Engelstädter gewinnt Kampfabstimmung gegen Dräger

Ausgerechnet der Tagesordnungspunkt mit der Nummer 13 sorgt beim Fußball-Kreistag für Aufregung. Am Ende hat der Kreisschiedsrichterausschuss einen neuen Vorsitzenden.

Nicole Bentrup,Christian Helmig

Nimmt die Wahl an: Ingo Engelstädter. - © Christian Helmig
Nimmt die Wahl an: Ingo Engelstädter. (© Christian Helmig)
Nicht mehr im Amt: Philip Dräger wurde als Obmann der Unparteiischen im Fußballkreis Bielefeld abgewählt. Foto: Henrik Martinschledde - © Henrik Martinschledde
Nicht mehr im Amt: Philip Dräger wurde als Obmann der Unparteiischen im Fußballkreis Bielefeld abgewählt. Foto: Henrik Martinschledde (© Henrik Martinschledde)

Altkreis Halle/Bielefeld. Entgegen der allgemeinen Erwartung, dass Philip Dräger im Amt des Kreisschiedsrichterausschussvorsitzenden bestätigt wird, kam es in der Neuen Schmiede zu einer Kampfabstimmung um den Posten des Schiri-Chefs. Der Kreisvorsitzende Markus Baumann hatte – vermutlich nur der Form halber – gefragt, ob es aus dem Kreise der Delegierten noch weitere Vorschläge gäbe. Jörg Stüber, Abteilungsleiter des SC Halle, ergriff schließlich das Wort und schickte seinen Vereinskollegen Ingo Engelstädter ins Rennen. „Wir sind im Vorfeld des Kreistags von Vereinen aus dem Altkreis, aber auch aus Bielefeld, darauf angesprochen worden, dass es eine gewisse Unzufriedenheit mit der Arbeit des KSA gibt“, begründet Stüber den Vorschlag.

Entscheidung im zweiten Wahlgang

Im ersten Wahlgang wurden 65 Stimmen abgegeben, es gab eine Enthaltung. Das Ergebnis: 32 zu 32. Ein zweiter Wahlgang musste her – diesmal wurden 62 Stimmen abgegeben, dieses Mal enthielten sich zwei Stimmberechtigte. Am Ende hieß es 33 zu 27 für Engelstädter. „Das war für mich eine Überraschung“, sagte Dräger, der seit dem 4. Juli 2013 Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses (KSA) war. Engelstädter gab auf Nachfrage zu: „Ich hatte nicht mit so vielen Stimmen gerechnet. Die Annahme der Wahl war eine ganz spontane Entscheidung von mir.“

Als Reaktion trat der gesamte KSA zurück. Stefan Lang, Daniel Beck, Kilian Krämer, Dennis Kandziora, Karl-Heinz Schröder und Klaus Münstermann stehen nicht mehr zur Verfügung. Laut Markus Baumann war dieser Rücktritt gar nicht nötig, weil die Amtszeit ohnehin mit dem Kreistag ende. Die KSA-Mitglieder wollten jedoch ein Zeichen setzen.

„Dass Ingo Engelstädter gewählt wurde, zeigt, dass es richtig war, einen Gegenkandidaten aufzustellen“, fand dagegen Jörg Stüber. Gregor Jarzembek, Obmann des TuS Solbad Ravensberg und selbst als Schiedsrichter unterwegs, war ob des Wahlausgangs erstmals „sprachlos“. Er habe mit beiden Kandidaten keine Probleme. „Ich hoffe aber, dass es Ingo Engelstädter schnell gelingt, eine Mannschaft auf die Beine zustellen, die die gute Arbeit der vergangenen Jahren fortführt“, sagte der 43-Jährige. Vor allem für junge Schiris sei unter Drägers Führung viel bewegt worden.

Vertreter einiger Bielefelder Vereine ließen ihrer Enttäuschung über das Ergebnis freien Lauf. „Ein funktionierendes Team wird durch so eine Entscheidung auseinandergerissen. Das bringt uns in der Schiedsrichterei nicht weiter“, sagte Norbert Bulla vom VfB Fichte.

„Intrige und Verschwörung“

Noch drastischer formuliert es TuS Brakes Abteilungsleiter Ulrich Quermann: „Für mich steckt da eine Intrige und eine Verschwörung dahinter.“ Der TuS Brake habe nie Probleme mit Philip Dräger und seinen KSA-Mitgliedern gehabt. „Mit den Schiedsrichtern aus dem Altkreis allerdings gab es regelmäßig Theater“, erzählt Quermann, der befürchtet, dass sein an gutes Verhältnis zu den Schiedsrichtern zerbricht.

Der 53 Jahre alte Engelstädter, der aktuell Spiele der Altliga in der Halle pfeift, ist seit 1986 Schiedsrichter, war Mitglied im Kreisschiedsrichterausschuss und schied 2017 aus. Daneben war er jahrelang Ansetzer im Junioren- und Seniorenbereich. Wie der neue KSA aussehen wird, blieb ungeklärt. Die auf dem jüngsten Lehrabend von Philip Dräger vorgeschlagenen Niklas Pankoke und Luca Maurer, die sich um die Jungschiedsrichter kümmern, haben bereits verkündet, dass sie unter Führung von Engelstädter keine Ämter übernehmen werden.

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