Deutsche Handballer machen in Halle die EM-Quali klar

Der 29:24 (16:16)-Sieg über Polen im ausverkauften Gerry-Weber-Stadion beschert Planungssicherheit. Doch überraschend lange ist die Partie knapp

Marc Uthmann

Konzentriert: Im Kollektiv bearbeitet die deutsche Deckung den Polen Tomasz Gebala. Auch wenn das Team von Christian Prokop diesmal 24 Gegentreffer kassierte, lieferte die Defensive eine solide Vorstellung. - © Nicole Donath
Konzentriert: Im Kollektiv bearbeitet die deutsche Deckung den Polen Tomasz Gebala. Auch wenn das Team von Christian Prokop diesmal 24 Gegentreffer kassierte, lieferte die Defensive eine solide Vorstellung. (© Nicole Donath)

Halle. Deutschlands Trainer Christian Prokop zeigte sich nach dem Spiel auf der Pressekonferenz immer noch beeindruckt: "Das war heute ein begeisterndes Publikum - echtes WM-Feeling." Schon Minuten vor dem Anpfiff durften sich die Spieler zurückversetzt fühlen in die mitreißenden Tage im Januar, als sie in Berlin, Köln und Hamburg nach vorne gepeitscht wurden. Halle stand - und im Gerry-Weber-Stadion tobte 60 Minuten ein tosender Klatsch-Tornado.

Das Spiel konnte dieser ostwestfälisch-heißblütigen Atmosphäre zunächst allerdings nicht standhalten. Zwar führte Deutschland nach zähem Beginn mit 3:1 - da waren aber auch schon mehr als sieben Minuten gespielt. Der WM-Vierte bekam zu wenig Zug aufs polnische Tor. Und wenn er die flüssigen Kombinationen mal konsequent zu Ende spielte, versiebten die Deutschen ein ums andere Mal aus besten Positionen. Vor allem Patrick Wienczek hatte mit drei glasklaren Fehlwürfen vom Kreis einen schwachenTag erwischt. Unsicherheit schlich sich ob der ausgelassenen Chancen ins deutsche Spiel ein, auch die Zahl der technischen Fehler wuchs.

Polen übernehmen die Regie

Lief so richtig heiß: Silvio Heinevetter zeigte im deutschen Tor Klasse-Paraden. - © Nicole Donath
Lief so richtig heiß: Silvio Heinevetter zeigte im deutschen Tor Klasse-Paraden. (© Nicole Donath)

Und so übernahmen plötzlich die Polen - am Mittwoch beim 18:26 im heimischen Gleiwitz noch ohne Chance - die Regie, setzten sich angetrieben von ihrem quirligen Spielmacher Michal Daszek auf 7:4 (13.) und 9:6 (16.) ab. Gut, dass auf Uwe Gensheimer Verlass war: Der Kapitän und Linksaußen erzielte vier der deutschen Treffer zum 13:13 (25.) und hatte es sich redlich verdient, an diesem Nachmittag als drittbester Torschütze der deutschen Länderspielgeschichte Florian Kehrmann vom TBV Lemgo zu überholen. Am Ende des Abends standen bei Gensheimer 10/5 Tore auf dem Zettel.

Nach der Pause drückte Deutschland aufs Tempo, machte binnen acht Minuten aus einem 16:16 eine 20:16-Führung. Silvio Heinevetter (am Ende 14 Paraden) hielt klasse, und als wiederum Gensheimer zum 22:17 einnetzte (40.), schien die Partie gelaufen. Doch mit unsauberen Anspielen auf Kreisläufer Yannick Kohlbacher brachten die Deutschen ihren Gegner noch einmal zurück ins Spiel - beim 25:23 (55.) wurde der Klatsch-Tornado kurzzeitig von einem Raunen der 10.400 Zuschauer unterbrochen. Routinier Steffen Weinhold machte schließlich mit zwei Treffern den Deckel drauf - am Ende stand ein doch noch ein klares 29:24.

Zu dem auch der Lemgoer Tim Suton einen Treffer beisteuerte - und anschließend mit seinem Auftritt zufrieden war: "Ich hatte zwei, drei gute Aktionen und habe ansonsten für das Team gespielt.

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