Halle erlebt einen Handball-Festtag

EM-Qualifikation: Das Gerry-Weber-Stadion ist bei der Partie Deutschland-Polen ausverkauft. Und die Stimmung kocht

Marc Uthmann

Wie für den Handball gemacht: Das Gerry-Weber-Stadion bot am Samstag atmosphärisch die beste Kulisse für ein Handball-Länderspiel. - © Nicole Donath
Wie für den Handball gemacht: Das Gerry-Weber-Stadion bot am Samstag atmosphärisch die beste Kulisse für ein Handball-Länderspiel. (© Nicole Donath)

Halle. Das Dröhnen, Wummern und Stampfen durchdringt schon lange vor dem ersten Wurf jeden Winkel der Arena. Wer jetzt noch nicht drin ist, beeilt sich, weil er befürchtet, die Partie könnte früher als angesetzt angepfiffen worden sein. Doch die 10.400 Fans haben einfach nur mächtig Bock auf eine Handball-Party.

Und so nehmen sie jede Anregung von Anheizer Kevin Gerwin gerne auf: Handylichter an, aufstehen, rhythmisches Hämmern der Klatschpappen oder Skandieren des „Deutschland“-Schlachtrufs – das ausverkaufte Gerry-Weber-Stadion wird innerhalb von Minuten zum Hexenkessel. Bundestrainer Christian Prokop hatte vor der Partie darauf gehofft, „dass wir die einmalige Stimmung von der Weltmeisterschaft möglichst lange halten können“. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ist er sichtlich und hörbar beeindruckt: „Das Publikum war begeisternd. Das war schon wieder WM-Feeling heute.“

EM-Quali in Halle

Dass Deutschland sich – ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten – beim 29:24 gegen die international aktuell nur zweitklassigen Polen lange abmüht, stört die Fans überhaupt nicht. Sie sind einfach nur stolz darauf, dass der große Handball wieder nach Ostwestfalen kommt, und beweisen, wie verrückt die Region nach diesem Sport ist.

Gerhard Weber genießt die Stimmung

Show muss sein: Beim Einlauf der deutschen Mannschaft schießen Flammensäulen empor. - © Nicole Donath
Show muss sein: Beim Einlauf der deutschen Mannschaft schießen Flammensäulen empor. (© Nicole Donath)

Das Gerry-Weber-Stadion mit seinen steilen Rängen und den ersten Reihen nah am Spielfeld bietet dafür den perfekten Nährboden – es bleibt die gesamten 60 Minuten lang mächtig laut.

Auf der Tribüne sind an jeder Ecke Handballer aus den heimischen Vereinen zu entdecken, die sich Uwe Gensheimer und seine Mitstreiter nicht entgehen lassen wollen. Ebenso wie Ralf Weber, Chef der Stadiongesellschaft: Er ist mit Ehefrau Irina zum Länderspiel gekommen und freut sich nach zuletzt schweren Monaten sichtbar darüber, dass im Gerry-Weber-Stadion auch abseits des großen Tennis-Turniers mal wieder sportliche Feststimmung herrscht.

Und genau dieser Umstand ist es, der auch Gerhard Weber ein Lächeln ins Gesicht zaubert: Der Unternehmensgründer, Ideengeber und Bauherr des Stadions hat seinen Sohn in die Arena begleitet und darf genießen, welches Feuer sie immer noch versprühen kann.

Das ist übrigens wörtlich zu nehmen, denn zum Einlauf der deutschen Mannschaft mit den E-Jugendlichen des TuS Brockhagen schießen plötzlich zwei Flammensäulen empor. Dieser Nachmittag ist eben mehr als Handball – er ist eine große Show, Und ein wenig feiert das Stadion auch sich selbst.

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