockhagen) – so weit so normal für das junge Team vom Wertherberg. Den Saisonaufreger lieferte der Verein erst vor dem letzten Spieltag: Der Club entließ überraschend Trainer Nils Uhlig.

Fynn Huxohl, warum wollte die Mannschaft nicht mehr mit Nils Uhlig zusammenarbeiten?

Fynn Huxohl: Die menschliche Ebene zwischen Trainer und Mannschaft hat nicht mehr gepasst. Allen Spielern war klar, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Deswegen ist nach den Gesprächen mit dem Vorstand diese Entscheidung gefallen.

Was erwarten Sie vom neuen Trainer Carsten Gahlmann und der nächsten Spielzeit?

Huxohl: Ich freue mich mega auf die neue Saison! Es ist viel Potenzial da, das der Trainer rauskitzeln wird. Dazu kommen die beiden neuen Torhüter (Hannes Köhne (Steinhagen) und Johnny Dähne (Harsewinkel); d. Red.) Es geht darum, dass wir uns als sehr junge Mannschaft weiterentwickeln. Ein wirkliches Ziel kann ich deshalb noch nicht benennen, denn dafür ist es noch zu früh.

Spvg. Hesselteich

Eine äußerst kuriose Saison liegt hinter dem Versmolder Stadtteilclub: Mit nur vier Pluspunkten aus den 13 Auswärtsspielen fanden sich die Hesselteicher Ende April bereits mit dem drittletzten Tabellenplatz und der folgenden Relegation ab, ehe ein Anruf von Spielleiter Andreas Tiemann alles veränderte. Wegen der Regel, dass im Abstiegskampf nicht der direkte Vergleich zählt, gab es gegen den 1. HC Ibbenbüren nach den offiziellen Saisonspielen (36:34/26:28) zwei Entscheidungsspiele. Der 27:25-Auswärtserfolgs und das klare 28:17 im Rückspiel bedeuteten dann den direkten Klassenerhalt.

Philipp Henselewski, wie viel Spaß machen Entscheidungsspiele?

Philipp Henselewski: Von der Stimmung her ist das natürlich die geilste Art und Weise einen Klassenerhalt zu erleben. Jedes Jahr braucht man das aber sicher nicht, weil die nervliche Belastung für viele Spieler schon sehr hoch war. Wenn wir schon in dieser Saison ein zwei bis drei Jahre höheres Durchschnittsalter gehabt hätten, wären wir nicht in diese Situation gekommen und hätten die Liga schon früher klar gemacht.

Können Sie den Spvg.-Fans Hoffnung machen, dass sich Reisen zu Auswärtsspielen in der kommenden Saison öfter lohnen als in der abgelaufenen?

Henselewski: Wirklich erklären kann ich das auch nicht, warum wir nur vier Punkte geholt haben. Die Jungs haben sicher eine Menge Erfahrung gesammelt und werden daraus lernen. Viele haben sich einen zu großen Kopf darum gemacht und verkrampfen, obwohl es auswärts oft viel leiser auf der Tribüne ist als bei uns zu Hause. Vielleicht ist es auswärts einfach zu ruhig gewesen.

Spvg. Steinhagen II

Chancenlos: Ben Bochenek und die Spvg. Steinhagen II standen früh in der Saison als Absteiger fest. - © Johnny Dähne
Chancenlos: Ben Bochenek und die Spvg. Steinhagen II standen früh in der Saison als Absteiger fest. (© Johnny Dähne)

Eine Saison zum Vergessen mit nur sechs Pluspunkten lieferte die Verbandsliga-Reserve ab. Mit einem kleinen Kader, der zu allem Überfluss auch noch (zwischenzeitlich) seine besten Spieler wie Timo Linkert, Mika Retzlaff oder Leonard Haselbach an die in Abstiegsgefahr geratene »Erste« verlor, zeichnete sich der Abstieg bereits zum Jahreswechsel ab. Auch das Restziel der rührig bemühten Trainer Dirk Blankert und Uwe Walter, einen Auswärtssieg oder zumindest -punkt zu holen, misslang schlussendlich.

Ben Bochenek, sind Sie froh, dass die Saison nun endlich zu Ende ist?

Ben Bochenek: Durchaus. Als wir rechnerisch endgültig abgestiegen waren, war es schon quälend, die letzten Spiele durchzustehen. Auch wenn ich wegen meiner Ellenbogenverletzung nicht mehr gespielt habe, war es hart.

In Marcel Finkeldei von HTSF Senne wechselt ein 22-jähriger Torhüter aus der Bezirksliga in den Steinhagener Verbandsliga-Kader. Hatten Sie keine Ambitionen für die Torwart-Position?

Bochenek: Das hat mich Uwe Walter auch schon gefragt. Wenn sie mich von der Ersten gefragt hätten, würde ich es auf jeden Fall machen. Aber leider wurde ich nicht angesprochen.

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