Darts: Ansgar Brinkmann bringt Schiedsrichter mit Wurf aus der Fassung

Weltmeister Michael van Gerwen hatte zum Show-Turnier nach Halle geladen. Neben vier weiteren Profis folgten der weiße Brasilianer sowie 1.200 Fans der Einladung ins Gerry Weber Event Center

SVEN HAUHART

Der Meister bei der Arbeit: Während Michael van Gerwen zielt, verfolgt Ansgar Brinkmann den Wurf des Weltranglistenersten. ⋌Fotos: Sven Hauhart - © Sven Hauhart
Der Meister bei der Arbeit: Während Michael van Gerwen zielt, verfolgt Ansgar Brinkmann den Wurf des Weltranglistenersten. ⋌Fotos: Sven Hauhart (© Sven Hauhart)

Halle.Sich als blutiger Anfänger einmal mit den besten Spielern der Welt vor vollen Rängen messen. Wohl nur beim Darts kann dieser Fan-Traum Wirklichkeit werden. Zumindest bei den sogenannten Exhibition-Shows, bei denen es für die Profis nicht um die Rangliste, sondern um Unterhaltung und Nähe zum Publikum geht.

Und näher dran als der Herforder Hendrik Schmidt war kaum jemand. Der Gewinner eines von der Neuen Westfälischen veranstalteten Wettbewerbs durfte in Halle gegen die Nummer 34 der Welt, den Niederländer Vincent van der Voort, ans Oche treten. Zwar machte der »Dutch Destroyer« seinem Spitznamen alle Ehre und gewann glatt mit 5:0 legs, für den 25-jährigen Handballer vom VfL Herford stand aber sowieso das Erlebnis über dem Ergebnis. „Es ist komplett anders als zuhause im Keller. Man ist total nervös, obwohl man gar nicht zu verlieren hat", sagte Schmidt, „aber die Erfahrung gegen einen Profi angetreten zu sein, ist etwas, das für immer im Gedächtnis bleibt."

Best of Darts mit Ansgar Brinkmann und Michael van Gerwen

Ansgar Brinkmann: „Da gehe ich auf die Knie."

Von diesen erinnerungswürdigen Momenten hatte Ansgar Brinkmann in seiner langen Karriere als Profi-Fußballer oder als Teilnehmer des Dschungelcamps sicherlich genug. Doch selbst der weiße Brasilianer freute sich wie ein Kind auf sein Match gegen Michael van Gerwen. „Ich sehe die sonst alle nur im Fernsehen. Jetzt darf ich gegen den Besten der Welt antreten. Allein das ist schon eine Ehre. Da gehe ich auf die Knie", sagte Brinkmann vor seiner Partie im Interview mit der WDR-Lokalzeit, die sich extra zugeschaltet hatte.

Natürlich hatte der bekennende Darts-Fan Brinkmann gegen Weltmeister »Mighty Mike«, der jüngst erst die Premier League Darts zum fünften Mal gewonnen hatte, keine Chance. Als er einen Wurf ziemlich deutlich versemmelte, konnte sich selbst Englands Caller-Legende George Noble – als Schiedsrichter eigentlich die Seriosität in Person – ein Lachen nicht verkneifen. Brinkmann nahm es ebenfalls mit Humor. Denn ums Gewinnen ging es ihm sowieso nicht. „Ich glaube alle, die hier heute in der Halle sind, sind Gewinner. Wir haben alle Spaß hier heute", sagte der Ex-Profi von Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt.

Zuschauer haben zum Teil verrückte Kostümideen

Dass Spaß, neben der Publikumsnähe der Stars, zum Erfolgsrezept des seit Jahren boomenden Dartssport gehört – davon konnte man sich bei der von Moderator Elmar Paulke moderierten Veranstaltung hautnah überzeugen. Ausgefallene Verkleidungen wie eine Pinguin-Gruppe oder zwei als Frosch und Franzose kostümierte Bielefelder waren genauso zu bestaunen wie der ausgelassene Jubel, wenn ein Spieler die mit drei Würfen zu erreichende Höchstpunktzahl von 180 erzielt hatte.

Sportlich ging Max Hopp als Sieger des Abends hervor. Nachdem die Partien gegen die Amateure gelaufen waren, spielten die Profis van Gerwen, van der Voort, der Weltranglistenachte Mensur Suljovic und Hopp einen Vierervergleich aus. Als Hopp, immerhin die Nummer 25 der Welt, den entscheidenden Wurf im Finale zum 6:3 gegen van Gerwen versenkte, stimmten die Zuschauer Sprechchöre an und brachten die Darts-Party zum Siedepunkt.

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