Handballer haben Matchball in Halle

EM-Qualifikation: Deutschland kann am Samstag gegen Polen alles klar machen. Knifflig ist die Partie im ausverkauften Gerry Weber Stadion dennoch

Marc Uthmann

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Männer kehrt zurück ins GERRY WEBER STADION: Das Team von Bundestrainer Christian Prokop empfängt Polen am 13. April 2019 zum „Schlüsselspiel“ in der Europameisterschafts-Qualifikation zur „EHF EURO 2020“ in HalleWestfalen. © Sascha Klahn/DHB (honorarfrei) - © Sascha Klahn/DHB
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Männer kehrt zurück ins GERRY WEBER STADION: Das Team von Bundestrainer Christian Prokop empfängt Polen am 13. April 2019 zum „Schlüsselspiel“ in der Europameisterschafts-Qualifikation zur „EHF EURO 2020“ in HalleWestfalen. © Sascha Klahn/DHB (honorarfrei) (© Sascha Klahn/DHB)

Halle. Mit dem 26:18-Hinspielsieg bei den Polen im Rücken ist die Stimmung bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft gelöst. Das wollte Bundestrainer Christian Prokop bei der Pressekonferenz am Freitag auch gar nicht verhehlen.

Trotzdem musste er vor der zweiten Partie gegen die Polen im Haller Gerry-Weber-Stadion (Samstag, 14 Uhr) natürlich den Mahner geben: „Nach dem klaren Sieg im Hinspiel erwarten alle eine gute Leistung. Das ist eine mentale Herausforderung.“ Seine Mannschaft müsse wieder an die Grenzen gehen, forderte Prokop. Was passiert, wenn man das nicht schafft, zeigten die Ergebnisse anderer Top-Nationen in der EM-Quali: Slowenien siegte nur knapp 27:26 in den Niederlanden, während das Weltklasseteam aus Frankreich in Portugal sensationell mit 27:33 einging. "Unsere Herangehensweise an die Partie in Polen war also genau richtig", sagte der Coach.

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Kritik an Terminhatz

Mehrere Weltklassespieler hatten jüngst in einer Videobotschaft auf die Überlastung und den Verschleiß im Welthandball hingewiesen. Deutschlands Abwehrchef Hendrik Pekeler formulierte bei der Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Polen auch dazu einen klaren Standpunkt: "Die WM war einfach unheimlich anstrengend." Man könne die Ballung der Termine in diesem Maß einfach nicht mehr akzeptieren. "Wir müssen jetzt hoffen, dass sich da was ändert", so Pekeler.

Dennoch ließ er durchblicken, dass er im Offensivspiel mehr Durchschlagskraft als beim klaren Sieg in Gleiwitz erwartet: „Wir werden im Angriff neue Dinge versuchen, da haben wir noch Steigerungspotenzial.“ Der Rückraum solle von allen Positionen Torgefahr ausstrahlen. „Wir müssen richtig draufgehen“, betonte Prokop. Darin war er sich mit seinem Abwehrchef Hendrik Pekeler einig, der die Pressekonferenz mit stoischer Ruhe absolvierte – aber klare Worte fand: „Es hakt noch im Angriffsspiel. Aber mit 18 Gegentoren in Polen haben wir nicht so viel falsch gemacht.“

Sollte Deutschland am Samstag den fehlenden Punkt zur Qualifikation holen, gewänne der Nationaltrainer neuen Spielraum für die dann sportlich bedeutungslosen Partien in Israel (12. Juni) und gegen den Kosovo (16. Juni). "Diese Spiele könnten wir gezielt nutzen und experimentieren. Aber ich mache ungern den zweiten Schritt vor dem ersten", stellte Prokop klar.

Groß ist die Vorfreude auf ein mit 10.400 Zuschauern ausverkauftes Stadion in Halle. „Wir wollen das Publikum mitnehmen“, kündigte Prokop an. "Zu Hause anzutreten, ist für uns immer eine tolle Sache." Der Coach feierte seine Haller Premiere 2017 mit einem 25:20 in der damaligen EM-Quali gegen Slowenien, er kehrt ebenso wie Hendrik Pekeler also mit guten Erinnerungen zurück.

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