Handballer Sebastian Hölmer spricht über schöne und traurige Momente in Loxten

Handball-Oberliga: Sebastian Hölmer (32) macht am Samstag gegen den ASV-Hamm-Westfalen II sein letztes Heimspiel für die SF Loxten. Im Gespräch mit dem HK blickt er auf seine Laufbahn zurück

Max Maschmann

Völlig losgelöst: Sebastian Hölmer feiert den Oberliga-Aufstieg 2014 in Hüllhorst mit Thilo Stinhans. - © Heiko Kaiser
Völlig losgelöst: Sebastian Hölmer feiert den Oberliga-Aufstieg 2014 in Hüllhorst mit Thilo Stinhans. (© Heiko Kaiser)

Loxten. Sebastian Hölmer begann bei der Spvg. Versmold, wechselte in der C-Jugend zur Spvg. Hesselteich und spielte dort bis 2006 auch in der Herrenmannschaft. Er kehrte danach für drei Landesliga-Jahre nach Versmold zurück, ehe er den Sprung nach Loxten wagte. Bei den »Fröschen« stieg er zum Leistungsträger auf. Seine Bestmarke datiert aus der Saison 2012/13, als ihm in der Verbandsliga 233 Tore gelangen. Nach einem Jahrzehnt im Dress der Sportfreunde spricht der Rückraumspieler über...

...den Abend seines letzen Heimspiels „Soweit ich weiß wird es so wie die letzten Jahre. Ein Bierwagen steht draußen und es gibt einen gemeinsamen Abschluss mit den Zuschauern. Falls noch etwas anderes geplant sein sollte, weiß ich davon bisher nichts."

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Die Aufarbeitung der bitteren 27:31-Niederlage bei der TSG A-H Bielefeld musste der auf einem Seminar weilende Dirk Schmidtmeier in dieser Trainingswoche überwiegend seinem »Co« René Mittelberg überlassen. Das Fazit des SFL-Trainers: „So ein Einbruch kann mal passieren. Es war ja auch keine Gurkentruppe, gegen die wir da gespielt haben." Garantiert nicht zu dieser Kategorie zählt auch der Tabellendritte ASV Hamm-Westfalen II (36:12 Punkte), der am Samstag um 18 Uhr in der Sparkassen-Arena antritt. Im Hinspiel hatte er den Sportfreunden eine herbe 24:34-Niederlage zugefügt. „Wir haben uns seinerzeit zu sehr auf Michel Sorg konzentriert und Julian Krieg außer Acht gelassen", sagt »Schmidti«. Beide Rückraumspieler müsse Loxten in den Griff kriegen und zugleich vorne sauber spielen, um keine Gegenstöße zu kassieren. Der komplette Kader ist einsatzbereit.

...die Folgen der schweren Verletzungen „Mir gehts gut im Moment, ich bin fit und muss mich nicht zum Training schleppen – alles okay. Aber mir ist in meiner Laufbahn genug Mist passiert, das kann man so sagen. Irgendwo ist es auch das Verletzungsrisiko, das ich jetzt durch mein Karriereende vermeiden möchte. Denn so ein Kreuzbandriss kündigt sich ja eben nicht an, der passiert einfach. Auch das hat bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt."

...den Antrieb zu mehreren Comebacks „Der Spaß am Ganzen, an der Mannschaft, am Handball. Das ist irgendwo mein Antrieb gewesen."

...die Stationen bei drei Versmolder Vereinen „Ich habe mich sowohl in Versmold, Hesselteich und nun zuletzt auch in Loxten wohl gefühlt und jeweils Kontakte behalten. Die Zeit jetzt in Loxten war die längste und sportlich intensivste. Klar, das steht eben ein wenig über den anderen."

...schöne und traurige Momente in Loxten „Das ist beides relativ einfach. Der Oberliga-Aufstieg 2014 steht natürlich über allem. Davor das Jahr war am traurigsten. Beim 30:30 im Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in Riemke ist mir das Kreuzband gerissen. Das war einfach eine bittere Geschichte. An das Rückspiel (22:28) habe ich nur noch wenig Erinnerungen. Ich weiß, dass ich beim Einlaufen und der Choreographie der Zuschauer Tränen in den Augen hatte. Alles danach verlief in Zeitraffer. Es war mega hart."

...das, was von der Laufbahn bleibt „Riesig viele Erinnerungen, die man nicht vergessen wird. Wir hatten eigentlich immer eine tolle Mannschaft und Spaß ohne Ende. Ein Großteil davon ist ja schon lange dabei und zu Freunden von mir geworden."

...langjährige Wegbegleiter „Sicher, zu Heiner Steinkühler, Kim Harting, Jan und Nils Patzelt sowie Marco Possehl habe ich schon eine besondere Beziehung. Sie waren ja von Anfang an meiner Zeit in Loxten dabei, da wächst man zusammen. Mit Heiner bin ich sogar noch etwas länger befreundet. Wir haben ja bereits in Hesselteich zusammengespielt."

...das, was fehlen wird „Die Vorbereitung wird mir nicht fehlen (lacht). Ob es bei Dirk Elschner, Thomas Lay oder Dirk Schmidtmeier am härtesten war, kann ich gar nicht sagen. Insgesamt tut sich das alles nicht viel und man gewöhnt sich an alles. Aber »Else« war schon derjenige, der den Aufwand bei seiner Übernahme intensiviert hat. Teilweise hatten wir wöchentlich bis zu sechs Einheiten. Ganz bestimmt fehlen werden mir dagegen die Spiele, das Training und das Miteinander. Man verbringt ja etliche Stunden zusammen."

Bitterster Moment: Im Relegations-Hinspiel in Riemke reißt Sebastian Hölmer 2013 das Kreuzband. - © Heiko Kaiser
Bitterster Moment: Im Relegations-Hinspiel in Riemke reißt Sebastian Hölmer 2013 das Kreuzband. (© Heiko Kaiser)


...den prägendsten Loxtener Trainer „Ich habe von jedem etwas mitgenommen. »Else« war ja als Spieler und danach als Trainer mehrere Jahre da, das hat schon geprägt. Wie Thomas Handball sieht, versteht und spielen lässt, hat mir von Anfang an imponiert und sehr gefallen. »Schmidti« ist zwar erst ein Jahr da, macht es aber auch gut. Loxten hat auf dieser Position immer gute Entscheidungen getroffen, mit denen ich gut leben konnte."

...seine Rolle als Identifikationsfigur „Die ganze Begeisterung rund um Loxten, gerade von den Jugendlichen, hat in der Oberliga noch mal zugenommen. Es ist schon cool, wenn man sieht, wie sie sich mit uns freuen – und auch ein wenig zu uns aufblicken. Aber ob man eine Identifikationsfigur ist, darüber macht man sich nicht so viele Gedanken. Man geht ja schließlich nur seinem Hobby nach."

...die neugewonnene Freizeit „Beruflich wird es für mich als selbstständiger Kaufmann jetzt noch etwas mehr werden, weil mein Vater zum Ende des Jahres aufhören möchte. Wir haben kürzlich in Oesterweg gebaut und meine Tochter Emma ist gerade eineinhalb Jahre alt. Das sind viele Sachen, die zuletzt ein wenig zu kurz gekommen sind. Ansonsten werde ich mehr Zeit zum Tennisspielen bei der TG Bockhorst haben. Das habe ich bisher immer schon nebenbei gemacht."

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