Titelkampf in der Handball-Landesliga: Experten sehen Brockhagen vorne

Johnny Dähne

Vorteil Brockhagen: Felix Kröger und der TuS liegen im direkten Vergleich mit der TG Hörste vorne. - © Andre Schneider
Vorteil Brockhagen: Felix Kröger und der TuS liegen im direkten Vergleich mit der TG Hörste vorne. (© Andre Schneider)

Brockhagen/Hörste. Thomas Fröbel (TV Verl) und Sebastian Dreiszis (Westfalia Kinderhaus) treffen am Wochenende mit ihren Teams aufeinander und spielen um die Plätze hinter dem heimischen Spitzenduo. Beide weisen 14 Minuspunkte auf – und damit mehr als doppelt so viele wie der TuS Brockhagen und die TG Hörste. Fröbel und Dreiszis sprechen im Interview über ihre Erfahrungen mit den Meisterschaftskandidaten, das Restprogramm und verraten, worauf es im Titelkampf ankommt.

Sebastian, Thomas, von Ihren insgesamt acht Duellen mit Brockhagen und Hörste konnten Sie insgesamt nur eines gewinnen. Wie kommt diese negative Bilanz zustande?

SEBASTIAN DREISZIS (37 Jahre): Beide Teams sind sehr schwer zu spielen. Brockhagen hat in Raudies, Sonntag und Kalms sehr gute Einzelspieler. Hörste kommt mehr über das Team.Wir haben die Spiele teilweise recht klar verloren, so dass beide Mannschaft absolut zu Recht dort oben stehen.

Sebastian Dreiszis: Trainer des TV Friesen Telgte.
Sebastian Dreiszis: Trainer des TV Friesen Telgte.

THOMAS FRÖBEL (28 Jahre): Im Heimspiel gegen Hörste (23:21, die Redaktion) haben wir zunächst unser bestes Saisonspiel abgeliefert. Im Rückspiel (24:33) haben sie uns dann allerdings die Grenzen aufgezeigt. Gegen Brockhagen war das Rückspiel in Verl (23:24) sehr umkämpft. Da wollten die Ex-Verler Raudies und Sonntag zeigen, was sie können. Und die aktuellen Verler natürlich auch (schmunzelt).

Wie beurteilen Sie das Restprogramm der beiden Teams?

FRÖBEL: Brockhagen hat ein ganz schönes Brett zu bohren. Die Frage wird sein, ob Ladbergen und Telgte schon im Ferienmodus spielen oder ob sie sich noch voll reinhängen. Sollten beide Gas geben, ist Ladbergen heute für mich der gefährlichere Gegner. Freitagabend, volle Halle – das ist noch mal ein echter Stolperstein.

DREISZIS: Hörste hat klar das einfachere Restprogramm. Dabei dürfen sie allerdings das letzte Spiel in Gronau nicht unterschätzen. Ohne Harz ist das gar nicht so einfach – da muss man nur in Ladbergen (der TSV verlor dort 16:33) nachfragen. Für Brockhagen sehe ich eher Probleme in Telgte als in Ladbergen, weil dort derzeit sehr viele Spieler verletzt sind.

Was sind die entscheidenden Faktoren im Aufstiegskampf?

DREISZIS: Bei beiden Teams dürfen sich die Schlüsselspieler nicht verletzen. Ein Fabian Raudies bei Brockhagen oder Silvan Tarner in Hörste wären nur schwer zu ersetzen. Von der Nervenstärke sehe ich beide gleichauf.

FRÖBEL: Raudies, Sonntag, Kalms und Kröger sind auf Brockhagener Seite allesamt Entscheidungsspieler, von den sich einer auch mal einen schlechten Tag erlauben kann. Hörste lebt sehr viel von Tarners Toren und seinem Zusammenspiel mit Kreisläufer Luca Borutta. Julius Hagemann und Pascal Kaiser übernehmen nur sporadisch Verantwortung.

Thomas Fröbel: Trainer des TV Verl. - © Henrik Martinschledde
Thomas Fröbel: Trainer des TV Verl. (© Henrik Martinschledde)

Wer wird denn nun Landesliga-Meister?

FRÖBEL: Große Spiele werden durch große Spieler entschieden – und da sehe ich bei Brockhagen einfach mehr. Ich denke, dass Hörste in den wichtigen Momenten eher Nervenflattern bekommen könnte als Brockhagen. Der TuS wird seine restlichen Spiele gewinnen und am Ende wegen des besseren direkten Vergleichs aufsteigen.

DREISZIS: Ich glaube, dass Brockhagen es macht. Sie spielen die ganze Saison sehr konstant und besitzen das nötige Selbstbewusstsein. Hörste würde ich es eher gönnen, weil sie eine sehr sympathische Mannschaft haben. Außerdem kenne ich Christian Blankert (den derzeit pausierenden Trainer) mittlerweile seit Jahrzehnten (schmunzelt).

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